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Furcht vor einer langen und schwierigen Ernte treibt sie um

Landwirte warten auf gutes Wetter

FUHLEN / HESSISCH OLDENDORF / TÜNDERN. Die Landwirte im Weserbergland sind in diesem Jahr zögerlich bei der Ernte. Zum Abtrocknen und Reifen des Korns ist eine längere Trockenphase nötig. Und die ist derzeit nicht in Sicht.

veröffentlicht am 01.08.2021 um 09:00 Uhr

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Ist der Mai kühl und nass, füllt es dem Bauern Scheune und Fass, so lautet die alte Bauernregel. Bei der Gerste stimmt dies in diesem Jahr nicht ganz, wie Landwirt Jens Gliesmann aus Fuhlen sagt. „Die Gerstenernte ist nicht berauschend, dabei sahen die Bestände gut aus, man hat mit einer Rekordernte gerechnet.“ Kreislandwirt Karl-Friedrich Meyer hadert wie seine Berufskollegen mit dem Wetter und wünscht sich einige beständige Sonnentage. Inzwischen ist die Gerste eingefahren, Weizen und Raps werden gedroschen. Niederschläge zwingen aber, immer wieder den Mähdrescher abzustellen.

So ist es in diesem Jahr bundesweit seit Erntebeginn Anfang Juli. Zum Abtrocknen und Reifen des Korns ist eine längere Trockenphase nötig. Und die ist derzeit nicht in Sicht. Setzt sich das regnerische Wetter fort, befürchten Landwirte eine lange und schwierige Ernte. Die Erträge bei der Gerste sind mit sieben Tonnen pro Hektar zufriedenstellend. Jedoch sorgt die Qualität nicht nur bei Gliesmann für Ernüchterung. „Kleine Körner und damit insgesamt weniger Masse.“ Viele Bauern sprechen von leichten Hektoliter-Gewichten bei der Gerste.

Die wogenden Weizenfelder machen indes einen guten Eindruck. Auch wenn hier und da Regen und Sturm einige Lagerstellen verursachten. Nun wird es darauf ankommen, dass das Wetter mitspielt. Doch auch jetzt schon ist von „unterschiedlichen Erträgen“ die Rede. „Die Hitzewoche im Juni hat dem Weizen geschadet“, erklärt Kreislandwirt Meyer. Die Landwirte in Hessisch Oldendorf wie Gliesmann und im gesamten Landkreis Hameln-Pyrmont „warten auf Wetter“, wie es der Fuhlener betont.

Wird es warm und trocken, stimmt die Qualität. Bei Feuchtigkeit wird der Weizen an Backqualität verlieren. Liegt meist die Weizenernte hinter der Rapsernte, ist es in diesem Sommer anders: Raps- und Weizenfelder sind im Weserbergland gleichzeitig reif. Bei der Ölfrucht ist eine gute Ernte im Gang. Von „über 40 Doppelzentnern pro Hektar“ spricht Kreislandwirt Meyer, der in Tündern seinen Hof bewirtschaftet. Damit würde der Ertrag über vier Doppelzentner je Hektar über dem Vorjahr liegen. Überhaupt bauen die Landwirte in Niedersachsen verstärkt Raps an. Die Anbaufläche hat sich im Vergleich zum Vorjahr um fast 7000 Hektar auf fast 85 000 Hektar erhöht. Die stark angezogenen Notierungen an der Börse haben viele Landwirte veranlasst, Vorkontrakte abzuschließen. „Nun müssen sie dies aber auch ernten“, sagt der Kreislandwirt.



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