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Realschule wird IGS – damit geht auch der Name des Apothekers

Zu wenig Sertürner in Hameln?

HAMELN. Der Name „Sertürner“ wird künftig nicht mehr mit der Schule am Schulzentrum in Verbindung stehen - nicht alle finden das richtig. Doch irgendwann könnte sich das ja auch wieder ändern. Die Initiative dafür müsste von der IGS kommen, heißt es.

veröffentlicht am 19.06.2016 um 14:50 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:50 Uhr

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Autor:

Diana Koschorreck
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Das war’s, der letzte Jahrgang der Sertürner Realschule ist verabschiedet. Damit endet die Geschichte dieser 64 Jahre alten Hamelner Schule. Denn mit der Verabschiedung ist der letzte Schritt, hin zur Umwandlung der Sertürner Realschule in die Integrierte Gesamtschule, kurz IGS Hameln, getan. Aber nicht nur die Schulform endet, sondern auch der Name „Sertürner“ geht an dieser Stelle verloren. Damit bleibt der Stadt Hameln vorerst ein sichtbares Andenken weniger neben der nach dem berühmten Apotheker benannten Straße in der Innenstadt und einer Gedenktafel, die am Hochzeitshaus angebracht ist.

Friedrich Wilhelm Adam Sertürner hatte 1804 das Morphin entdeckt und von 1821 an – mit dem Erwerb der Raths-Apotheke – bis zu seinem Tod in Hameln gelebt und gearbeitet. Verschwindet mit seinem Namen im Titel der Realschule an der Basbergstraße nun auch ein Stück Geschichte aus der Stadt?

„Wenn dieser Name verloren geht, ist das auf jeden Fall ein Verlust“, sagt der zweite Vorsitzende des Vereins für regionale Kultur und Zeitgeschichte Hameln und Archäologe, Joachim Schween. Seiner Ansicht nach transportiere eine Schule so einen Namen und die damit verbundene Historie ganz anders als beispielsweise eine nach Sertürner benannte Straße. Durch eine Schule kämen gleich mehrere Generationen direkt damit in Kontakt. Auf diese Weise könne der Name lebendig gehalten werden, so Schween.

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  • Gedenktafel am Hochzeitshaus.
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  • „Sertürner Renette“-Apfelbaum an der (Noch-)Sertürner-Realschule.

Nun ist er aber erst einmal weg, zumindest aus dem Titel der Schule. Um ihn zu erhalten, gäbe es allerdings eine naheliegende Lösung: Die IGS nimmt „Sertürner“ mit auf. Zumindest vonseiten der Stadt sei diese Regelung aber noch kein Thema gewesen, so ein Sprecher der Verwaltung. Schließlich drücke man ihr keinen Namen auf. Im Gegenteil – die Initiative dazu müsse von der Schule selbst kommen, heißt es. „Bei uns im Kollegium wurde das durchaus schon diskutiert. Aber da gehen die Meinungen auseinander“, sagt Schulleiterin Gudrun Kruppe. Auch einige Eltern hätten bereits Bedenken geäußert. „Es geht einfach darum, dass der Name Sertürner stark mit der Realschule in Verbindung steht“, sagt Kruppe. Da die IGS nun eine ganz andere Schulform sei, könne sie die Ängste, der Name könne in Verbindung mit ihr falsch aufgefasst werden, ein Stück weit verstehen, sagt die Schulleiterin. „Ich persönlich, fände es aber schön, wenn der Name Sertürner an einer Schule in Hameln erhalten bliebe. Aber das muss die Zeit bringen“, sagt Kruppe. Schließlich könne der Titel im Nachhinein noch ergänzt werden.

Nun hat die Schule an der Basbergstraße zwar erst einmal einen anderen Namen, aber etwas von Sertürner bleibt dennoch: Eine Medaille und eine nach dem Apotheker benannte Apfelsorte, dessen Baum seit 2011 im Hof der Schule steht. „Die ‚Renette‘ blüht nach wie vor und wird uns auch in Zukunft bleiben“, sagt die Schulleiterin.



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