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Cramer wirft hin

Jägerschaft ohne Vorsitzenden

HAMELN-PYRMONT. Nach der Jahreshauptversammlung der Jägerschaft, die alles andere als normal verlief und mit einem klaren Vertrauensvotum für Kreisjägermeister Jürgen Ziegler endete, ist der Vorstand der Kreisjägerschaft nun doch sofort zurückgetreten.

veröffentlicht am 07.09.2021 um 07:00 Uhr

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Reporter

Der Plan des Vorsitzenden der Kreisjägerschaft, Burkhard Cramer, den Kreisjägermeister nicht nur in der Landesjägerschaft kaltzustellen, ist auf Kreisebene gescheitert. Außer Cramer haben sich die drei anderen Vorstandsmitglieder jedoch dazu entschieden, das trudelnde Schiff nicht zu verlassen, bis zu Neuwahlen kommissarisch weiterzumachen und zu versuchen, nun gemeinsam mit Ziegler „das Boot wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen“.

Zur Vorgeschichte: Der Versuch des Vorsitzenden der Kreisjägerschaft und einiger Gefolgsleute, den Kreisjägermeister zu stürzen, scheiterte. Von 152 Mitgliedern sprachen 99 Ziegler ihr Vertrauen aus. Der sofort nach dem Wahlgang aus der Versammlung gestellten Forderung nach Rücktritt des Kreisvorstandes kam der Vorsitzende, Burkhard Cramer, nach. Er wollte aber noch bis zur nächsten Jahresversammlung die Geschäfte führen, da die Tagesordnung keine Neuwahl des Vorstandes vorsah. Die Ereignisse überschlugen sich.

Tags darauf überlegte er es sich allerdings anders und gab seinen sofortigen Rücktritt bekannt, da seine Mitstreiter im Vorstand seine Verfahrensweise vor und in der Jahresversammlung anprangerten und ihm die Gefolgschaft verweigerten. „Da war Fremdschämen angesagt“, kommentierte sein Stellvertreter Joachim Grimme. Noch vor Cramer erklärten Schatzmeister, Dr. André Brüggemann, der Schriftführer, Sebastian Beermann, sowie der stellvertretende Vorsitzende, Joachim Grimme, ihre Rücktritte.

Alle drei ließen den Verband mit seinen über tausend Mitgliedern jedoch nicht im Stich. Sie erklärten, „die Geschäfte in Zusammenarbeit mit dem amtierenden Kreisjägermeister, Jürgen Ziegler, kommissarisch bis zu einer Neuwahl des Vorstandes weiterzuführen“. Ja noch mehr, wie Grimme persönlich ergänzte: „Wir werden uns zusammenraufen und nach vorn schauen.“

Und weiter heißt es in der Presseerklärung: „Planungen für eine außerordentliche Mitgliederversammlung mit dem Zweck der Neuwahl des Vorstandes befinden sich in Arbeit. Sofern die Rahmenbedingungen es zulassen, wird die Versammlung noch in diesem Jahr stattfinden.“ Einen Termin gebe es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Für die Veranstaltung komme wegen der hohen Zahl der Waidgesellen, die daran teilnehmen wollen, nur die Hamelner Rattenfängerhalle in Frage. Dort lägen allerdings schon viele Buchungen vor.

Vom Rücktritt des Vorsitzenden und der kommissarischen Weiterarbeit der Vorstandsmitglieder Grimme, Beermann und Dr. Brüggemann „ist das operative Geschäft und sind die Obleute nicht betroffen“, wie Grimme betonte. Carsten Kinzer leitet weiter den Schießbereich, Friedhelm Blickwedel die Bläsergruppe, Benjamin Kern die Hundearbeit und Miriam Uthe ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Um den Einsatz des Infomobils kümmert sich Michael Kocea und Werner Piszowotzki um die Ausbildung der Jungjäger.

Auch die Arbeit mit den beiden von der Jägerschaft angeschafften Drohnen geht weiter. Diese hätten bei der Rettung von Kitzen sehr geholfen. Über 20 kleine Rehe konnten vor dem Mähen der Wiesen in Sicherheit gebracht werden. Auf Eis gelegt hat der kommissarische Vorstand indes die Planung für die Nutzung des Schießstandes in Großenwieden. „Wir wollen nicht vorgreifen, das ist eine Aufgabe für den neuen Vorstand“, sagte Grimme.



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