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Zum Kaputtlachen: Martin Zingsheims neues Programm

Wie wär‘s mit Hape Kerkeling als James Bond – in Köln?

HESSISCH OLDENDORF. Was ist in Zeiten von Corona und Klimawandel normal und was nicht? Martin Zingsheim, Befürworter der 4G+ Regel (gegendert in weiblicher Sprachform) deckt bei der Uraufführung seines Programms „Normal ist das nicht“ manch Unnormales im alltäglichen Wahnsinn auf.

veröffentlicht am 08.11.2021 um 07:00 Uhr

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Reporterin

Einen Flug damit zu rechtfertigen, dass durch die eigene Buchung die Zahl der anderen Fluggäste reduziert wird? Dass ein Kind mit Maske im Wasser schwimmt?! Im Wohnmobil in Urlaub zu fahren und veganes Grillgut ins Chemieklo zu kacken?! Ist das normal? Martin Zingsheim deckt auf und hinterfragt.

„Corona wurde von drei Frauen erfunden, einer Virologin, einer Pharmareferentin und einer Toilettenfrau, um Männer weltweit dazu zu bringen, sich die Hände zu waschen“, gibt der Kabarettist und Musiker preis. Somit müssen sich Verschwörungstheoretiker nicht weiter bemühen. Zingsheim philosophiert über das Desinfizieren und springt dann, ohne hängen zu bleiben, zu „Inkompetenzkompensationskompetenz“ und „Ambiguitätstoleranz“ über – also, normal ist das nicht! Das schnelle Gedankenkarussell nach langer Kulturpause macht fast schwindelig. Also hält er zum Atemholen mit kleinen Alltagsgeschichten wie dem Apotheken-Einkauf „für andere“ den Spiegel vor. Er erzählt vom Gesichtsausdruck-Studieren des Gegenübers, wenn er gefragt nach der Handynummer „5“ angibt oder beim Abholen aus der Kita sagt: „Heute hätte ich gerne mal ein anderes Kind.“ Die Fantasie arbeitet mit, ein kaum enden wollendes Lachen macht sich in den Reihen breit.

Zurück geht’s zu Corona, dem „Wir - und wer sind dann die anderen?“, zum „Schon geimpft?“-Gruß, zu Homeschooling und der sich vergrößernden Schere zwischen Arm und Reich. Für den Kölner Künstler ist Corona „vielleicht ein schmerzhafter Heilungsprozess in eine solidarischere, inklusive Zukunft.“ Den wahren Helden dieser Pandemie, allen voran den Müttern widmet der vierfache Vater einen Song und schiebt das „testosteronhaltigste Lied des Planeten“ hinterher: „Ich mach das schon“, in dem er bluesig den latenten Größenwahn von (überforderten) Männern beschreibt.

Klimawandel („gib mir zwei Wochen“), Nachhaltigkeit („Bad Münstereifel erhält drei Windräder als Kathedralen der Nachhaltigkeit“), veganes Essen, unverpackt, glutenunverträglich, mit Spuren von Nüssen – alles drin im neuen Programm. Dann lenkt Zingsheim den Blick auf die Kinowelt Hollywoods, lädt zur musikalischen Reise durch New York ein, inklusive Verfolgungsjagd und Rückblenden – gekonnt, mitreißend und witzig! Sein Rat: „Werdet regionaler, dreht James Bond in Köln mit Hape Kerkeling oder Horst Schlämmer!“

Angezettelt von Hermann Faust, übernommen vom Culturverein, ist Martin Zingsheim zum sechsten Mal zu Gast im Kultourismusforum – diesmal in Begleitung von Martin Weber (Geige, Gitarre) und Claus Schulte (Jazz Drums). Das virtuose Zusammenspiel der drei Musiker, das diverse Musikgenres und Gefühlslagen bedient und dem einen oder anderen fantastischen Solo Raum lässt, macht Spaß – Akteuren wie Zuhörenden, die lang anhaltenden Applaus spenden. „Ihr seid die ersten Menschen weltweit, die sich das anhören müssen“, kommentiert Zingsheim die Vorpremiere seines neuen Programms, dessen Premiere am 11. November in Köln erfolgt.



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