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Auch mehr Raum für Fahrräder / Bau 2019?

Zweites Parkhaus am Hamelner Bahnhof kommt

HAMELN.Der Parkdruck am Hamelner Bahnhof ist seit Jahren groß – nicht nur für Autofahrer, sondern selbst für Radler. Jetzt zeichnet sich eine große Lösung ab.

veröffentlicht am 03.06.2018 um 12:21 Uhr
aktualisiert am 03.06.2018 um 13:10 Uhr

Auf dem Gelände des alten Busdepots am Hastenbecker Weg soll im nächsten Jahr ein Parkhaus gebaut werden. Foto: Dana
Wiebke Kanz

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Wiebke  Kanz Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite
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Nägel mit Köpfen – so kann man das nennen, was Susanne Treptow nun macht: Seit Jahren prüfen die Stadtwerke, deren Chefin Treptow ist, die Forderungen für ein zweites Parkhaus am Hamelner Bahnhof, um den Parkdruck in dem Viertel zu verringern, aber auch um mehr Platz zum geordneten Abstellen von Fahrrädern und eine Kiss-and-Ride-Zone für Hinbringer und Abholer zu gewinnen. Vom Konkurrenten Westfalen Weser hat der heimische Energieversorger deshalb im vergangenen Jahr das Gelände des früheren, 7017 Quadratmeter großen Busdepots an den Gleisen am Hastenbecker Weg gekauft. Doch dann kam die eigentlich für dieses Jahr geplante tarifliche Erweiterung des Großraumverkehrs Hannover auf Hameln-Pyrmont wieder ins Stocken – und die Preissenkung der Bustickets im Landkreis ließ den Ansturm von Pendlern auf die bestehenden Parkflächen zudem etwas abebben. Zurzeit gibt es am Bahnhof 229 Stellplätze für Autos und 440 für Fahrräder. Um zu ermitteln, wie viele künftig nachgefragt werden, ob anstelle eines Parkhauses auch ein größerer Parkplatz am Hastenbecker Weg ausreichen würde, beauftragte Treptow ein Unternehmen aus Hannover mit einer Bedarfsanalyse. Das Ergebnis: Mindestens 400 Pkw-Stellplätze und 670 Fahrradstellplätze seien am Bahnhof nötig.

„So viele bauen wir auf gar keinen Fall“, das war für die Stadtwerke-Chefin schnell klar. Das nun geplante Bauvorhaben ist so viel kleiner aber nicht: 304 Pkw-Stellplätze auf vier Parketagen sollen am Hastenbecker Weg entstehen, zwei Elektrotankstellen sowie zehn Wandladestationen, sogenannte Wallboxen, inklusive. Im bestehenden Parkhaus soll eine komplette Etage in eine Fahrradparkanlage umgewandelt werden; 50 Stellplätze für Autos sollen dafür weichen, wie viele Fahrradstellplätze entstehen werden, kann laut Treptow noch nicht genau gesagt werden. Üblicherweise wird gerechnet, dass ein geparkter Pkw so viel Fläche einnimmt wie zehn Fahrräder.

„Das neue Parkhaus am Hastenbecker Weg wird vornehmlich von Dauerparkern genutzt werden, das bestehende Parkhaus steht dann vor allem für Kurzzeitparker zur Verfügung“, erklärt Susanne Treptow. Von dem Parkhaus-Bau beziehungsweise -Umbau verspreche sie sich „weniger Stickoxidbelastungen, eine Reduzierung des Suchverkehrs rund um den Bahnhof und zufriedene Kunden, da ausreichend Parkmöglichkeiten für Fahrräder und Pkw vorhanden sein wird und man nicht mehr unter Zeitdruck vor einer verschlossenen Schranke steht“.

Das Planungsbüro stellt sich eine Fassade wie die des Parkhauses am Zoo Hannover vor. Vielleicht mit Rattenfänger? Foto: pr

Für beide Bauprojekte – die Umgestaltung des bestehenden Parkhauses und den Neubau am Hastenbecker Weg – haben die Stadtwerke Fördergelder bei der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) beantragt. Diese unterstützt derartige Bauvorhaben mit bis zu 75 Prozent. Für die Fahrradparkanlage rechnen die Stadtwerke mit Aufwendungen von 270 000 Euro, das Parkhaus soll – ohne die Kosten für das Grundstück, die Außenanlagen und die Planung – rund 3,5 Millionen Euro kosten. „Wir hoffen auf eine Landeszuwendung von 75 Prozent, sodass es sich mit den Einnahmen aus den Parkentgelten um ein wirtschaftliches Vorhaben handelt“, betont Treptow.

Mit einer Entscheidung der LNVG rechnen die Stadtwerke nicht vor Jahresende, eher im ersten Quartal 2019. Dann soll der Bau laut Treptow schnell beginnen: „Am liebsten wäre mir eine Umsetzung im Jahr 2019.“

Ein Teil des alten Busdepots soll auch weiterhin von den Öffis genutzt werden können. Auf dem Grundstück bleibt Platz für etwa 25 Busse, sagt Susanne Treptow: „Es müssen im Hinblick auf den Omnibus-Knotenpunkt am Bahnhofs in kurzer Entfernung Abstellmöglichkeiten erhalten bleiben.“

Bleibt die Frage danach, wie Pendler vom neuen Parkhaus aus zum Bahnsteig kommen. Die Stadtverwaltung, mit der die Stadtwerke bei der Umgestaltung der Parkflächen eng zusammenarbeiten, wünscht sich einen direkten Zugang per Tunnel. Die Stadtwerke allerdings befürchten hohe Kosten, weil eine solche Unterführung vom Hastenbecker Weg her sehr lang wäre – und der Bau eines Tunnels zudem von der LNVG nicht gefördert würde. Die Zuwegung vom neuen Parkhaus zum Bahnhofsgebäude wurde in den Planungen deshalb noch nicht berücksichtigt. „Nach heutigem Stand müssten Pendler die bestehende Unterführung benutzen“, sagt Treptow. „Das wird noch mal ein gesondertes Thema.“



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