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Warum Weihnachten trotzdem gelingen kann

Alles anders in diesem Jahr?

Haben Sie schon alle Geschenke? Jetzt gucken Sie nicht so. Exakt 40 Tage noch bis Heiligabend. Da wird man das wohl fragen dürfen. Meine Kollegin – sie titelte gerade selbst: „Alle Jahre wieder hat jetzt Pause“ – nannte mich doch tatsächlich Streber, als ich nebenbei bekannte, dass ich schon alle Geschenke habe. Präsente gibt es doch trotzdem, oder jetzt erst recht.

veröffentlicht am 14.11.2020 um 07:00 Uhr

Kerstin Hasewinkel

Autor

Ressortleiterin zur Autorenseite

Und ich bin nicht allein – eine jüngst veröffentlichte Studie belegt: Die Hälfte der Deutschen kauft ihre Geschenke vier Wochen vor Weihnachten. Immerhin 22 Prozent ziehen sogar bereits mehrere Monate vor Heiligabend los.

Meine Herren, vergessen Sie es: Dieses Jahr wird das nix mit am 24. Dezember noch eben schnell mal in die Geschäfte. Viel zu gefährlich. Obwohl: Eine bessere Ausrede gibt es wohl nicht, wenn man mit leeren Händen unter dem (hoffentlich vorhandenen) Tannenbaum (das ist die Minimalanforderung an ein friedvolles Weihnachtsfest) steht: „Das Risiko war mir zu hoch.“

Zur Ehrenrettung der Männer: Darf man der Studie glauben, geben Männer im Schnitt mehr Geld für den Partner aus: fast ein Drittel (32 Prozent) kauft ein Geschenk über 100 Euro, während lediglich 16 Prozent der Frauen diesen Betrag für den Partner im Budget haben.

Ideenmangel – das scheint für die meisten Menschen doch tatsächlich die größte Herausforderung beim Geschenkekauf zu sein. Dabei gibt es in diesem Jahr so unglaublich viele unschlagbar gute, nie da gewesene Geschenkideen: Schnutenpullis mit Motiv des Haustieres, wahlweise mit halbem Gesichtsmotiv des Partners, oder natürlich – sehr beliebt zu Weihnachten – einen selbst genähten Mund- und Nasenschutz. Die, die bislang schon erworben wurden, befinden sich ja mittlerweile in diversen Hosen- und Jackentaschen, so wie es eigentlich nur Hundebesitzer von Leckerlikrümeln und Hundekotbeuteln kennen. Deshalb empfiehlt sich jetzt auch die Maskenbox. Gibt es tatsächlich, hat irgendein findiger Hersteller schon – rechtzeitig vor dem Fest – auf den Markt geworfen.

Oder Klopapier, das könnte auch zu einem begehrten Präsent werden, auch als Mitbringsel zur Adventsfeier im natürlich ganz kleinen Rahmen – sollte es deshalb gerade wieder so schwer zu bekommen sein? Tue ich der Menschheit unrecht und in Wahrheit sind das die vielen Weihnachtsgeschenke, die jetzt schon auf Vorrat gekauft werden? Hübsch verpackt dann übergeben werden…

Weihnachtsgeschenke waren ja schon immer irgendwie ein Dokument der Zeitgeschichte. Vom selbst gesägten Spielzeug in den Nachkriegsjahren („es gab ja damals nichts“) über die heiß ersehnten Monchichis bis hin zum Starter-Kid vor der Euro-Einführung.

Alles anders, das wird wohl in diesem Jahr vor allem das Zusammensein in den Familien selbst betreffen. Kann aber auch heißen: Kein Reise-stress quer durch Deutschland, kein Zank unterm Weihnachtsbaum – etwas Abstand kann ja auch mal gut tun…

Aber manche Dinge ändern sich nie, das schafft nicht einmal eine Pandemie, und das ist auch gut so. Nehmen wir die Frage, ab wann Lebkuchen und Spekulatius erworben und – noch wichtiger – gegessen werden dürfen. Ja, schon klar, in den Supermärkten schwitzen die zu Weihnachtsmännern umgeformten Ex-Osterhasen schon seit August in den Regalen. Aber darf man sie schon kaufen? Ja, sage ich und ernte Protest. Und was, bitteschön, ist da mit carpe diem?

Vorfreude ist ja gut und schön, aber warum so viele Wochen warten auf diese Köstlichkeiten? Wenn man eins aus diesen Zeiten lernen kann, dann doch: Wer weiß schon, was morgen ist. Nun, Erdbeeren und Spargel würde ich sicher auch nicht im Winter essen wollen, aber die schmecken auch nicht annähernd so gut wie die Lebkuchenherzen und Dominosteine. Wenn wir jetzt schon auf Krakauer, Champignonpfanne und Glühwein verzichten müssen, weil die Weihnachtsmärkte ausfallen müssen, da braucht man gerade in diesem Jahr erst recht frühzeitig Zimtsterne und Vanillekipferl, schon, um die wegfallenden Kalorien aufzufüllen.

Alle Jahre wieder – geht diesmal nicht: Das traf auch die Karnevalisten, die diese Woche auch anders geplant hatten. Ausgerechnet Karneval ohne Kontakte… Übrigens: Der oberste Karnevalist in Köln ist beruflich Bestattungsunternehmer. Man muss den Humor feiern, wie er einem präsentiert wird.



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