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Besucherzahl im Bürgergarten enttäuschend / Kreissportbund bietet starkes Mitmachprogramm

Zu heiß für Sport?

veröffentlicht am 29.08.2016 um 07:53 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:25 Uhr

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Mohamed staunt. Etwas in der Art gibt es in seiner Heimat Afghanistan nicht: Fast einen ganzen Tag dreht sich alles um Sport. Erwachsene, hauptsächlich aber viele Kinder und Jugendliche, turnen auf der Wiese, vergnügen sich bei Ball- und Wasserspielen oder im Bewegungspark. Der 16-Jährige kann es kaum glauben, dass sie so viel Zeit haben für Spiel und Spaß. „In Afghanistan müssen Kinder arbeiten und Geld verdienen, damit die Familie überleben kann“, erzählt er. Sport zu treiben, könnten sich in seiner Heimat nur wenige Reiche leisten. Wenn überhaupt, werde vorwiegend Kricket gespielt. Kricket aber wird nicht angeboten beim „4. Hamelner Sporttag“ im Bürgergarten, deshalb probiert der Schüler des Victoria-Luise-Gymnasiums andere Sportarten aus. Gelegenheit dazu hat er reichlich, denn es gibt ein buntes Programm zum Mitmachen.

Mohamed startet mit Torwandschießen. Gar nicht so einfach, aber zufriedenstellend – das Tor verfehlt er knapp. Nach einer Sportart gefragt, die er gern ausprobieren möchte, antwortete der 16-Jährige prompt: „Badminton!“ Kein Problem. Schon hat er einen Schläger in der Hand. Mohamed erweist sich als geschickter und starker Gegner. Anschließend verfolgt er mit Interesse die Darbietungen auf der Bühne, staunt über die Kampfsportvorführungen, die Tänze des Hamelner Carneval-Clubs, der „Rockin Rats“ und andere.

Insgesamt haben sich an der von der Sparkassenstiftung der Sparkasse Weserbergland gesponserten Veranstaltung 16 Turn- und Sportvereine, eine Krankenkasse und eine Organisationsgruppe an der Veranstaltung beteiligt. Aufgetreten sind 19 Gruppen mit mehr als 150 Sportlern. An 14 Mitmachstationen wie beispielsweise Sprintlauf, Container-Tauchen, Luftkissen, Bewegungspark, Fitness-Test, Gesundheitstest, Bogenschießen und Schach, hatten die Besucher Gelegenheit zu sportlicher Bestätigung. Ebenso konnten sie ihr Glück beim Torwand-Schießen versuchen, das vorher von Hamelner „Promis“ getestet worden war – auch von Hamelns Oberbürgermeister Claudio Griese, der den Sporttag gemeinsam mit Margret Lassel (Kreissportbund Hameln-Pyrmont) unter der Moderation von Jan Hampe eröffnete.

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Volle Konzentration bei den Kampfsportvorführungen

Viele Akteure haben für Spiel und Spaß gesorgt, und gerade wegen der vielen Arbeit im Vorfeld hätten sich die Veranstalter mehr Resonanz gewünscht. „Die Zahl der Zuschauer und der Mitmachenden war enttäuschend niedrig“, bedauerte Udo Wolten vom Organisationsteam. Vermutlich sei das Wetter zu gut gewesen. Bei der Hitze habe es „Masse Mensch“ vermutlich in die Freibäder gezogen.

Mohamed hingegen wird den Tag, auf den er im Regenbogen Hameln aufmerksam gemacht worden war, nicht vergessen. „Ich wünschte, so einen Sporttag gäbe es in meiner Heimat, und alle Kinder dürften mitmachen“, betonte der begeisterte Besucher.



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