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Ehemalige Diskothek saniert – Nachnutzer gesucht

Altes „Herz“ in neuem Glanz

Vehlen. In seinen besten Zeiten ist das Kruggebäude an der B 65 überregional bekannt gewesen. Als „Fritz Ilse“, „Herz Ass“, „Lollipop“, oder zuletzt als „Airbase“ machte sich das Objekt einen Namen. Aus bis zu 100 Kilometer Entfernung kamen Gäste angereist, um sich in Vehlen zu amüsieren. Jetzt steht das Gebäude bereits seit einigen Jahren leer. 2007 gelangte es durch eine Zwangsversteigerung in den Besitz der Wehmeyer Wohnbau GmbH. Planer und Bauingenieur Volker Wehmeyer hat sich im Frühjahr daran gemacht, die historische Bausubstanz nicht nur zu erhalten, sondern in großen Teilen wieder herzustellen, wie unsere Zeitung am 13. Mai berichtete. Seitdem hat sich viel getan.

veröffentlicht am 02.10.2013 um 00:00 Uhr

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„Die Außenfassade ist jetzt fertig“, freut sich Wehmeyer, Inhaber des 1988 in Gelldorf gegründeten gleichnamigen Ingenieurbüros, das seit 1996 seinen Sitz in Bückeburg/Warber hat. Die alte Farbe wurde entfernt, die Fassade gereinigt und neu verfugt. Das Mauerwerk wurde bis auf wenige Ausnahmen in seiner historischen Form wieder hergestellt. Zum Beispiel seien alte, mittlerweile zugemauerte Fensteröffnungen erneuert worden, so Wehmeyer.

Lediglich einige Öffnungen im Bereich der Nord- und Westfassade seien hinzugekommen. Dort sei die historische Bausubstanz aber ohnehin schon zerstört gewesen, man habe sich also entschieden, für eine bessere wirtschaftliche Nutzung einige kleine Änderungen vorzunehmen. Nun führt ein großes Tor in den 425 Quadratmeter großen Saal am Haupthaus. Dieses spendiert nicht nur mehr Licht, sondern ermöglicht nun auch Autos die Einfahrt.

Momentan ist der Saal selber allerdings noch eine Baustelle. Eine Schicht Ausgleichsbeton sorgt bereits für einen ebenen Boden, aber darüber soll noch eine Dämmschicht und schließlich eine massive Betonplatte kommen, welche dann sogar das Gewicht eines Lkw tragen könne. Damit möchte Wehmeyer jedoch noch warten, bis ein Nachnutzer gefunden wurde. „Wenn ich wüsste, wer reinkommt, könnte ich auf Wünsche noch genauer eingehen“, erklärt er. Noch sei es möglich, Kabel und Leitungen im Boden zu verlegen. Wenn dieser erst fertig ist, würde das deutlich aufwendiger. „Wir haben eine Baugenehmigung, damit wir dort sowohl Verkaufsräume als auch eine Versammlungsstätte schaffen können.“

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Für die etwa 130 Quadratmeter große Gaststätte wäre eine Nutzung als Bistro optimal, findet Wehmeyer. Die Räume darüber könnten als Quartier für einen Hausmeister oder auch als Büroräume dienen. Doch noch sei nicht klar, wie das Gebäude in Zukunft genutzt werden soll. Zwar seien schon einige Personen mit guten Ideen an ihn herangetreten, erzählt Wehmeyer, doch noch sei nichts entschieden. „Meine Hoffnung ist, dass wir etwas Besonderes reinbringen.“ Schon vor Beginn der Arbeiten erklärte er, das Gebäude nicht nur für sich, sondern für den ganzen Ort erhalten zu wollen. Besonders reizvoll wäre es für Wehmeyer, wenn ein Bauernmarkt, gerne auch mit einem kleinen Bistro nebenan, in das alte Gebäude einziehen würde. „Aber dafür muss man halt einen Nutzer finden.“ Auf jeden Fall sollte die Form der Nachnutzung dem Gebäude schon angemessen sein, meint Wehmeyer.

Zwar stehe das Haus nicht unter Denkmalschutz, „aber das spielt für mich keine Rolle“, erklärt der Bauingenieur: „Dafür haben wir auch einen Namen, da werde ich es mit meinen Objekten erst recht so machen.“ Dazu gehört auch, dass die drei alten Linden nicht einfach radikal zurückgeschnitten, sondern von einem Fachmann bearbeitet wurden, so, dass sie eine Chance haben, das Gebäude weiterhin zu zieren. Nicht unbedingt verziert wurde das Grundstück in der Vergangenheit durch Mülltouristen, die Bauschutt oder Elektroschrott abluden. „Ich war kurz davor, eine Kamera zu installieren“, meint Wehmeyer verärgert. Doch das werde jetzt, wo die Bauarbeiten vorerst beendet sind, hoffentlich nicht mehr nötig sein.



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