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Hameln gilt offiziell als rattenarm

Zum Gruseln viel zu wenige

Hameln (ni). Jetzt ist es ganz offiziell und von höherer Stelle amtlich besiegelt: Lebendige Ratten, die rudelweise über die Straßen huschen, werden das magisch-mystisch ausgerichtete Rattenfänger-Jubiläumsjahr nicht um zusätzliche Gruseleffekte bereichern. Denn Hameln ist „befallsarm“, hat das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bei seiner jüngsten Kontrolle festgestellt. Nur noch läppische drei „Befallspunkte“ konnten die Mitarbeiter der Behörde in der Stadt ausfindig machen.

veröffentlicht am 02.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 04:21 Uhr

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Insgesamt 250 Kontrollstellen hat das Landesamt unter die Lupe genommen. Die überwiegende Anzahl (181) dort, wo Ratten sich besonders gern aufhalten: In der Kanalisation. Aber auch den Entsorgungspark in Hilligsfeld sowie Kläranlagen und Pumpstationen nahm der Kammerjäger ins Visier, darüber hinaus 59 Objekte innerhalb und weitere fünf außerhalb bebauter Gebiete. Frische Rattenspuren entdeckte er anhand der ausgelegten Köder an der Hamel zwischen Mc Donalds und Bowlingcenter am Hastenbecker Weg, in Afferde unter der Remtebrücke sowie in der Hastenbecker Kanalisation im Bereich Kirchwinkel/Von-Reden-Straße.

Im Hamelner Rathaus reagiert man hoch erfreut auf das Ergebnis der Untersuchung, in dem die Verbraucherschützer zugleich ein Zeugnis nach Punkten ausstellen. Als „befallsarm“ gelten danach alle Städte, die die Zahl von zehn Punkten nicht überschreiten. Mit nur drei Punkten spielt Hameln in der rattenarmen Oberliga.

Krisenherd entschärft – Bekämpfung geht weiter

„Angesichts der großen Zahl kontrollierter Stellen ist die Zahl der Befallspunkte verschwindend gering“, kommentiert Hamelns Pressesprecher Thomas Wahmes den Untersuchungsbericht. Und gibt bereitwillig weiter, was das Landesamt der Verwaltung bei der Abschlussbesprechung bescheinigte: „Hameln ist bei der Rattenbekämpfung vorbildlich.“

Noch im November 2008 hatte das nicht den Anschein. Da machte die Stadt Schlagzeilen, weil sich die Nager im Bereich einer verwilderten Kleingartenanlage am Basberg zur Plage entwickelt und auch ein angrenzendes Wohngebiet heimgesucht hatten. Die Redaktion griff das Thema damals auf und löste mit ihrem Bericht ein bundesweites Medienecho aus. Fernsehen, Funk und Presse vermuteten hinter der Nachricht einen genialen Werbegag zum Jubiläumsjahr, liefen im „Rattennest“ an der Weser auf und wollten den Ort des Grauens selbst in Augenschein nehmen. Die Stadt Hameln fand das von den flinken, schlauen und unerwünschten Viechern ausgelöste Interesse nur mäßig amüsant und fürchtete um ihren guten Ruf.

Der Krisenherd am Basberg ist laut Bericht des Landesamtes mittlerweile entschärft. Die Hamelner Verwaltung bleibt in der Sache trotzdem weiter aktiv und hat nach eigenen Angaben inzwischen Kontakt zu den Eigentümern der Gartengrundstücke aufgenommen. Die Gespräche seien positiv verlaufen, heißt es aus dem Rathaus. Die Eigentümer hätten zugesagt, die in den Gärten aufbewahrten Futtermittel künftig unter Verschluss zu halten und den vermehrungsfreudigen Nagern so den freien Zugang zu der üppigen Nahrungsquelle zu verwehren. Außerdem wollten sie den Müll von ihren Grundstücken räumen. Beides hatte mit zur auffälligen Vermehrung der Viecher in diesem Teil der Stadt beigetragen. Entwarnung will die Stadt für den Bereich der Kleingartenanlage aber noch nicht geben. Wahmes: „Die Bekämpfung der Ratten geht hier weiter.“

Nicht nur dort, sondern überall in der Stadt. Die Tiere in Schach zu halten, die in der Nähe der Menschen immer irgendwo einen gedeckten Tisch finden, ist eine Daueraufgabe. Die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes bewältigen sie offensichtlich gut. Drei Punkte sind schon so etwas wie eine Auszeichnung.

Keine Stadt ohne Ratten. Auch in Hameln sind die schlauen Tiere zu Hause. Nach der jüngsten Untersuchung des niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gilt Hameln aber als „befallsarm“.



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