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Kreislandwirt Lattwesen kann gute Erwartungen nicht bestätigen

„Angespannte Situation“ bei der Ernte

Landkreis. Die Getreideernte läuft. Seit gut drei Wochen sind die Mähdrescher, sobald es trocken ist, auch nachts zu hören, besonders wenn es beim Rangieren piept. Kreislandwirt Cord Lattwesen aus Hohnhorst zieht auf Anfrage eine „durchwachsene“ Zwischenbilanz. Grund dafür ist das Wetter. „Schaumburgs Landwirte verzeichnen derzeit eine heterogene Ernte“, sagt Lattwesen. „Es gibt sowohl gute Erträge und gute Qualitäten als auch schlechtere.“ Bei letzteren sei häufig der Proteinanteil zu gering für Backweizen. Weizen ist die Getreidesorte, die im Schaumburger Land derzeit hauptsächlich geerntet wird, begrenzt werde auch noch Roggen angebaut. Generell lägen die stark schwankenden Erträge gut 10 Prozent unter Vorjahresniveau, so der Kreislandwirt. „Das ist für uns eine große Herausforderung, ein großer Spagat.“ Er wisse auch nicht, übt sich Lattwesen in schwarzem Humor, ob es am Wahljahr oder am Schaltjahr liegt, aber eines sei sicher: „Mit der derzeit vorherrschenden Witterung kommen einige Pflanzen nicht klar. Ich höre von schönen Ähren mit wenig drin und von anderen, die gar nicht gut aussehen, aber völlig okay sind“. Rein wirtschaftlich gesehen sei die Stimmung ohnehin gedämpft, sagt der Kreislandwirt. Preisabschläge bescherten den Bauern herbe Verluste. „Lagen wir früher bei 20 Euro je 100 Kilo Weizen, so sind heute eher 14 Euro zu erzielen.“ Die heimischen Landwirte seien „am Bodensatz angekommen“, klagt Lattwesen und spricht von einer wirtschaftlich angespannten Situation.

veröffentlicht am 02.08.2016 um 15:41 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:13 Uhr

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Jan Oldehus Reporter zur Autorenseite

Dabei hatte Friedhelm Stock, Geschäftsführer des Bauernverbandes Weserbergland im Landvolk Niedersachsen, noch Mitte Juli, zu Beginn der Erntezeit, gegenüber unserer Zeitung erklärt: „Die allgemeinen Ertragsaussichten sind gut.“ Der Verband, der mehr als 2200 Mitglieder umfasst, ist eine agrarpolitische Interessenvertretung der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes in den Landkreisen Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden. Zu den positiven Aussichten habe gutes Wetter mit ausreichend Sonne und Regen geführt, sagte Stock in einem Bericht unserer Zeitung vom 14. Juli. Das Getreide sehe gut aus, eine genaue Bilanz könne naturgemäß aber erst nach dem Ende der Ernte gezogen werden. Die Landwirte in der Region rechneten zu dem Zeitpunkt jedoch mit einem Erfolg. „Eine normale bis gute Ernte ist zu erwarten“, sagte Stock. Werner Hilse, Präsident des Landvolks Niedersachsen, des Landesbauernverbandes und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, sprach sogar von einer leicht überdurchschnittlichen Ertragserwartung.

Karl-Friedrich Meyer, stellvertretender Vorsitzender im Bauernverband Weserbergland, rechnet bei der Weizenernte mit mittleren Erträgen – jedenfalls, wenn keine schweren Unwetter mehr dazwischenkommen. Denn je feuchter das Getreide bei der Einfuhr ist, desto höhere Trocknungskosten entstehen. Die Bauern hoffen daher nun auf Sonnenschein in den kommenden Wochen.

„Wir müssen die Tage mit gutem Wetter ausnutzen“, betonte Meyer. Er bat die Bürger um Verständnis, sollten sich die Erntemaßnahmen bis in die Abendstunden hinziehen und die Mähdrescher noch zu später Stunde bei der Arbeit sein.

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  • Nicht immer haben die Landwirte in diesem Sommer Glück mit dem Wetter. Bei der Ernte hier vor Möllenbeck war es allerdings staubtrocken. Fotos: jan


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