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Erster Nachwuchs in Ökologischer Nabu-Station

Hilfe für vom Aussterben bedrohte Amphibien

HESSISCH OLDENDORF. In den artgerecht gestalteten Außenterrarien der Ökologischen Nabu-Station Oberes Wesertal am Hessisch Oldendorfer Horstweg sind Geburtshelferkröten, Gelbbauchunken und Kreuzkröten eingezogen.

veröffentlicht am 15.08.2021 um 13:00 Uhr

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Reporter

Ihre Nachzucht wird im Haus daneben hochgepäppelt und aufgezogen mit dem Ziel, die vom Aussterben bedrohten Amphibien-Arten in wiederhergerichteten ursprünglichen und neuen Lebensräumen auszusetzen. Diese befinden sich in den Kreisen Hameln-Pyrmont, Schaumburg, im Harz, in Nordrhein-Westfalen oder Thüringen.

Oliver Nacke, Vorsitzender des Nabu-Kreisverbandes und Eigentümer des ehemaligen Berliner Schullandheims oberhalb des Horstweges, sieht mit großer Freude, was bereits erreicht wurde. Kaum ein Jahr ist es her, seit die Vertreter der Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise Hameln-Pyrmont, Holzminden, Schaumburg und der Stadt Hameln mit den Mitgliedern des Nabu eine Kooperationsvereinbarung geschlossen haben.

Die Ökologische Nabu-Station Oberes Wesertal unterstützt seitdem die Landkreise und die Stadt Hameln bei der Vor-Ort-Betreuung von Amphibien. Heißt: Es werden Lebensräume für die bedrohten Arten geschaffen und diese gepflegt.

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Die erste Nachzucht ist da: kleine Kreuzkröten. Foto: PJ

Dazu muss man wissen, dass Geburtshelferkröten, Gelbbauchunken und Kreuzkröten unterschiedliche Ansprüche an ihre Lebensräume stellen, alle drei Arten aber offene, besonnte und wenig bewachsene Flächen mit mehr oder weniger Wasser sowie geeignete Versteckmöglichkeiten brauchen.

Dr. Mirjam Nadjafzadeh, Leiterin der Ökologischen Nabu-Station in Hessisch Oldendorf, setzt bei ihrer Arbeit auf die Unterstützung der Universität in Leipzig. Dort führen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler genetische Untersuchungen durch, um herauszufinden, welcher Amphibienstamm wohin bei der Wiederaussiedlung am besten passt.

Die ersten Gelbbauchunken, Geburtshelferkröten und Kreuzkröten sind aus dem Stadium der Kaulquappen heraus und fühlen sich in ihren nun sandigen Umgebungen sichtlich wohl, wenn auch immer auf der Suche nach einem entsprechenden Unterschlupf.

Bundesfreiwilligendienst: Nachfolger oder Nachfolgerin gesucht

Darum, dass es allen Tieren gut geht, kümmert sich in der Station auch Marlin Schöpe. Sie ist vor einem Jahr im Rahmen eines Bundesfreiwilligendienstes „hereingerutscht in das Beste, was passieren konnte“. Nach einer Zeit des Lernens und Übens kümmert sie sich mit um die Tiere, arbeitet bei der Herrichtung der Habitate mit und hilft, wenn es praktische körperliche Arbeit zu verrichten gilt, um irgendwo einen geeigneten Lebensraum herzurichten.

Sie schwärmt von der gemeinsamen Arbeit, dem Team am Horstweg und bedauert, dass ihr Jahr nun um ist. „Nach dem Abitur wollte ich eine Findungsphase, wollte etwas Praktisches machen, raus aus der Theorie. Durch Corona bin ich eher hier reingerutscht. Ich habe gesehen, das ist ein interessantes Projekt, das wollte ich auf jeden Fall machen. Es hat mir viel gebracht und ich komme gern zu Besuch hierher zurück“, betont sie, die schon bald ihr Logopädie-Studium beginnen wird. Mit dem Ausscheiden von Marlin Schöpe tut sich für Dr. Nadjafzadeh und Oliver Nacke „ein großes Problem auf, denn wir brauchen dringend eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger“.

Die Ökologische Nabu-Station wächst übrigens auch, was die Gebäude betrifft. Längst ist es im Verwaltungs- und Schulungsgebäude zu klein geworden. In den Räumen stehen Aquarium neben Aquarium, Terrarium neben Terrarium, es wird an Computern und Schreibtischen gearbeitet. Oliver Nacke hat ein neues Holzhaus errichten lassen, in das die Amphibien umziehen sollen. Schließlich sollen, sobald Corona es zulässt, auch wieder Veranstaltungen in der Nabu-Station angeboten werden.



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