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Hamelner Rallye-Team macht sich auf den Weg vom Allgäu in den Orient / Der Sieger bekommt ein Kamel

Zwölf Räder für zwei Höcker

Hameln. Von einem „Abenteuer“ ist bei manchem schon die Rede, wenn es um den Campingurlaub in Spanien geht. Wenn Christoph Behnsen und seine fünf Teamgefährten von ihrem großen Abenteuer sprechen, hat das eine andere Qualität: Im Mai wollen sie sich auf den Weg machen – vom Allgäu in den Orient, konkret: von Oberstaufen in die jordanische Hauptstadt Amman. Als Team starten sie bei der Allgäu-Orient-Rallye 2015. Und warum? „Wir sind alle Leute, die gerne reisen“, sagt der 28-jährige Hamelner Behnsen. Und natürlich: „Für den guten Zweck.“ Ganz besonders aber aus einem Grund: „Abenteuerlust.“

veröffentlicht am 09.10.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:05 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Denn nun sind 6666 Kilometer durch Europa und Asien ohnehin kein Pappenstiel. Zu einer besonders abenteuerlichen Tour machen die Rallye jedoch ihre Spielregeln: Nicht mehr als 1111,11 Euro darf jedes Rennauto laut Reglement kosten. Übernachten dürfen die Fahrer nur in Zelten, im Auto oder in Unterkünften, die im Schnitt nicht mehr als 11,11 Euro pro Nacht und Person kosten. Navis sind auf dem Weg nach Amman natürlich tabu – aber das sei schließlich „Rallyefahrer-Ehrenkodex“, sagt Behnsen. Autobahnen allerdings ebenfalls. Der Lohn für die Mühen: Der Sieger erhält als Hauptpreis ein echtes Kamel.

Mit dem 28-jährigen Juristen Behnsen gehen noch zwei weitere Hamelner auf die Reise: Ruben Förstmann, ebenfalls 28, ist Ingenieur mit dem Schwerpunkt Fahrzeugtechnik und ohnehin „Autonarr“, wie seine Teamkollegen sagen. Seine Schwester Rabea Förstmann ist ebenfalls mit von der Partie. Die 27-jährige Volkswirtin wurde bereits zur Kapitänin des Teams gekürt. Als Nicht-Hamelner gehen Vera Zipperer (28) aus Köln, der 30-jährige Taubertaler Benjamin Knorr und der 28-jährige Rheinländer Johannes Wagner ins Rennen. Zusammen bilden sie die „Scuderia Cammello Populare“ – frei übersetzt also ein Rennteam auf der Jagd nach dem populären Kamel. Zwei Autos hat das Team bereits gekauft: einen Nissan Terrano II und einen Ford Maverick, das dritte wird noch gesucht. Das Motto der Hamelner: „Zwölf Räder für zwei Höcker.“

Allzu groß sind die Hoffnungen auf das Höckertier oder auch nur einen der ersten drei Plätze und einen Gratulationshandschlag vom jordanischen Kronprinzen allerdings nicht, räumt Behnsen ein. Unter den – schon wieder eine Schnapszahl – 111 Teams seien so manche „Wiederholungstäter“. Die Hamelner Neulinge nehmen es olympisch: Dabeisein ist alles.

Und überhaupt steht neben dem großen Abenteuer für die „ScuderiaCP“ der wohltätige Aspekt im Vordergrund. Gutes tun will die Rallye als Ganzes: Also bleiben sämtliche Fahrzeuge in Jordanien. Sie werden ausgeschlachtet, der Erlös geht dann an soziale Projekte. Das Kamel wird nach der Siegerehrung einer bedürftigen Beduinen-Familie geschenkt.

Zudem will das Hamelner Team aber die Flüchtlingshilfe „Dar Al Yasmin“ unterstützen, die syrischen Familien hilft, außerhalb der jordanischen Flüchtlingscamps Existenzen aufzubauen. Die sechs Rallyefahrer wollen – neben Teddybären und Nützlichem – gemeinsam mit anderen Teams einen kompletten Kinderspielplatz auf den Dächern ihrer Wagen mit nach Jordanien bringen.

Die Reise soll zudem durch gesponserte Baumpatenschaften „klimaneutral“ vonstatten gehen. Für Bäume, Teddys, Spielgeräte wie auch für Wagen, Sprit und Equipment sucht das Team nun nach Sponsoren.

Doch natürlich hat es die Route in sich: Zwar bleibt die Wahl der Strecke den Teams überlassen. Das krisengeschüttelte „Syrien“ taucht jedoch in jeder der Beispielrouten auf den Internetseiten der Rallye auf. Im vergangenen Jahr fuhren Rallyeteilnehmer nur 20 Kilometer an der nun von der IS belagerten kurdischen Stadt Kobane vorbei, sagt Behnsen. Krisengebiete würden spontan umfahren, bleibt er gelassen. Vor zwei Jahren wurde sogar das Ziel der Tour verlegt. Die Rallye endete damals im aserbaidschanischen Baku.

Im Internet: www.scuderiacp.com



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