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Igel, Schildkröte und der Lügen-Baron

Münchhausenpforte ziert den Eingang zum Skulpturenpark

HESSISCH OLDENDORF. Stillstand ist für die Hessisch Oldendorfer Künstlerin Gisela Mewes keine Option. „Ganz im Gegenteil“, betont sie. Schon immer hätten sie und ihr Lebensgefährte Werner Braun sich darüber Gedanken gemacht, wie der Eingang zum Skulpturenpark optisch aufzupeppen sei.

veröffentlicht am 28.09.2021 um 11:00 Uhr

bohrer1

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Reporter

Jetzt ziert das Grundstück nach monatelanger Entwurfsarbeit und anschließender Ausführung eine Pforte. Allerdings nicht irgendeine Pforte, sondern eben in den Dimensionen angelegt, die auch die anderen Arbeiten von Gisela Mewes kennzeichnen.

Was allerdings beim Betrachten etwas irritiert, sind die drei Figuren in luftiger Höhe. Ein Igel und eine Schildkröte flankieren eine der bekanntesten historischen Persönlichkeiten des Weserberglandes – den Baron von Münchhausen bei seinem legendären Ritt auf der Kanonenkugel. Der allerdings kam bekanntlich aus Bodenwerder. Hessisch Oldendorf selbst hat mit dem Baxmann seine eigene Sagengestalt. Doch Gisela Mewes und Werner Braun winken augenzwinkernd ab. „Natürlich befinden wir uns hier nicht in Bodenwerder, aber was viele vergessen – auch Hessisch Oldendorf hat seine Münchhausen-Attraktionen.“

Da wäre zunächst das Schloss mit dazugehörigem Park, welches sich namensgebend auf den bekannten Baron bezieht. Und natürlich nicht zu vergessen der Münchhausenring, der vom Skulpturenpark nur durch die Löhner Bahnlinie getrennt ist. „Aus diesem Grund haben wir eben den Münchhausen als Namenspatron für die Pforte gewählt und nicht den Baxmann“, sagt Werner Braun.

Werner Braun als ausführender Architekt und Statiker und Künstlerin Gisela Mewes. Foto: boh

Als Statiker zeichnet er für die Ausführung des Kunstwerkes verantwortlich. Die Pforte ist weit über drei Meter hoch und etwa vier Meter breit. Auf dem Querbalken thronen die drei Figuren. Warum aber der Baron von Schildkröte und Igel umrahmt wird, erschließt sich nicht sofort. „Das sind quasi unsere beiden Wappen“, erklären Gisela Mewes und ihr Lebensgefährte übereinstimmend. Wobei „Wappen“ eine starke Untertreibung ist, vielmehr steht bei den beiden Figuren die Symbolkraft im Vordergrund: Der Igel symbolisisert als Krafttier im geistigen Bereich tiefe Problemreflexion und verliert auch bei Gefahr niemals die Ruhe. Die Schildkröte wiederum steht für Erdung, Beständigkeit und nicht nachlassende schöpferische Kreativität. Mit Blick auf das Gesamtkonzept „Skulpturenpark“ sowie Gisela Mewes künstlerische Ambitionen und Werner Braun als ausführenden Architekten und Statiker durchaus treffend gewählt.



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