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„Klassisch in Rot ist der Renner“

Auf der Suche nach dem passenden Adventskranz

HAMELN. Ein Blick auf den schon ziemlich ausgedünnten Kalender macht deutlich – der erste Advent steht vor der Tür. Am Sonntag ist es so weit. Bleiben also nur noch wenige Tage, um über einen Adventskranz nachzudenken. Wie soll er aussehen? Soll es ein selbst gefertigter oder doch lieber ein fertig geschmückter sein?

veröffentlicht am 22.11.2016 um 16:03 Uhr

Erika Pook mit einigen ihrer selbst gebundenen und selbst dekorierten Adventskränzen. Foto: sto
Stolte Christiane

Autor

Christiane Stolte Reporterin

Wer sich für die letzte Variante entscheidet, findet auf dem Wochenmarkt garantiert den passenden Kranz oder alternativ ein schönes Gesteck. Beispielsweise am Stand des Kartoffelhofs Pook aus Fuhlen. Aus frisch geschnittenen Tannenzweigen hat Erika Pook vor einigen Tagen viele bunte „Adventsboten“ kreiert, die sie heute und am kommenden Samstag dekorativ präsentiert.

Bei ihr und an anderen Ständen sind Kränze in unterschiedlicher Farbauswahl zu finden, um den Wünschen der Kunden gerecht zu werden. „Kränze klassisch in Rot sind nach wie vor der Renner“, so Erika Pook. Zu den diesjährigen Trendfarben gehören aber auch Weiß, Dunkelrot, Grau und Creme sowie Zimttöne. Ton in Ton sind Kerzen und Kugeln und ebenso der Schmuck, für den Erika Pook auch gern Naturmaterialien verwendet, beispielsweise Tannenzapfen und Nüsse. Gefragt sind in diesem Jahr aber auch die guten, alten Fliegenpilze, die viele noch aus der Kindheit kennen werden. In den vergangenen Jahren waren sie ein wenig in Vergessenheit geraten, hatten ihnen doch Eisbären, Wichtel & Co den Rang abgelaufen. In einem Kranz mit roten Kerzen sehen die Pilze mit den weißen Stielen und den roten Kappen besonders ansprechend aus. Wer sich seinen Adventskranz selbst kreieren möchte, findet bei Erika Pook und an den anderen Blumenständen auch ungeschmückte Kränze.

Information

Adventskranz – woher kommt der Brauch?

Der Brauch des Adventskranzes geht auf den evangelischen Theologen Johann Hinrich Wichern zurück, der 1833 in Hamburg eine Stiftung für die Betreuung verwahrloster und schwer erziehbarer Kinder ins Leben gerufen hatte. Die Einrichtung, die auch heute noch existiert, wurde bekannt unter dem Namen „Rauhes Haus“. Um den Kindern die Vorweihnachtszeit zu verkürzen, nahm der Pastor ein altes Wagenrad aus Holz und befestigte darauf so viele Kerzen, wie es Tage vom ersten Advent bis zum Heiligen Advent waren. 1839 waren es 23 Tage. Der erste Adventskranz, der im Betsaal des Rauhen Hauses hing, hatte 19 kleine rote Kerzen für die Werktage und vier große weiße Kerzen für die Adventssonntage. Jeden Tag wurde zur Freude der Kinder eine Kerze angezündet. Im Laufe der Jahre veränderte sich der Kranz. Er wurde mit Tannengrün geschmückt und hatte nur noch vier Kerzen. Dieser Brauch hält sich bis heute. Die grünen Tannenzweige stehen für die Hoffnung und symbolisieren das Leben, und die Kerzen sollen Licht in die Welt bringen. Rote Kerzen stehen aus christlicher Sicht für die Liebe Gottes. Die Zahl der damals 23 bis 28 Kerzen, je nachdem wie viele Tage es vom ersten Advent bis Heiligabend waren, verringerte sich im Laufe der Zeit aus praktischen Gründen auf vier Kerzen. Der Adventskranz, der anfangs nur in evangelischen
Haushalten und Kirchen seinen Platz gefunden hatte, wurde 1925 auch in einer katholischen Kirche aufgehängt, und zwar in Köln. 1930 folgte München, und bald wurde der Kranz in allen katholischen Gemeinden und auch in vielen Familien heimisch.



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