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Bei E-Autos steht Stadt eher auf der Bremse

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Hameln. Am Montag hat Rathauschefin Susanne Lippmann stolz die beiden Elektroautos für die Abwasserbetriebe Weserbergland präsentiert (wir berichteten). „Stadt fährt klimafreundlich“, heißt es später in der Pressemitteilung der Verwaltung. Aus der Abteilung Zentrale Dienste kommen jetzt aber ganz andere Klänge. In der Antwort auf eine Anfrage der Mehrheitsgruppe zur Fahrzeugbeschaffung und Umweltfreundlichkeit der Autos ist zwar zu lesen: „Die Stadt Hameln hat ein großes Interesse daran, im Bereich der umweltschonenden Elektro- und Hybridfahrzeuge auf dem aktuellen Stand zu agieren.“ Komisch ist nur, dass darin zwischen einer Reihe von Pro-Argumenten für den Klimaschutz eine lange Liste von Gründen steht, warum die Stadt tatsächlich nicht allzu viele Elektro- oder Hybridautos im Fuhrpark hat.

veröffentlicht am 12.03.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 20:41 Uhr

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Autor:

von Julia Rau
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Die beiden neuen sind gemietet und die Leasingkosten von 359 Euro werden mit je 100 Euro monatlich gefördert. Wenn etwas gefördert wird, geht es anscheinend emissionsarm. Sobald eigenes Geld in die Hand genommen werden muss, überwiegen in dem Schreiben der Abteilung dagegen die Argumente gegen Hybrid und Strom.

Demnach geht zunächst Funktionalität vor Klimafreundlichkeit. Das leuchtet ein, denn Feuerwehrfahrzeuge gibt es nicht für die Steckdose. Was ist aber mit der Funktionalität der normalen Dienstwagen? Die Anforderungen liegen hier vor allem darin, zuverlässig zu fahren. Könnte der Dienstwagen der Oberbürgermeisterin – derzeit ein geleaster Audi – gegen einen E-Wagen getauscht werden? In der Vorlage wird die begrenzte Reichweite als Problem angeführt.

„Die meisten Dienstwagen in Hameln sehen kaum die Stadtgrenze, das ist also kein schlüssiges Argument“, meint Julia Maulhardt (Grüne), die mit der Mehrheitsgruppe die Anfrage formuliert hat. „Wir werden auf jeden Fall noch einmal genau nachfragen müssen, wie der Fuhrpark der Stadt überhaupt aufgestellt ist. Mit dieser Antwort sind wir nicht zufrieden“, sagt sie.

Statt die Kosten als K.o.-Kriterium vorzuschieben, wäre es Maulhardts Meinung nach sinnvoller, ein paar Euro draufzulegen, dafür aber als Vorbild zu fungieren und noch viel wichtiger: die eigenen Maßgaben einzuhalten. „Es gibt Luftreinhaltepläne, die die Stadt aufgestellt hat und natürlich auch einhalten sollte.“ An ihrer Vorbildfunktion liege der Stadt sehr viel, so Stadtsprecher Thomas Wahmes. Es bedürfe dennoch Tests der E-Autos. Danach werde sich herausstellen, „ob sie problemlos in Hameln zum Einsatz kommen können“. Für zwei Jahre stehen Hameln die geförderten Autos zur Verfügung. Derzeit wird ein zentrales Fahrzeugmanagement in der Verwaltung vorbereitet, das bei der Beschaffung auf einheitliche Maßstäbe achten und „besonderes Augenmerk“ auf die „weitere Entwicklung der Elektro- und Hybridfahrzeuge“ legen soll.



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