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Backfest lockt mit Brot und Kuchen

25 Jahre Backhaus in Bensen

BENSEN. In diesem Jahr findet in Bensen erneut das schon traditionelle Backfest statt. Vor 25 Jahren wurden dort das erste Mal Brot, Kuchen und Pizza gebacken. Nun wird das Backhaus am Samstag, 26. August, wieder angeheizt.

veröffentlicht am 20.07.2017 um 14:35 Uhr
aktualisiert am 20.07.2017 um 15:30 Uhr

Das Anheizen geschieht bereits in der Nacht vom 25. auf den 26. August. Gegen Mittag werden die Kuchenbleche in den Ofen geschoben; ab 15 Uhr kann der Kuchen verzehrt werden.

Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft, Friedrich Koch, werden die Benser Chöre Lieder zu Gehör bringen. Ab 18 Uhr gibt es Pizza aus dem Backofen – alles zu d günstigen Preisen. Ab 20 Uhr kann getanzt werden, dann unterhält die Liveband „FaltenRock“ aus Hameln mit Oldies – aber auch neuen Titeln.

Das heutige Backhaus wurde um 1900 – vor über 100 Jahren – erbaut. 1925 wurde es von dem damaligen unbekannten Standort abgebaut und hinter dem „neuen Viehstall“ wieder errichtet.

Wie an den alten Fachwerkbalken zu erkennen war, sind die Holzbalken vor der Verwendung als Backhaus in einem anderen Gebäude – das vor dem Jahr 1900 abgerissen wurde – verbaut gewesen.

Bis 1930 wurden vom Hofbesitzer in diesem Backhaus Brot und Kuchen für den Eigenbedarf gebacken. Danach wurde der Raum als Geräteschuppen sowie später als Hühnerstall genutzt. Im Laufe der Jahre verfiel er.

Nach einer positiven Entscheidung im Vorstand der Dorfgemeinschaft und der Genehmigung der Eigentümer wurde das Backhaus im Frühjahr 1989 abgebaut.

An zwei Samstagen wurden die Backsteine aus dem Fachwerkfächern herausgenommen, gesäubert und am heutigen Standort eingelagert. Die Fachwerkwände wurden so zerlegt, dass zwei komplette Außenwände und eine Giebelwand mit dem Traktor und Anhänger zu der benachbarten Hofstelle Friedel Mork gebracht wurden. Dort wurden sie unter einem offenen Schuppen trocken eingelagert.

Nachdem Vorstandsmitglied Wilhelm Diekmann am 15. September 1989 die Bauzeichnung erstellt hatte, beantragte der Vorstand unter seinem Vorsitzenden August Meier am 1. Oktober 1989 die Baugenehmigung. Sie wurde am 29. Juni 1990 erteilt. Eine Schätzung der Baukosten ergab 40 000 Mark. Zuschüsse wurden beim Landkreis Hameln Pyrmont, der Stadt Hessisch Oldendorf und der Stiftung der Stadtsparkasse Hessisch Oldendorf beantragt. Das Defizit wurde teilweise gespendet sowie in Eigenleistung erbracht. Die Eigenleistung betrug mehrere 100 Stunden.

Die Betonplatte wurde am 5. Juni 1991 vom Baugeschäft Bergmann (Inhaber: Maurermeister Dieter Kutzner) gegossen, um anschließend die Sandsteinkante zu setzen.

Mit Hilfe eines Traktorfrontladers und einigen fleißigen Mitgliedern der Dorfgemeinschaft wurden die Fachwerkwände am 14. August 1991 auf die Grundmauern gestellt und mit neuen Holznägeln zusammengebaut.

Das Backofengewölbe und der Schornstein konnten nicht originalgetreu wieder aufgebaut werden, da die Gewölbehöhe nicht mehr zu ermitteln war. Klaus Bönsch hatte aus seiner Erfahrung als gelernter Ofenbauer die Gewölbehöhe festgelegt. Die Rauchzüge wurden von der hinteren Ofenwand her so verlegt, dass beim Öffnen der Ofenklappe kein Feuer und Rauch nach vorn austritt.

Der Schornstein wurde mit Plewarohr gemauert. Dieses musste gemacht werden, da ein Ziegelschornstein auf dem Rauchzug zu schwer geworden wäre. Das Plewarohr wurde mit Mineralwolle gedämmt und mit Drahtgeflecht eingebunden. Anschließend wurde der Schornstein geputzt.

Nach Einbau der Ofenklappe, die von der ehemaligen Bäckerei Gebhardt aus Hessisch Oldendorf stammt, wurde der Ofen am 23. Oktober 1991 erstmals geheizt. Ziel war es, beim „Probeheizen“ festzustellen, ob der Rauch auch richtig abzieht. Das Ergebnis: Alles war bester Ordnung, der Rauch ist – wie geplant – abgezogen.

Am Samstag, dem 2. November 1991, wurde unter Leitung des Dachdeckermeisters Horst Ehrhardt das Dach des Backhauses eingedeckt. Danach wurde das Backhaus „winterfest“ gemacht.

Im Frühjahr 1992 wurden die Restarbeiten vorgenommen. Hierzu gehörte die Pflasterung der Fläche zwischen Backhaus und Blockhütte.

Mit der Errichtung des Backhauses hat die Dorfgemeinschaft altes Brauchtum im Dorf auch für die Zukunft mit neuem Leben versehen.

Seit der Einweihung wurde jedes Jahr am letzten Samstag im August der Backofen angeheizt. Auf die Brote, den Zucker- und Streuselkuchen freuen sich viele Besucher beim Backfest. In den letzten Jahren war die Pizza aus dem Backofen am Abend ein echter Renner. red



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