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Tarifvergleich der Landesbehörde „irreführend“

Zu teuer? Stadtwerke widersprechen Kartellamt

Hameln/Bad Pyrmont. Sind die Stadtwerke Hameln zu teuer? Das Landeskartellamt hat Strom- und Gaspreise der Grundversorger verglichen (wir berichteten gestern). Die zehn teuersten müssen sich nun auf Nachfragen des Kartellamtes einstellen. Darunter: Hameln und – noch schlechter abschneidend – Bad Pyrmont.

veröffentlicht am 21.04.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:02 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Die Geschäftsführer der Stadtwerke reagierten gestern verschnupft: In Hameln erklärte Susanne Treptow, sie hoffe, „dass dieser vorläufige Bericht der Landeskartellbehörde die Kunden nicht verunsichert“. Sie hätte sich von der Behörde von vornherein mehr Differenzierung gewünscht, „entsprechend der Preisbestandteile und ihrer regionalen Unterschiede“. Auch Bad Pyrmonts Stadtwerke-Geschäftsführer Uwe Benkendorff teilte mit, er stehe der „vereinfachten Darstellung“ der Behörde kritisch gegenüber.

Doch wie kommen die unterschiedlichen Preise zustande? Die Stadtwerke Hameln und Bad Pyrmont verweisen vor allem auf die staatlich festgelegten Netzentgelte. Diese machten bei Strom 22 Prozent und bei Gas um die 20 Prozent des Arbeitspreises aus, heißt es von der Hamelner GWS. Diese Entgelte wiederum würden durch den Aufwand für Wartung und Instandhaltung der Netze sowie für Investitionen bestimmt. Die Höhe notwendiger Investitionen wiederum sei auch abhängig von Gegebenheiten vor Ort – beispielsweise der Untergrundbeschaffenheit, also davon, ob etwa Stromleitungen ober- oder unterirdisch verlegt werden könnten.

Die Strom-Netzentgelte würden aber vor allem durch die vorgelagerten Netzentgelte beeinflusst, die in den letzten Jahren für Kostensteigerungen gesorgt hätten. Etwa durch den Trassenausbau. Auch in Zukunft dürfte der Netzausbau deutlich zu Buche schlagen – Stichwort Suedlink.

Zudem sei es „grundsätzlich irreführend“, so Benkendorff, in der Auflistung des Kartellamtes allein die Preise in der Grundversorgung zu vergleichen. Jene Tarife also, die jedem neuen Kunden zunächst automatisch zugewiesen werden, in den seltensten Fällen aber die günstigsten sind. „Im Gegensatz zum bundesweiten Durchschnitt von etwa einem Drittel sind bei den Stadtwerken Hameln unter zehn Prozent der Kunden in der sogenannten Grundversorgung“, betonte Vertriebsleiter Christian Riepe. In Bad Pyrmont seien beim Gas gar 99 Prozent Kunden in Sonderverträgen, sagte der dortige Stadtwerke-Chef Benkendorff. Den vom Kartellamt zugrunde gelegten Gaspreis von 1135,33 Euro im Jahr (Hameln 1127,50) zahlen also die wenigsten.



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