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Forstamt: „Eine mittlere Katastrophe“

Zwei Riepenteiche komplett ausgetrocknet

HAMELN. Am Klüt wird das Ausmaß der Sommerhitze besonders deutlich: Im oberen Hangbereich färbt sich das Blattwerk der Bäume braun, die Waldwege sind von Blättern gesäumt, als wäre es Herbst, und zwei Riepenteiche sind komplett ausgetrocknet. Letzteres geschieht nur in besonders heißen Sommern, wie Forstamtsleiter Ottmar Heise sagt.

veröffentlicht am 07.08.2018 um 17:16 Uhr
aktualisiert am 07.08.2018 um 18:30 Uhr

Zwei der vier Riepenteiche sind ausgetrocknet. Foto: Dana
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Die vier, vor langer Zeit künstlich angelegten Riepenteiche sind von Austrocknung besonders bedroht. Der Grund: Sie speisen sich aus dem Riepenbach. Der fließt zuerst in den oberen Teich und wenn dieser überläuft in den nächsten und so weiter, schildert Heise. Infolgedessen trocknen, wie jetzt geschehen, zuerst die unteren Teiche aus. „Um diesen Effekt zu verhindern, würde man heute die Teiche außerhalb des Baches anlegen und dann Wasser aus dem Bach in die Teiche ableiten“, sagt Heise.

Tatsächlich gebe es bei der Stadt schon seit längerem den Wunsch, bei den Riepenteichen den Bachverlauf entsprechend zu verändern. Denn die komplette Austrocknung der Gewässer bedeute „für das Ökosystem jedes Mal eine mittlere Katastrophe“, wie Heise sagt. Die Fische verelenden und fallen Fischräubern, wie dem Fischreiher, zum Opfer, „bis nichts mehr zu holen ist“, so Heise. Andere Arten, wie Amphibien oder Libellen, hätten sich bereits darauf eingestellt und legten ihre Larven vorsorglich im Schlick ab, was die Überlebenschance erhöht. Das Gute an solchen Gewässern: Wenn es dann wieder ausreichend regnet und der Wasserspiegel wieder steigt, dann gehe es mit der „Wiederbesiedlung relativ schnell, schwimmen die Fische von unten wieder nach oben in die Teiche“, so Heise.

Neben den Riepenteichen gibt es im Klütwald noch den Ruschenteich. Weitere zum Hamelner Stadtwald zählende Teiche befinden sich laut Heise am Schweineberg, und zwar am Friedhof Wehl und an Schliekers Brunnen. „Alle haben noch Wasser“, sagt der Forstamtsleiter. Die ehemaligen Fischteiche unterhalb der Heisenküche führten bis auf den obersten sowieso nur periodisch Wasser. Dort flössen die Bäche, anders als bei den Riepenteichen, nicht durch, sondern um die Teiche herum, merkt Heise an.

Foto: Dana
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Weitere Teiche der Stadt Hameln sind Lüders Teich, Schlägers Teich und die unter Naturschutz stehenden Töneböns Teiche, wie Stadtsprecher Thomas Wahmes auf Anfrage mitteilt. Alle litten derzeit unter der geringen Wasserzufuhr und dem daraus resultierend niedrigeren Sauerstoffgehalt. „Die Teiche leiden“, so Wahmes. Ausgetrocknet sei jedoch bislang noch keiner. Auch ein Fischsterben sei nicht bekannt.

Vor einer besonderen Herausforderung stehe jedoch Lüders Teich. Dort sei neben dem Regen die einzige Wasserzufuhr normalerweise eine Grundwasserpumpe, die jedoch ausgefallen sei. Eine neue Pumpe sei zwar bestellt, aber die Lieferzeit sei unklar. Heißt: Da es zurzeit keinen Regen gibt, hat Lüders Teich derzeit keinerlei Wasserzufuhr.



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