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Kleine Rätsel Schaumburgs: Warum die Arensburg auch als Wirtschaft beliebt war

Als ein Schloss zur Raststätte wurde

Steinbergen (lsb). Zu jeder langen Reise mit dem vollgepackten und im Grunde genommen viel zu kleinen Auto gehört auch der Besuch an einer Autobahnraststätte. Für die heutigen Verhältnisse ein selbstverständliches Unterfangen, doch gab es auch eine Zeit, in der es kaum solche Anlaufstellen gab. Die an der Autobahn 2 liegende Arensburg wurde allerdings bereits in den 30er Jahren als Raststätte genutzt.

veröffentlicht am 03.09.2011 um 00:00 Uhr

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„Die ersten Anfänge, die Arensburg anderweitig zu verwenden, wurden bereits vor dem Ersten Weltkrieg gemacht“, weiß der Leiter des Rintelner Museums Eulenburg, Dr. Stefan Meyer. Als Sommer- und Kaffeewirtschaft soll sie damals genutzt worden sein. „Die oberen, als Museum eingerichteten Räume, konnten auf Wunsch besichtigt werden“, erzählt Meyer. Dafür verantwortlich gewesen sei der Kastellan der Burg, sprich der Aufsichtsbeamte des Anwesens, wenn die fürstliche Familie nicht anwesend war.

Auch nach 1918 blieb das Schloss im Besitz des Fürstenhauses und wurde ebenfalls als Gaststättenbetrieb genutzt. „Aus dieser und den folgenden Jahren stammen zahlreiche Postkarten“, so Meyer.

Wilhelm Hugo, alteingesessener Steinberger, kann sich ebenfalls noch an die Zeit erinnern, in der das Schloss zur Autobahnraststätte wurde: „Viele Leute fuhren damals die Stätte an. Allerdings waren es mehr Schaulustige als Bewohner der Region.“ Punkten können habe die Gaststätte durch gutes Essen. Außerdem soll in diesen Jahren jeden Tag ein Klavierkonzert auf der Terrasse stattgefunden haben.

Ende März 1940 verkaufte dann das Fürstenhaus die Arensburg an die Reichsautobahngesellschaft, die für den Bau am Arensburger Streckenabschnitt ein Dienstlager, in dem die Arbeiter untergebracht waren, einrichtete. „Das kostbare Interieur des Hauses wurde zur Sicherung allerdings nach Bückeburg gebracht“, erklärt Meyer.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg hatte das Schloss kaum Schaden erleiden müssen – und das trotz heftiger Kämpfe, die in diesem Bereich stattgefunden haben. „Im Jahr 1951 wurde das Gebäude dann schließlich zu einem Hotel und einer Autobahnraststätte umfunktioniert“, so Meyer.

Das Schloss blieb mit seiner mondänen Autobahnraststätte bis circa 1960 ein beliebtes Ausflugsziel der Kurgäste aus Bad Eilsen. Danach wurde die Burg durch die Bundesvermögensverwaltung an einen privaten Geschäftsmann verkauft und ist auch heute noch in Privathänden. Warum sie nicht weiterhin als Raststätte genutzt wurde, bleibt fraglich.

„Vermutlich war die etwas abseits liegende Lage der Burg Schuld“, vermutet Museumsleiter Meyer.

Hört man dies, so scheint es kaum vorstellbar, dass diese Höhenburg zu mittelalterlichen Zeiten einen der wichtigsten Fernhandelswege der Region sicherte und sogar Schauplatz für unzählige Hexenprozesse gewesen sein soll.

Zwei Jahrhunderte später ließ der schaumburg-lippische Fürst Georg Wilhelm zwischen 1816 und 1820 die von der Zeit gezeichnete und an einigen Stellen verfallene Burg sogar als Lustschloss umbauen.

Sie kennen auch kleine Rätsel Schaumburgs? Schreiben Sie uns an sz-redaktion@schaumburger-zeitung.de oder rufen Sie an unter (0 57 51) 4000-526.



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