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Tonfilmgeräte für Schulen wurden angeschafft – um Stummfilme zu zeigen

Als von „digital“ noch keine Rede war

Landkreis (ll). Wie sich die Zeiten doch ändern: Vor 50 Jahren dachte noch niemand an die sogenannte digitale Revolution. Während uns heute Lieder, Filme und Bücher in Form von Daten aus dem Computer vorliegen, verkündete der Landkreis im Jahr 1961 stolz: Die Kreisbildstelle hat das 25. Tonfilmgerät anschaffen können.

veröffentlicht am 17.10.2011 um 00:00 Uhr

Unsere Zeitung berichtete am 20. Oktober 1961 über dieses Ereignis. Die Bürgerknabenschule in Stadthagen hatte zum damaligen Zeitpunkt ein neues Tonfilmgerät erhalten. Es sollte vor allem in Unterricht und für die „allgemeine Informationsarbeit“ verwendet werden, wie es hieß. So weit wie mit den Projektionsgeräten war man im Hinblick auf die Lehr- und Dokumentarfilme – heute würden wir wohl „Software“ sagen – allerdings noch nicht. Zwar gab es bereits 131 Filme für die neuen Gebiete im gesamten Landkreis, das Gros der für den Unterricht benötigten Filme hatte aber noch gar keine Tonspur. 625 Stummfilme lagen als Material für die neuen Tonfilmgeräte bereit.

Ziel des Landkreises war es aber, so geht es aus dem Zeitungsbericht hervor, für alle sogenannten Mittelpunktschulen im Kreisgebiet ein solches Tonfilmgerät zur Verfügung zu stellen. „In Anbetracht der ständig wachsenden Bedeutung der Film- und Lichtbildarbeit in Schulen werden auch in Zukunft alle neuen Filme und Serien, soweit sie sich für die Bildungsarbeit eignen, mit Hilfe des Landkreises angeschafft“, hieß es in unserer Zeitung.

Wohl wahr: Die Arbeit mit Film- und Fotomaterial hat nicht nur in Schulen, sondern in allen gesellschaftlichen Bereichen an Bedeutung gewonnen. Kaum vorstellbar ist heute eine Lehrfilm-Schulstunde ohne Video- oder DVD-Gerät. In Wohn-, Schreib- und Kinderzimmern sind CD-ROM, MP3 und PDF gebräuchliche Begriffe.

Nicht nur die Welt von Fernsehen und Film hat sich stark verändert, auch das Zeitungmachen. Wer sich den Zeitungsbericht aus dem Jahr 1961 genauer anschaut, wird feststellen: Der Artikel ist zwar in einer Zeitungsspalte geschrieben, die Überschrift „Schon 25 Filmgeräte im Kreisgebiet“ deckt aber zwei Spalten ab. „Leser-Irreführung“ würde man heute wohl dazu sagen. Vor 50 Jahren spielte dies offenbar keine große Rolle. Nun gut, vor 50 Jahren hatten Redakteure wie Drucker auch noch einen höheren Arbeitsaufwand. Texte wurden auf der mechanischen Schreibmaschine geschrieben, im Bleisatz-Verfahren wurde der Text Buchstabe für Buchstabe, Komma für Komma auf eine Druckplatte gesetzt. Später dann eine Erleichterung: Durch die sogenannte Mettage wurden einzelne Artikel mit der Schere ausgeschnitten und zu einer druckfähigen Seite zusammengefügt.

Im Jahr 2011 hat die digitale Entwicklung eben auch nicht vor der Zeitung haltgemacht. Das moderne Verfahren heißt „Desktop-Publishing“. Die Zeitungsseite wird gänzlich am Computer erstellt, und das fertige „Blatt“ geht letztlich als Datei in die Druckerei.



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