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Neumarkter Brunnen sollte vor 50 Jahren vor der Sparkasse sprudeln

Zum Zeichen der Verbundenheit

veröffentlicht am 05.10.2016 um 18:07 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:18 Uhr

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Autor:

Diana Koschorreck
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So konnten die Hamelner erst ab dem 2. Juni 1967 das Wasser in den Brunnen plätschern sehen. Der Neumarkter Brunnen wurde von Architekt Wilhelm Vollmer geplant und gestaltet. „Er war für Hameln ein ganz wichtiger Architekt“, sagt der zweite Vorsitzende des Vereins für regionale Kultur und Zeitgeschichte Hameln und Archäologe, Joachim Schween. Unter anderem wirkte Vollmer auch maßgeblich an der Umgestaltung der alten Garnisonkirche und dem Stiftsgebäude am Kastanienwall mit. Beide Gebäude wurden zunächst verbunden und 1961 – als schon die Sparkasse hier ihr Domizil bezogen hatte – noch einmal sechs Jahre lang umgebaut. Der Neumarkter Brunnen, der dann zum Ende des Umbaus in den Vorhof des Gebäudes am Kastanienwall gesetzt wurde, gehört ebenfalls zum Eigentum der Sparkasse und ist, laut Mitarbeiter Jens Kosok, ein repräsentativer Ort der Stadt Hameln. Er soll sowohl die Patenschaft zur schlesischen Stadt Neumarkt signalisieren, als auch ein regionaler Treffpunkt der Vertriebenen Neumarkter sein. Die Sparkasse errichtete den Brunnen zum Zeichen der Verbundenheit mit den vielen, in Hameln heimisch gewordenen,

Vertriebenen und Flüchtlingen.

Der Brunnen ist ein sogenannter Laufbrunnen, was im Grunde einfach nur heißt, dass sein Wasser ständig „läuft“ und nicht mechanisch nach oben befördert werden mus. Das Becken besteht aus rotem Wesersandstein, aus dem sich ein Pfeiler erhebt, der das Wasser zu vier Seiten hinabplätschern lässt. Oben auf dem Pfeiler befindet sich ein schmiedeeiserner Aufsatz. „Das ist typisch“, sagt Joachim Schween, „An Vollmers Bauten findet man immer wieder relativ aufwendige schmiedeeiserne Elemente.“ An dem Aufsatz sind zwei Wappen befestigt – das von Hameln und das der Patenstadt Neumarkt. Beide sind handgearbeitet und wohl ein Grund für die Namensgebung des Brunnens.

Auch heute noch sprudelt der Neumarkter Brunnen – wenn auch nicht mehr in einem großen Vorhof. Foto: wal

„Außerdem kann man sagen, dass das ein historischer Standort ist, wo der Brunnen jetzt steht“, sagt Joachim Schween. Zur Barockzeit habe hier nämlich schon einmal ein Brunnen gestanden, der dann vermutlich auch das Heiliggeist-Hospital mit versorgt hat, meint er.

1999 wurde der Neumarkter Brunnen, während erneuter Umbaumaßnahmen an der Sparkasse, vorübergehend abgebaut. Der Glasanbau, in dem sich heute das Restaurant „Grüner Reiter“ befindet, entstand. Nach einer Restaurierung des Brunnens durch die Stadtsparkasse wurde er vor dem Anbau wieder aufgestellt. Dort steht er seit Mai 2002 und sprudelt munter weiter Wasser in sein Sandsteinbecken. Allerdings hat der Brunnen nun nicht mehr so viel Platz wie, vor dem Umbau. Denn einen richtigen, ausladenden Hof, von dem aus er von allen Seiten zugänglich ist, hat der Neumarkter Brunnen nun nicht mehr.



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