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Vor 25 Jahren besuchte das erste israelische Staatsoberhaupt die Bundesrepublik

Annäherung „wie durch ein Wunder“

Es ist ein solch historisches Ereignis gewesen, dass nicht nur unsere Zeitung ihm die Titelseite gewidmet hat: Am 6. April 1987 besuchte Präsident Chaim Herzog als erstes israelisches Staatsoberhaupt die Bundesrepublik Deutschland. Und er begann seinen Besuch an einem Ort, der noch heute als Mahnmal für die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieg dient: im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen, in dem während der Nazi-Zeit 100 000 Menschen starben.

veröffentlicht am 02.04.2012 um 00:00 Uhr

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Gemeinsam mit dem damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker und zehn Überlebenden des Konzentrationslagers besuchte Herzog, der als britischer Offizier selbst in Norddeutschland gekämpft hatte, das Mahnmal, enthüllte einen Gedenkstein und legte einen Kranz nieder. Dabei erinnerte er sich auch an seinen ersten Besuch im ehemaligen Konzentrationslager. Er erfolgte am 15. April 1945, nur wenige Tage nach dessen Räumung. „Das hat bei mir einen erschütternden Eindruck hinterlassen, den ich zu meinen Lebzeiten nicht vergessen werde“, zitierte ihn unsere Zeitung.

In ihren Reden machten die Staatsoberhäupter Herzog und Weizsäcker, die beide gemeinsam mit ihren Frauen zu dem Treffen kamen, anschließend die große Bedeutung des Besuchs deutlich.

Herzog erinnerte an die „historische Verantwortung Deutschlands“, Israel in seiner „lebenswichtigen Aufgabe des Überlebens“ zu unterstützen. Er glaube zwar nicht, dass die Verbindung zwischen den beiden Völkern „irgendwann in der Zukunft einmal im üblichen Sinne normal sein werde“, die gegenseitigen Staatsbesuche zeugten aber von einer neuen Beziehung, die sich „wie durch ein Wunder“ zwischen den Völkern entwickelt habe.

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Weizsäcker stellte fest, dass die deutsche Jugend zwar nicht dafür verantwortlich sei, was vor mehr als 40 Jahren geschehen ist, dass sie aber eine moralische Verantwortung für die historischen Konsequenzen habe. Auch er betonte, dass die Verbrechen der Vergangenheit nicht ungeschehen gemacht werden könnten, dass die Zukunft aber neue Erfahrungen und Chancen biete.

Nach dem gemeinsamen Eröffnungsbesuch mit Weizsäcker in Bergen-Belsen traf sich Herzog auch noch mit Bundeskanzler Helmut Kohl und anderen führenden Politikern.

Überschattet wurde der fünftägige Besuch Herzogs durch eine Äußerung des damaligen Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Hans Klein (CSU). Er sprach sich für Rüstungsexporte an Saudi-Arabien aus, da das Land immer eine sehr gemäßigte Rolle im Nah-Ost-Konflikt eingenommen habe. „Und Israel braucht in Zukunft mehr gemäßigte arabische Nachbarn, um zu überleben“, mutmaßte Klein.

Chaim Herzog betonte jedoch, dass Bonn angesichts der besonderen Beziehung zu Israel die Pflicht in der besonderen Pflicht sei, den erklärten Feinden des Landes „keine Hilfe zu gewähren“. Auch aus Reihen der SPD und der FDP erntete Minister Klein Kritik.jaj



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