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Elke Winter bringt Musikcomedy-Duo „Thekentratsch“ mit ins Lalu

Zwei Shows zum Preis von einer

Hameln. Die Überraschung im voll besetzten Lulu ist nicht Travestiestar Elke Winter, die selbst ernannte „singende Matratze aus St. Pauli“, die „drei Mal größer ist als Peter Maffay“ und „im Leben mehr Dinge gesehen hat als Corinna May und Stevie Wonder zusammen“ – in diesem Fall sind es die Gäste, die sich Elke Winter eingeladen hat. Das Musikcomedy-Duo „Thekentratsch“ aus Dinslaken erobert so unglaublich humorvoll den Saal, dass kein Auge trocken bleibt.

veröffentlicht am 07.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 23:21 Uhr

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Autor:

Stefan Bohrer
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„Sach ma, watt muss ich gezz hier auffe Bühne machen“, fragt Heike Becker ihre Partnerin Kerstin Sierp süffisant in breitestem Ruhrpott-Slang. „Alles, watt wichtich ist“, gibt die zurück, und es geht in die Vollen. Ein Punktsieg, den das Duo landet. Auch wenn Frau Sierp nicht als anthroposophische Waldorf-Schnitte in Ganzkörperlila auftritt, sondern eher an eine altjüngferliche Sekretärin mit streng zum Dutt geformten Haar erinnert, wie ihre Partnerin kommentiert und dabei das ruhrpöttlerische Herz direkt auf der Zunge trägt. Über Frau Sierp wird gelästert, was das Zeug hält. „Die erinnert mich an Pflegestufe 6 mit einem Hauch Wüste Gobi bauchnabelabwärts“, stichelt die Beckersche. „Es muss ja schomma gesacht werden, datt die Single ist aus Überzeugung – nur nicht ihrer eigenen.“

Gerade die Beziehung zueinander und das Zwischenmenschliche an sich sind es, die diesen Auftritt zum Renner des Abends machen. „Thekentratsch“ traut sich, Dinge anzusprechen, die politisch und gesellschaftlich herrlich unkorrekt sind. Etwa jene Beziehung zu einem Lastwagenfahrer aus Essen, den sich Frau Becker erst schön saufen muss, ehe sie mit ihm in seiner Koje in den Clinch geht. Musikalisch und schauspielerisch ein absolutes Kabinettstückchen, ebenso wie ihre Busreise zu einem Selbstfindungsseminar, das sich als Anti-Aggressions-Training für frustrierte Falschparker entpuppt und mit dem brüllkomischen Chanson vom „Bombenwerfen“ endet. Und spätestens beim abschließenden und fies umgetexteten „Hallelujah“, bekannt aus diversen Casting-Formaten des deutschen Fernsehens, steht fest: „Thekentratsch“ sollte einen ganzen Abend im Lalu bekommen. Doch auch Elke Winter weiß natürlich zu begeistern, zumal die „Dame“ immer ganz dicht am und mit dem Publikum agiert. Bei ihr bleibt die erste Reihe selten verschont, auch nicht an diesem Abend. Kurzerhand wird Adrian verpflichtet, den Damen auf der Bühne Käsehäppchen zuzubereiten. Der Mann zeigt Humor und widmet sich seiner Aufgabe mit Hingabe.

Das ganze Arsenal travestitischer Breitseiten feuert die Gastgeberin ab, die dieses Mal übrigens nicht auf meterhohen Highheels gestöckelt kommt, sondern bequeme Adiletten – Fersenbeinbruch sei Dank – angezogen hat. Die Flügelapplikationen an den Seiten erinnern allerdings mächtig an den Götterboten Hermes.

Augenzwinkernd plaudert sie aus dem Travestie-Nähkästchen. Dass der Hype um den Film „Fifty shades of grey“ genau genommen Quatsch ist und sie eher an „Familien im Brennpunkt“ erinnert oder das Meister Proper sich manchmal sein Dosiersäckchen in der Waschmaschine einklemmt.

Ihrer vergangenen Liebe trauert sie selbstredend nicht hinterher, auch wenn der groß, breitschultrig, tätowiert und gut aussehend war. Sie hat mit ihm Schluss gemacht, als ihre Karriere richtig durchstartete, sagt sie. Er hat sich bei ihr dafür mit einem Lied bedankt – dem himmlischen „Angel“ von keinem Geringeren als Robbie Williams, perfekt von Elke intoniert. Spätestens jetzt wünscht man sich, dass sie nicht erst wieder in einem Jahr mit ihren Gästen die Bühnenbretter Hamelns entern wird.

Elke Winter (o.) hatte Applaus und Lacher auf ihrer Seite – ihre Gäste, das Duo „Thekentratsch“, allerdings ebenso.boh (2)



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