weather-image
21°
×

Zum Abschied Kritik am System: „Monetik statt Ethik“

veröffentlicht am 11.10.2012 um 14:57 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:33 Uhr

Hameln (CK/fw). Er geht. Allerdings nicht ganz ohne kritische Worte. Als Privatdozent Franz Josef Vonnahme am Mittwochabend seinen Abschied nahm vom Sana-Klinikum, wurde der bisherige Chefarzt der Leber-Magen-Darm Klinik in einem Rückblick auf seine bewegte (und außerordentlich erfolgreiche) Karriere durchaus deutlich.

Fazit seiner immer wieder zwischendurch eingestreuten Kritik: Die Ökonomie bestimmt weitgehend den Klinikalltag, in Hameln wie anderswo. Zeit für den Patienten, so der scheidende Chefarzt, bleibe immer weniger, die Ausbildung, die ihm besonders am Herzen gelegen hatte, komme vielfach zu kurz.
„Es gibt Mitarbeiter, die haben mir versichert, dass etwa 90 Prozent der Anamnesen nicht ausreichend sind“, sagte Vonnahme. Die Anamnese nämlich werde nicht bezahlt, und dadurch entstünden oft langwierige, vor allem aber unnötige Behandlungen, wie er mit zwei Beispielen belegte. Fazit: „Diagnostik hätte geholfen, aber man hätte nichts daran verdient.“
Angesichts des Transplantationsskandals in Göttingen nahm der heimische Mediziner auch zu Bonusverträgen Stellung. Sie seien, sofern sie ärztliche Entscheidungen beeinflussen, unethisch. „Die Mengenvereinbarungen müssen raus – das ist Monetik und nicht Ethik, sagte er.“ Seine Forderung: „So wie Ärzte auch die wirtschaftliche Seite einer Klinik kennen müssen, müssten auch die Ökonomen die ärztliche Seite kennenlernen. Aber zwei Wochen reichen dazu nicht aus.“

Mehr zum Thema lesen Sie in der Dewezet.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige