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Anschluss gekappt – weder Internet, Fernsehen noch Telefon

Zurück in die Vorzeit: Abgehängt am Brückenkopf

Hameln (ch). Keine Tagesschau, kein Fußball, keine E-Mails und keine Anrufe – die Bewohner am Brückenkopf 9 in Hameln fühlen sich unfreiwillig in die graue Vorzeit zurückversetzt. Seit über einer Woche haben sie weder einen Festnetzanschluss noch Internet oder Kabelfernsehen.

veröffentlicht am 08.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 06:21 Uhr

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Seit über 20 Monaten erdulden die Anwohner an der Münsterbrücke Baulärm und Dreck, immer wieder ist die Brücke und damit ihr Hin- und Rückweg in die Stadt gesperrt, teilweise staut es sich direkt vor ihrem Haus, Erschütterungen ließen sogar die Gläser im Schrank erzittern. Bislang haben sie Behinderungen klaglos hingenommen, sich über keine der, wie sie sagen, „Einschränkungen der Wohn- und Lebenssituation“, empört. Doch jetzt reicht es ihnen. Am 31. Oktober wurde ihr Anschluss zur digitalen Medienwelt gekappt. Ohne Vorwarnung, ohne Information. Allein die Vermutung, dass der schwarze Fernseher mit den Bauarbeiten an der Münsterbrücke zusammenhänge, lag nahe. Seitdem warten die Bewohner des Fünf-Parteien-Hauses darauf, dass ihr Anschluss wiederhergestellt wird.

„Für uns bedeutet das seit Tagen einen erheblichen Kosten- und Zeitaufwand, um in kostenpflichtigen Institutionen unsere wichtigen alltäglichen Aufgaben, die per Internet laufen, ausüben zu können“, ärgern sich die Hausbewohner. Nicht nur privat sind sie auf Internet und Telefon angewiesen, zwei Informatiker fühlen sich auch beruflich abgehängt. „Wenn alles funktioniert, fällt es einem überhaupt nicht auf, aber ganz ohne Internet und Festnetz ist man heute einfach aufgeschmissen“, sagt Bettina Christ, eine der Hausbewohnerinnen. Bei Bekannten oder im Internetcafé versuchen sie und die anderen Hausbewohner, wichtige E-Mails zu verschicken, nicht jeder hat einen Handyvertrag, so dass sie auch das Telefonieren teuer zu stehen kommt – auch zu Kabel Deutschland. „Wir haben mehrmals am Tag angerufen“, sagt Sebastian Christ. Von einem werden sie zum anderen verwiesen, müssen sich nach eigener Aussage Vorschläge gefallen lassen, sie könnten doch einen Handyvertrag abschließen und weise Ratschläge, dass man auch ohne Fernsehen auskäme. Offizielle Informationen darüber, was eigentlich passiert ist, hätten sie von ihrem Anbieter Kabel Deutschland bislang nicht bekommen, sie stehen jedoch mit der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau, die für den Brückenbau zuständig ist, in Kontakt.

„Die Bewohner mussten durch die Bauarbeiten an der Brücke schon genug aushalten“, sagt Markus Brockmann, Leiter des Hamelner Geschäftsbereiches der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau. Deshalb bemühe man sich, zu helfen, obwohl die Behörde weder für den gekappten Anschluss verantwortlich sei noch ein neues Kabel verlegen lassen könne. „Die Baufirma hat nichts falsch gemacht“, erklärt er. Das Kabel, das zum Brückenkopf 9 führt, sei von Kabel Deutschland selbst verlegt worden. Jedoch, laut Brockmann, in einem alten Schacht, der Ende Oktober entfernt werden musste. Das sei aber vorher bekannt gewesen, das Kabel hätte dort nicht liegen dürfen. Es sei „leider übersehen worden“, dass mit dem Rückbau der alten Kabeltrasse zwei Häuser in der Straße ,Brückenkopf‘, Hausnummern 8 und 9, von der Versorgung getrennt würden, heißt es als Erklärung von Heike Koring, Pressereferentin Niedersachsen von Kabel Deutschland. Man bedauere die entstandenen Unannehmlichkeiten sehr und bitte ausdrücklich um Entschuldigung. Auf die drängende Frage der Bewohner, wann der Schaden behoben werde und sie wieder mit Internet- und Telefonanschluss sowie Kabelfernsehen rechnen könnten, hieß es vonseiten des Unternehmens, es könne noch kein verbindlicher Termin genannt werden, man gehe aber „von einer Lösung in den nächsten Tagen aus“.

Die Bewohner des Hauses am Brückenkopf 9 haben seit Ende Oktober weder Internet noch Fernsehen oder Telefon. Foto: ch



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