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Ärger über Bäume

Zweifel an Zahlen der Stadt

HAMELN. Dass ihre Angelegenheit jetzt von Hamelns Politikern behandelt und entschieden werden soll, haben Ernst Kaiser und Dr. Rainard Scheele aus der Zeitung erfahren. Wie das Ehepaar Lampe aus Tündern (wir berichteten) haben auch die beiden Nachbarn aus Wangelist ein Problem mit Bäumen – und eine andere Sicht auf die Dinge als die Verwaltung.

veröffentlicht am 23.11.2018 um 15:05 Uhr
aktualisiert am 23.11.2018 um 21:00 Uhr

Bäume spenden viel Schatten und werfen reichlich Laub ab, sie seien ohnehin an der falschen Stelle gepflanzt worden, sagen Anwohner in Wangelist. Foto: Scheele
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Die Auseinandersetzung, die bislang per Brief und Telefon ausgetragen wurde, dreht sich um zwei Amerikanische Roteichen, die in Wangelist in der sogenannten Y-Schlucht am Marienburger Weg gepflanzt wurden. Die Eheleute Kaiser und Scheele haben bei der Stadt die Fällung der beiden Bäume beantragt.

Die Roteichen wachsen besonders schnell und werden bis zu 25 Meter, manchmal sogar bis zu 35 Meter hoch. Ihre Kronen sind üppig und stellen inzwischen Kaisers Grundstück in den Schatten. Kaiser spricht von „Riesendingern“, Scheele verwendet den Begriff „Monsterbäume“, die entsprechend ihrer Größe reichlich Laub abwerfen, zumal solches, das laut Kaiser „aufgrund des hohen Gerbsäureanteils nur sehr langsam verrottet und mit unseren Mitteln nicht kompostierbar ist“.

Beide kritisieren, dass die Stadt damals diese große Baumart gepflanzt hat. In Scheeles Augen war es ein Fehler, die Amerikanische Roteiche als nicht heimische Pflanze für diese Fläche zu wählen. Die Schilderungen der Abteilung Umwelt stimmen mit jenen der beiden Männer nicht überein. Während die Verwaltung in ihrem Dokument, das der Politik nächste Woche als Entscheidungsgrundlage vorgelegt werden soll, von sieben bis acht Metern hohen Bäumen spricht, haben sowohl Scheele als auch Kaiser unabhängig voneinander nach eigenen Angaben eine Höhe von zwölf Metern gemessen. Und der Darstellung der Stadt, dass die Krone der einen Roteiche nicht die der benachbarten und als Naturdenkmal geschützten Traubeneiche beeinträchtigt, widersprechen Kaiser und Scheele. Ebenso der Ausführung, dass die Bäume nicht die Beleuchtung des Marienburger Weges durch Laternen verdunkeln.

Was beide besonders ärgert: Die Verwaltung erklärt in ihrem Papier, dass „die Sicht ins Tal“ für die Beschwerdeführer ein Argument sei – das haben nach eigenem Bekunden gegenüber der Dewezet weder Scheele noch Kaiser erklärt.

In einer Sache widerspricht Kaiser nicht: Die nötigen Abstände der Bäume zur Grundstücksgrenze sind eingehalten worden. „Formal hat die Stadt recht“, sagt er. Doch dann spielt es in seinen Augen eben auch eine Rolle, welcher Baum dort wächst – ein schlanker oder ein anderer. Scheele wiederum findet, dass die Stadt einen Fehler gemacht habe, „die artfremden Bäume“ an diese Stelle zu setzen. „Die Wachstumsgröße und absehbaren Folgeschäden hätte die Verwaltung berücksichtigen müssen“ – sie sei daher in der Pflicht, die Folgen der Fehlentscheidung zum Wohle der Bürger zu beseitigen. Zu den Folgeschäden zählen für Scheele sowohl der Schatten, die Wurzeln, die den Asphalt des Weges zerstörten, als auch „der erhebliche Laubabwurf“. Die Blätter, wenn sie nass sind, seien eine erhebliche Gefahrenquelle für Schulkinder und andere Anwohner.

Er hätte sich gewünscht, dass Anlieger vor solchen Entscheidungen – er meint das Pflanzen von Bäumen – eingebunden würden.


Der Ausschuss für Umwelt tagt am Donnerstag, 29. November, ab 16 Uhr im Energietreff der Stadtwerke.



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