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Vorn sieht es ordentlich aus

Zwei Seiten der Obdachlosenunterkunft sind saniert

HAMELN. Fast zwei Jahre ist es her, dass die Dewezet über die unmöglichen Zustände in der Obdachlosenunterkunft in Tündern berichtete. Damals gestaltete sich das Miteinander unter den Bewohnern schwierig, Streitigkeiten waren an der Tagesordnung. Das Gebäude selbst bot innen und außen einen trostlosen Anblick. Eine Wand war feucht, obwohl das Gebäude nach Aussage eines Rathausmitarbeiters bereits vor drei Jahren – unter anderem wegen Schwarzschimmel – kernsaniert wurde. Inzwischen macht das Gebäude von außen her einen besseren Eindruck. Zumindest an zwei Seiten.

veröffentlicht am 15.12.2018 um 06:00 Uhr

Obdachlosenunterkunft Tündern: vorne und rechts sind die Außenwände verputzt und gestrichen, links und hinten soll dies im Frühjahr erledigt werden. Foto: doro
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Zur Straße und in dem Bereich, in dem die Eingänge zu den beiden nebeneinanderliegenden Häusern sind, wurde nach den Herbstferien der Putz an den Wänden ausgebessert und gestrichen. Kostenpunkt: 20 000 Euro. Der Rest soll im nächsten Jahr erledigt werden. Dann kommt noch mal der gleiche Betrag obendrauf.

Und warum nicht gleich das ganze Haus? „Das war aus personellen und finanziellen Gründen 2018 nicht mehr zu leisten“, heißt es aus dem Rathaus. Neben den Außenarbeiten wurde auch für rund 3300 Euro ins Inventar investiert. Es gibt jetzt stabile Küchenmöbel plus kleine Herde in den Zimmern, dort, wo es nötig war, auch neue Schränke und Betten. Für die Unterhaltung des Objekts zahlt die Stadt noch mal 28 000 Euro.

Seit Juli kommt zudem Lisa Heine zweimal zwei Stunden in der Woche als Ansprechpartnerin für die Wohnungslosen ins Haus. Die Sozialarbeiterin ist Schnittstelle für viele Belange. Ihr größter Vorteil: Sie kennt viele Bewohner bereits durch ihre Straßensozialarbeit und vom Tagestreff für Frauen und Männer in Wohnungsnot im Senior-Schläger-Haus. Ihre Anwesenheit an der Tündernschen Straße 4 bildet ein Stück Konstanz im Leben der Obdachlosen. Sie muss nicht bei null anfangen.

Mal teilt sie Schlafsäcke aus, mal hilft sie, einen Zahnarzttermin klarzumachen, dann wieder, einen Antrag auszufüllen. Manchmal macht sie auch einfach nur Weihnachtsmusik an. „Nächste Woche bin ich der Weihnachtsmann“, sagt sie.

Das klingt friedvoll, doch der Schein trügt. Lisa Heine kommt nie allein in die Tündernsche Straße 4, denn wenn der Alkoholpegel am Nachmittag bei dem einen oder anderen steigt, könne es schon mal „mulmig“ werden. Ein Mitarbeiter der Stadt, der in der Unterkunft auch schon früher nach dem Rechten gesehen hat, begleitet sie. Er kümmere sich in der Zeit zum Beispiel um Dinge, die repariert werden müssen.

Da wäre zum Beispiel die Zimmertür, die ein Bewohner so brutal aufgetreten hat, das auch die Zarge kaputt ist. Nun steht die Überlegung im Raum, Metallzargen und -türen einzubauen.

Die Truppe, die die größten Schwierigkeiten verursacht hat, ist inzwischen nicht mehr da. Die von ihnen bewohnten Zimmer im Erdgeschoss stehen derzeit leer. In der für 13 bis 15 Personen ausgelegten Unterkunft wohnen derzeit nur acht Leute, sechs Männer und zwei Frauen.

Dass der Standort Tündern der richtige ist, wird weiterhin nicht angezweifelt. Ein großer Vorteil, das bestätigt auch Lisa Heine, sei, dass die Unterkunft in Tündern akzeptiert sei. „Das ist in anderen Städten oft ganz anders“, sagt Lisa Heine.

Mein Standpunkt
Dorothee Balzereit
Von Dorothee Balzereit

Die Verbesserungen sind ein Anfang. Besonders der stetige Einsatz von Lisa Heine scheint eine sinnvoll, denn die Problemlagen der Menschen in der Obdachlosenunterkunft sind komplex. Die fehlende Wohnung ist meist nur eines von vielen Problemen.



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