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Schillat-Höhle: Neue Lampen sollten gegen Moos und Farne helfen – mit Erfolg?

„Chemie kommt nicht infrage“

Langenfeld. „Kampf gegen Moose und Farne“ – so hieß im Februar die Schlagzeile in unserer Zeitung. Ein neues Beleuchtungskonzept sollte zukünftig in der Schillat-Höhle das Wachstum von Moosen, Pilzen, Flechten, Algen und Farnen stoppen.

veröffentlicht am 04.12.2013 um 00:00 Uhr

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VON ANNETTE HENSEL

Das Problem damals: Die Strahler, die seit 2004 die Schillat-Höhle beleuchten, haben einen negativen Nebeneffekt. Sie lassen Moose, Algen, Flechten, Pilze, Farn und sogar die Tropfsteine in 40 Meter Tiefe wachsen (wir berichteten). Die Lampen gaben Wärme ab und veränderten damit das Klima unter Tage. Baustrahler und Neon-Leuchten von 150 bis 300 Watt erhellten bisher die Höhle. Dort sind eigentlich konstant acht Grad. Im Umfeld der großen Scheinwerfer konnten neun oder zehn Grad gemessen werden.

Gute Erfahrungen mit der LED-Technik in anderen Schauhöhlen, in denen das Klima konstant blieb und Moose und Algen sich von alleine zurückbildeten oder abstarben, sollten nun auch in Langenfeld zum Tragen kommen.

Nach dem Abbau der alten Lampen, deren Unterhaltung aufgrund mehrerer technischer Defekte kostspielig war, wurden im Februar die modernen, energiesparenden LED-Strahler installiert, Kostenpunkt: 40 000 Euro. Rund 28 000 Euro musste die Stadt Hessisch Oldendorf beisteuern, die Restsumme kam aus Fördergeldern im Rahmen des Leader-Programms der Europäischen Union.

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Die komplette Lichtanlage im Schauteil wurde erneuert, denn die Lampen, die vor neun Jahren eingebaut worden sind, entsprechen nicht mehr dem heutigen Stand der Technik. Die neuen Lampen sind weniger störanfällig und haben 90 Prozent geringeren Stromverbrauch.

Neun Monate sind seither vergangen. Bewährt sich die neue Beleuchtungstechnik? Höhlenforscher Hartmut Brepohl, der 1992 die Schillat-Höhle entdeckte, sagt: „Seit dem Frühjahr hat der Geologe Dr. Uwe Peters mit Studenten dreimal Proben entnommen, anhand derer überprüft wurde, ob jenes Kaltlicht das Wachsen der Moose eindämmt. Wir Höhlenführer selbst sind schon längst zum Ergebnis gekommen, dass das Wachstum zurückgeht. Das zeige ich bei Führungen stets auch den Gästen.“ Anstatt die Höhle komplett auszuleuchten, werden Ausstellungsstücke und Teile der Höhle punktuell angestrahlt, was die Wirkung noch verstärkt.

„Wir hoffen natürlich, dass der Grünbelag völlig verschwindet, und wollen die Entwicklung im kommenden Jahr weiter beobachten“, sagte Brepohl. „Notfalls müssen wir von Hand die großen Farne beseitigen, die sich bislang noch nicht zurückgebildet haben – Chemie kommt mir auf jeden Fall nicht in die Höhle.“ „Ich persönlich bin mehr als zufrieden mit der neuen Technik, denn die Höhle hat durch die LED-Strahler auch optisch gewonnen, weil diese unsere Sehenswürdigkeiten punktuell hervorheben“, sagte der Höhlenforscher. Auch finanziell mache sich die technische Umrüstung bemerkbar, denn die Lampen bewirkten eine gewaltige Stromersparnis: „Benötigten wir mit den alten Baustrahlern und Neon-Leuchten 15 000 Watt in der ganzen Höhle, kommen wir jetzt mit etwa 300 Watt aus. Das hat umgehend zu einem deutlichen Rückgang der Wärmeentwicklung geführt, die ja den Nährboden für das Wachstum von Moosen, Algen, Pilzen oder Farnen bildete.“



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