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Verdrehtes Schild sorgt für Streit mit der Bußgeldstelle

Zu Unrecht geblitzt?

HAMELN. Eine Verwarnung für zu schnelles Fahren zu bekommen, das ist ärgerlich. Noch ärgerlicher ist das für Autofahrer, die sich dabei keiner Schuld bewusst sind.

veröffentlicht am 20.12.2017 um 17:42 Uhr
aktualisiert am 21.12.2017 um 14:16 Uhr

Das Schild auf dem Riepenweg signalisiert Tempo 50 – obwohl hier Tempo 30 gilt. Foto: Dana
Jens Spickermann

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Cornelia und Horst Karl Wedekind fühlen sich von der Bußgeldstelle des Kreises ungerecht behandelt. Auf dem Riepenweg wurden sie am 20. November mit 36 Stundenkilometern (nach dem Abzug der Toleranz) geblitzt und mussten dafür 15 Euro Verwarnungsgeld zahlen. An der entsprechenden Stelle steht allerdings ein Schild, dass die Tempo-30-Zone aufhebt – eigentlich müsste also Tempo 50 gelten und die Verwarnung wäre unbegründet. Die Kreisverwaltung ist allerdings der Ansicht, dass auf dem Riepenweg, Richtung Stadt, in Höhe der Einmündung Senator-Urbaniak-Weg, Tempo 30 gelte. Vor und nach der Geschwindigkeitsmessung hätten die zuständigen Beamten die Strecke kontrolliert und so die Gültigkeit der Kontrolle gesichert.

Die Stadt Hameln, die für die Aufstellung der Verkehrsschilder zuständig ist, konnte das Rätsel auf Nachfrage schnell lösen: „Das Schild ist umgedreht worden“, sagt Thomas Wahmes, Pressesprecher der Stadt. Auf der einen Seite führt das Schild die Tempo-30-Zone ein, die andere Seite hebt die Geschwindigkeitsbeschränkung für die andere Fahrtrichtung auf. Da müsse jemand schon Kraft aufgewendet haben, das Verkehrszeichen mutwillig umzudrehen, sagt Wahmes. Der Wind könne es jedenfalls nicht gewesen sein. Wann das passiert ist, lasse sich im Nachhinein allerdings nicht mehr feststellen. Der Betriebshof der Stadt werde den ursprünglichen Zustand nun wiederherstellen.

Cornelia Wedekind ist sich sicher, dass das Schild schon verkehrt herum stand, als sie dort geblitzt wurde. Sie habe sich nämlich direkt über das Verkehrszeichen gewundert. Ihr Mann sei deshalb auch nicht Tempo 50 sondern langsamer gefahren – für ein Verwarnungsgeld reichte es trotzdem. Nachdem der Brief eingetroffen war, machte sie Fotos von dem Schild und beschwerte sich bei der zuständigen Sachbearbeiterin. Die sei jedoch hart geblieben, berichtet Wedekind. Das Schild könne ja erst nach der Messung dort falsch herum gestanden haben. „Der Messbetrieb war vorschriftsmäßig, insofern ist ordnungsgemäß ein Verwarngeld zu erheben“, schreibt Sandra Lummitsch, Pressesprecherin der Kreisverwaltung. Auf die Frage, ob sie bestätigen oder ausschließen könne, dass das Tempo-30-Aufhebungsschild in der beschriebenen Fahrtrichtung sichtbar war, antwortet sie: „(...) die Sichtbarkeit der Verkehrsschilder (wird) regelmäßig zu Beginn und zum Ende einer Messung kontrolliert; während des Messbetriebes ist das Personal mit der Bewachung der Geräte/Anlage bzw. Datenauswertung beschäftigt.“ Die Wedekinds sind übrigens nicht die einzigen, die nach der Kontrollaktion ein Verwarnungsgeld zahlen müssen. Bei 238 Durchfarten in der entsprechenden Fahrtrichtung wurden 28 Fahrzeuge geblitzt, teilt Lummitsch mit.

Wenige Tage nachdem wir das umgedrehte Schild fotografiert hatten, steht es bereits wieder richtig. Foto: Dana
  • Wenige Tage nachdem wir das umgedrehte Schild fotografiert hatten, steht es bereits wieder richtig. Foto: Dana

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