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Dimension früh erkennen / Arbeitskreis Denkmalschutz übergibt Anregungen

Bauprojekte im Vorfeld genau prüfen

Rinteln (dil). Von der schieren Größe des Altenheims am Seetor fühlten sich manche Rintelner am Ende überrascht. Im Nachgang zur Bürger-Mitmachveranstaltung des Arbeitskreises Denkmalschutz im Oktober machte ein Teilnehmer seinem Unmut Luft. Und Moderator Boris R. Froessler entwickelte daraus eine Idee, die jetzt zusammen mit der Dokumentation an Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz übergeben wurde.

veröffentlicht am 14.03.2012 um 00:00 Uhr

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„Damit solche Pannen mit nachfolgender Auseinandersetzung sich künftig nicht wiederholen, rege ich an, bei möglicherweise kontroversen Bauprojekten mit öffentlichem Interesse vor einer Entscheidungsfindung Stahlrohrgerüste mit Kunststoffbändern auf dem betreffenden Grundstück aufzubauen und so auch der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, schreibt Froessler. „Dies ist ohne unverhältnismäßigen Aufwand möglich.“ Als Beweis legte er seiner Dokumentation der Veranstaltung Fotos bei, die im kalifornischen Monterey aufgenommen worden waren. Viele der dokumentierten Anregungen von Bürgern sind längst Gegenstand der städtischen Politik. So wird im Rathaus bereits Widerstand gegen Pläne für den Güterzugverkehr auf der Weserbahnstrecke geleistet. Auch ist bereits ein Tourismusbüro im Bürgerhaus eingerichtet.

Die Probleme mit dem Altstadtverkehr beflügelten ebenfalls die Fantasien. So wird ein Kreisel zwischen Woolworth und Bruno Kleine vorgeschlagen, um den guten Verkehrsfluss dort noch weiter zu verbessern. Ein Bürger hätte sogar lieber eine Ovallösung, die bis zur Einmündung der Wallstraße reicht.

Dieser Ideengeber hält nämlich die Wartezeiten an den Ampeln derzeit für zu lang. Aufgetaucht ist auch der alte Wunsch, die Ritterstraße wieder in zwei Richtungen befahrbar zu machen und die Straße Exterfeld wieder als Einbahnstraße auszuweisen. Ganz kühne Idee: Die beiden vorhandenen Umgehungsstraßen zu einem Ring vereinen und dabei die Abfahrten abschaffen. Für die Altbausubstanz der Innenstadt regen Bürger eine finanzielle Förderung für den Erhalt an. „Besser nicht perfekt saniert als kaputt begutachtet“, fordert eine Stimme dagegen mehr Großzügigkeit im Stadtsanierungsgebiet. Aber zu lesen ist auch von einer Einbindung der historischen Bausubstanz in ein modernes Stadtbild und der Verfolgung des Ziels „Rinteln – eine lebendige Stadt“. Zu diesem Leben gehört in den Augen mancher Bürger eine Verbesserung der Nahversorgung in der Altstadt. Die als ungerecht empfundene Sortimentsbeschränkung des Einzelhandels müsse überarbeitet oder aufgehoben werden, fordert ein Bürger. Die Mischung des Angebots gilt einem anderen Einwohner als verbesserungswürdig, vor allem mehr kleine Läden, und am besten von Inhabern geführt. Lebensmittelhandel wird gewünscht, und vor allem behinderten- und altengerechte Zugänge.

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Außerdem sollte keine Ausweitung des großflächigen Einzelhandels im Industriegebiet Süd zugelassen werden. Da hat der Stadtrat inzwischen einen Riegel vorgeschoben. Die Ideen sollen in die Fortführung des Entwicklungsprozesses einfließen. Für diesen wird aber noch ein Moderator gesucht. Dem Vernehmen nach hat die Stadt aber schon einen aussichtsreichen Kandidaten.

Am 15. Oktober 2011 berichteten wir vom Bürger-Mitmachabend. Seither hat sich einiges getan.



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