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Der Karpfen wird besonders oft zu Weihnachten und Silvester serviert

Besser als sein Ruf

HAMELN. Er schmecke modrig, er habe viele Gräten und er sei in voller Größe irgendwie „unhandlich“, so die Vorurteile, die manche Leute immer noch gegen den Karpfen hegen. Haben sie recht? „Nein“, dementiert Fischhändler Nobert Meyer. Karpfen ist ein Klassiker zu Weihnachten und Silvester.

veröffentlicht am 06.12.2016 um 15:51 Uhr

Pochierter Karpfen in Wein – ein einfaches aber sehr schmackhaftes Rezept. Foto: eatsmarter
Stolte Christiane

Autor

Christiane Stolte Reporterin
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Früher habe Karpfen schlammig geschmeckt, mittlerweile aber nicht mehr, zumindest nicht, wenn er aus einem Biosphärenreservat stamme. Seinen Ruf als ein nach „Modder“ schmeckender Fisch habe der Karpfen somit längst verloren. Dass er viele Gräten habe, stimme. Ein Problem sei das aber nicht, denn mittlerweile werden vom Karpfen auch grätenfreie Filets angeboten, die sich bequem zubereitet lassen. Manche Leute genießen Karpfen öfter, die meisten jedoch bringen ihn am liebsten in der Weihnachtszeit oder zu Silvester auf den Tisch. Fangfrisch ist der Süßwasserfisch derzeit auf dem Wochenmarkt an den Ständen von Fisch-Otto und Fisch Meyer erhältlich.

„Unsere Karpfen stammen aus einem Biosphärenreservat der Lausitzer Heide- und Teichlandschaft, wo sie nur mit Getreide gefüttert werden“, so Meyer. Als grätenfreies Filet wird der Karpfen immer beliebter. Bestellungen für Weihnachten und Silvester sind bereits in vollem Gang. Wer sich schon jetzt mit dem schmackhaften Weißfisch eindecken möchte, kann ihn vakuum verpacken lassen und ihn zu Hause einfrieren. „An Qualität verliert er dadurch nicht“, betont der Fischhändler. Die ursprüngliche Heimat von Karpfen liegt in Asien. Nach Europa kam der Süßwasserfisch erst relativ spät, und zwar vermutlich durch die Römer, die sie in ihrer Heimat in künstlich angelegten Teichen hielten. Hierzulande waren es zunächst die Mönche sowie die Adeligen, die Karpfenteiche anlegen ließen. Ob sie wohl wussten, dass im Karpfen Mineralstoffe wie Phosphor und Eisen stecken und dass er ein Lieferant der B-Vitamine und vom Vitamin A ist? Egal, Hauptsache der Fisch hat ihnen geschmeckt.

Wurde Karpfen früher vorwiegend als „Karpfen blau“ zubereitet, wird er mittlerweile auch auf andere Art serviert. Beispielsweise pochiert, gebraten oder gegrillt.

Norbert Meyer präsentiert auf dem Hamelner Wochenmarkt einen fangfrischen Karpfen aus der Lausitz. Foto: sto
  • Norbert Meyer präsentiert auf dem Hamelner Wochenmarkt einen fangfrischen Karpfen aus der Lausitz. Foto: sto
Information

Rezept: Pochierter Karpfen in Wein

  • Zutaten für 4 Portionen:

1 Karpfen küchenfertig, 1,2 bis 1,5 kg schwer, Salz, Pfeffer aus der Mühle, 1 unbehandelte Zitrone, 1 Bund Petersilie,

2 Zweige Zitronenthymian, 1 Bund Suppengemüse, 1 Zwiebel, 400 Gramm festkochende Kartoffeln, 2 Fleischtomaten, 40 Gramm Butter, ¼ Liter trockener Weißwein, 0,1 Liter Fischfond, geschnittene Kräuter zum Servieren, zum Beispiel Petersilie, Basilikum.

  • Zubereitung: Den Karpfen waschen und trocken tupfen. Mit Pfeffer und Salz einreiben. Die Zitronen auspressen und den Fisch innen und außen mit dem Saft beträufeln. In die Bauchhöhle jeweils die Hälfte von der Petersilie und dem Zitronenthymian stecken. Den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Das Suppengemüse und die Zwiebel putzen und alles klein schneiden. Die Kartoffeln schälen, waschen und in Scheiben schneiden. Die Tomaten kurz überbrühen, abschrecken, häuten und das Fruchtfleisch würfeln. Suppengemüse und Zwiebeln in 30 Gramm zerlassener Butter im Bräter andünsten. Kartoffeln dazugeben und kurz anbraten. Salzen, pfeffern und mit Wein und Fischfond ablöschen. Tomaten hineingeben, den Karpfen dazugeben und mit der restlichen Butter belegen. Im vorgeheizten Ofen 45 Minuten garen lassen und den Karpfen dabei aber immer wieder mit dem Fond begießen. Bei Bedarf mit Alufolie bedecken, damit er nicht zu stark bräunt. Der Karpfen ist gar, wenn sich die Rückenflosse leicht herausziehen lässt. Den Gemüsefond abschmecken und den Karpfen mit Kräutern bestreut
    servieren.


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