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Vier Monate nach Bericht: Umbauarbeiten zu Affenhaus haben begonnen

Affenbunker fast fertig

Sachsenhagen. Nur wenige Wildtierstationen in Deutschland sind in der Lage, Affen aufzunehmen. „Der Bedarf steigt“, erklärt Claudia Dadzio, Verwaltungsmitarbeiterin der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen. So sei es kein Wunder, dass die Kapazitäten oft nicht ausreichen. Am 21. Mai berichteten wir, dass ein alter Munitionsbunker zu einem neuen Affenhaus umgebaut werden sollte. 19 200 Euro veranschlagte Stationsleiter Florian Brandes damals für den Umbau zum „Affenbunker“, das Projekt sollte komplett durch Spenden finanziert werden. Seit Juni finden nun die Umbauarbeiten statt.

veröffentlicht am 18.09.2013 um 00:00 Uhr

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Autor:

von Jakob Gokl

Nach damaliger Planung sollte das neue Primatengehege insgesamt 140 Quadratmeter beinhalten und Platz für zwei Affengruppen mit maximal zehn Tieren schaffen. 60 Quadratmeter sollte der alte Munitionsbunker und zusätzlich 80 Quadratmeter das Außengehege bieten. Dafür musste auch die mehr als einen Meter dicke Außenwand des Bunkers durchbrochen werden.

Der Durchbruch sei bereits abgeschlossen, erklärt Dadzio. Momentan werden die Gehege errichtet, danach sollen die Käfige aufgestellt werden. Diese werden miteinander verbunden sein, können allerdings auch abgetrennt werden. Das ist laut Dadzio vor allem dann notwendig, wenn neue Affen in das Gehege kommen. Diese müssten anfangs erst aneinander gewöhnt werden. „Sonst können sie sich gegenseitig verletzen“, erklärt die Mitarbeiterin. Im Moment halten sich einige Affen in der Wildtierstation auf. Wie viele genau weiß Dadzio nicht. Darunter befinden sich Berberaffen, Weißbüschelaffen und auch eine Lemurenart aus Madagaskar, erklärt sie.

In die Wildtierstation kommen diese überwiegend, nachdem sie von den zuständigen Behörden beschlagnahmt wurden. „Der Bedarf steigt, wir müssen immer mehr aufnehmen“, erklärt Dadzio. Nicht nur aus Niedersachsen, sondern aus dem gesamten Bundesgebiet werden immer wieder Primaten nach Sachsenhagen gebracht.

Im Mai wurden noch Spenden gesammelt, heute wird gebaut, Anfang des Winters soll es fertig sein. jak

Manche Affen müssten bei Privatleuten oder im Zirkus unter katastrophalen Bedingungen leben, könnten aber teilweise nicht beschlagnahmt werden, weil die Unterbringungsmöglichkeiten fehlen, so beschrieb der Spendenaufruf der Wildtierstation die Situation. Er zeigte Wirkung. Dank zahlreicher kleiner und einer Großspende konnte das Affenhaus jetzt realisiert werden, freut sich Dadzio.

Die Wildtierstation soll für die Tiere nie eine Endstation darstellen, stellt sie klar. Die Primaten finden in Sachsenhagen eine vorläufige Heimat, werden gepflegt, verwahrt und dann an Zoos oder Tierparks weitervermittelt. Trotzdem sollen sie in der Wildtierstation während ihres Aufenthalts möglichst gut aufgehoben sein. Aufgrund jahrelanger Erfahrung sind die Tierpfleger der Wildtierstation im Umgang mit den Tieren bereits sehr versiert, erklärt Dadzio. Derzeit müssten einige Affen in Papageienräumen leben, doch mit dem Neubau soll ihnen bald ein passender Lebensraum geboten werden.

Dort sollen die Primaten alles vorfinden, was auch in einem Zoo vorhanden sei, erklärt sie. „Sonst langweilen die Tiere sich sehr schnell und entwickeln Verhaltensstörungen“, verdeutlicht sie die Notwendigkeit. Zum Beispiel würden im Außenareal Schaukeln und andere Klettermöglichkeiten aufgebaut.

Eigentlich sollte der Ausbau des Affenhauses bereits abgeschlossen sein, doch aus baulichen Gründen hat sich die Fertigstellung verzögert. Nach der derzeitigen Planung sollen die ersten Primaten Anfang des Winters in ihr neues Zuhause im Affenbunker einziehen können.



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