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Ehrung für die Dewezet in Bonn

„Lesestoff, der weit über den Tag hinausreicht“

Bonn/Hameln (fh). Dr. Dieter Golombek hat eine Lieblingsgeschichte in der Dewezet-Serie „Zeit-Geschichten“: die über die Schnelligkeit von Behörden. Die Redaktion hatte per Mail einfache Test-Anfragen gestellt und berichtet, wie lange die Antworten der Beamten auf sich warten ließen. Prompte Antworten gab es wenige, am Ende aber Lob vom Jury-Vorsitzenden des Deutschen Lokaljournalistenpreises und – für die Serie als Ganzes – die gestern verliehenene Auszeichung.

veröffentlicht am 02.10.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 23.05.2017 um 13:10 Uhr

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Das „große und abstrakte Thema“ Zeit scheine „wenig Berührungspunkte mit dem alltäglichen Lokaljournalismus zu haben“, begründete die Jury ihre Entscheidung. Aber dieser Eindruck täusche. „Ohne Frage hat das große Thema ,Zeit‘ eine lokale Dimension. Man muss sie nur entdecken. Die Redaktion demonstriert, wie es geht – mit über 90 Beispielen und liefert Lesestoff, der weit über den Tag hinausreicht.“ In ehrwürdigem Rahmen – unter dem Bundesadler im ehemaligen Plenarsaal des Bundestages in Bonn – gab es dafür gestern den Sonderpreis in der Kategorie „Alltag“.

Dewezet-Chefrakteur Frank Werner freute sich über den Preis für „eine der besten und umfangreichsten Serien, die die Dewezet je gemacht hat“, sagte er. „Es handelt sich um ein echtes Gemeinschaftsprojekt der gesamten Redaktion.“ Gemeinsam mit der stellvertretenden Lokalchefin Kerstin Hasewinkel nahm Werner den Preis von Hans-Gert Pöttering, Vorsitzender der Adenauer-Stiftung und ehemaliger Präsident des Europa-Parlaments, entgegen.

Zuvor war Grundsätzliches und – erfreulich oft – Bestätigendes zu hören: „Es war in der Vergangenheit in den meisten Redaktionen nicht üblich, die Zeitung vom Leser her zu denken. Heute ist es unmöglich, das nicht zu tun“, hatte Pöttering zuvor in seiner Ansprache gesagt. Die Festrede hielt Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). Er plädierte dafür, Schnelligkeit nicht über Gründlichkeit und Unterhaltung nicht über Information zu stellen. Mit 50 Millionen Deutschen, die regelmäßig eine Zeitung lesen, habe das Medium zwar einerseits die größte Reichweite aller Zeiten. Zugleich gebe es aber einen Strukturwandel, der vom Internet bestimmt werde.

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Der Deutsche Lokaljournalistenpreis genießt hohe Reputation. Für Lars Haider, Chefredakteur des Hamburger Abendblattes, ist er der wichtigste Zeitungspreis des Landes. Weil er „die ganze Branche in Bewegung” hält, nicht nur den einzelnen Schreiber anspreche, sondern ganze Redaktionen, Blattmacher ebenso wie Ressortleiter und Chefredakteure.

Und die Deister- und Weserzeitung? Sie bleibt seit der nun ausgezeichneten Zeit- Serie dran an den „großen und abstrakten“ Themen und ihrer lokalen Dimension. Die Serie „Zum Glück!“ erntete im vergangenen Frühling viel positive Resonanz. Im kommenden Monat geht es nun um den „Tod – das letzte Tabu“.

Die Dewezet-Serie als Buch: „Zeit-Geschichten – Der Takt unseres Lebens“, CW Niemeyer Buchverlage.

Die Preisträger des Deutschen Lokaljournalistenpreises im Bonner Plenarsaal.Foto: pr

Leser Frank Neubert schickte dieses Bild zur Dewezet-Serie „Zeit-Geschichten“.



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