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Wie geht’s im Spritzenhaus weiter?

Zu wenig Kundschaft im Dorfladen

HILLIGSFELD. Weil sich größere Supermärkte in kleineren Ortschaften nicht rechnen, sind sie vielerorts schon verschwunden. Damit Einwohner aber weiterhin die Möglichkeit haben, wohnortnah einzukaufen, haben sich mancherorts Dorfläden gegründet. So auch im Hamelner Ortsteil Hilligsfeld. Dort ist der Laden im alten Spritzenhaus untergebracht, und seit gut 16 Monaten verkauft ein kleines Team die sogenannten Dinge des täglichen Bedarfs. Es könnte nur mehr Kundschaft kommen.

veröffentlicht am 28.02.2018 um 15:46 Uhr
aktualisiert am 28.02.2018 um 22:00 Uhr

Im alten Spritzenhaus in Hilligsfeld ist der Dorfladen untergebracht. Foto: dana
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Im Moment sieht es nicht so rosig aus in der Dorfmitte: Der Umsatz, den der Dorfladen erzielt, reicht offenbar nicht aus, um den Betrieb noch viel länger in bestehender Form aufrechtzuerhalten. Dagmar Schmidt, die als eine der Spritzenhaus-Mitarbeiterinnen die Finanzen verantwortet, ruft deshalb alle Hilligsfelder auf, den Dorfladen künftig stärker zu frequentieren. „Die laufenden Kosten sind derzeit schwer zu stemmen“, berichtete sie bei der jüngsten Sitzung des Hilligsfelder Ortsrats. Sie hofft, dass vor allem die örtlichen Vereine mehr im Dorfladen einkaufen – wenn zum Beispiel größere Feiern anstehen. „Der Dorfladen ist ja für alle Generationen da“, meint sie. „Doch mit dem jetzigen Konzept haut das nicht hin.“

Nachdem das letzte Lebensmittelgeschäft in Hilligsfeld an der Hasperder Straße geschlossen worden war, hatte der Hilligsfelder Hans-Otto Voges das alte Spritzenhaus von der Stadt Hameln erworben und 2013 zu einem Laden umgebaut. Nachdem die ersten Betreiber des Ladens das Dorf aber wieder verlassen hatten, gibt es nun seit Oktober 2016 wieder einen Tante-Emma-Laden unter der Regie des Hilligsfelders – mit dem Ziel, den Laden vor Ort als Einkaufsmöglichkeit zu erhalten. Voges, der am Mittwoch telefonisch nicht zu erreichen war, will laut Ortsbürgermeister Friedrich Baltruschat das Geschäft auch mit einer „schwarzen Null“ weiterbetreiben. Doch dafür müssen mehr Kunden in den kleinen Laden kommen. Dass „wir so einen Dorfladen behalten wollen“, ist für Baltruschat eine klare Sache. Man arbeite hinter den Kulissen unter anderem an anderen Finanzierungsmöglichkeiten, zu denen er auf Nachfrage allerdings noch nichts konkretisieren wollte. Im Sommer werde es möglicherweise schon Klarheit geben, sagt Baltruschat. Flegessen oder Grohnde seien Beispiele für Dorfläden, die funktionieren, hieß es im Ortsrat. Dort sind die Rechtsformen der Geschäfte aber von vornherein mehr auf die Mitwirkung der Dorfgemeinschaft ausgerichtet, sei es als Verein oder auch als Bürgergenossenschaft.

Zunächst gelten ab Donnerstag neue Öffnungszeiten des Dorfladens im Spritzenhaus. Die Zeiten werden „den vorherrschenden Einkaufsgewohnheiten“ angepasst, wie es heißt: montags und mittwoch von 6 bis 9 Uhr; dienstags, donnerstags und freitags von 6 bis 10 Uhr sowie von 15 bis 17 Uhr. An Samstagen ist von 7 bis 11 geöffnet, an Sonntagen von 7.30 bis 10 Uhr.

Information

Hartes Geschäft für Nahversorger

In den Hamelner Ortsteilen kämpfen die Nahversorger teils ums Überleben. So sagen die Betreiber des Nahkauf in Tündern, dass insbesondere seit 2015 immer weniger Leute ins Geschäft kommen. Hier stellt sich vor allem auch die Frage: Schließen oder investieren? In Afferde hat sich der Betreiber des Edeka-Markts für investieren beschlossen – und einen relativ großen Markt an der Hildesheimer Straße neu eröffnet. In Holtensen hingegen hat der Inhaber des einzigen Lebensmittelgeschäfts im Sünteltal seinen Rückzug im Frühjahr angekündigt. Vergleichsweise gut aufgestellt – wenn auch nicht typisch – unter den Ortsteilen ist etwa Klein Berkel. Im Einkaufszentrum „Multimarkt“ gibt es ein reichhaltiges Angebot.red

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