weather-image
15°

33 Kilogramm in Hamelner Shisha-Bar sichergestellt

Zöllner spüren gefährlichen Tabak auf

Hameln/Hildesheim. Zöllner haben in einer Hamelner Shisha-Bar 33 Kilogramm unversteuerten und nachträglich angefeuchteten Wasserpfeifentabak entdeckt. Gegen den Verkäufer sei ein Steuerstrafverfahren eingeleitet worden, berichtete gestern Zolloberinspektor Frank Mauritz. Die Ermittler von zwei Spezialeinheiten der Hauptzollämter Hannover und Braunschweig hatten in Hameln und in Hildesheim sieben Tage lang abends und nachts Gaststätten, Shisha-Bars und Etablissements im Rotlicht-Milieu kontrolliert. Auch in Hildesheim sei illegaler Wasserpfeifentabak entdeckt worden. Die dort sichergestellte Menge wiege zehn Kilogramm. „Nachträglich angefeuchteter Wasserpfeifentabak gefährdet die Gesundheit der Raucher in besonderem Maße“, sagt Mauritz, denn der feuchtere Rauch beinhalte gesundheitsgefährdende Stoffe, die jenseits der zulässigen Normwerte lägen.

veröffentlicht am 20.09.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 24.01.2019 um 15:00 Uhr

270_008_6613696_hm102_2109.jpg
Ulrich Behmann

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Das Rauchen von Wasserpfeifen (Shishas) ist seit einigen Jahren vor allem bei jungen Erwachsenen sehr beliebt. Wasserpfeifentabak kann zwar in Deutschland legal vertrieben und erworben werden. Allerdings seien dafür zwei Grundvoraussetzungen zu erfüllen: Der Tabak muss versteuert sein – leicht erkennbar durch die als Siegel angebrachte deutsche Steuerbanderole – und darf den vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Feuchtigkeitsgehalt von fünf Prozent nicht überschreiten.

Der aus den Ursprungsländern eingeschmuggelte Wasserpfeifentabak weist nach Angaben des Zolls allerdings eine sehr viel höhere Feuchtigkeit auf. Der aromatische Tabakrauch wirke dadurch kälter und könne tiefer inhaliert werden. Der Feuchtigkeitsgehalt von bis zu 30 Prozent wird bei der Schmuggelware durch die Zugabe von Zuckermelasse und vor allem Glycerin erreicht. Der so versetzte Tabak birgt die Gefahr größerer gesundheitlicher Risiken, denn: „Verbrennt Glycerin, erzeugt es gesundheitsschädliche Substanzen, die vom Wasserpfeifenraucher inhaliert werden“, erklärt Mauritz.

Was Tabakwaren angeht, ist die deutsche Steuergesetzgebung etwas kompliziert. Wer zum Beispiel ordnungsgemäß versteuerten Wasserpfeifentabak anfeuchtet, stellt nach dem Tabaksteuergesetz ein völlig neues Produkt her, das dann verbrauchsteuerpflichtig wäre, sollte es denn überhaupt verkehrsfähig sein. „Das Anfeuchten ist ein Herstellungsprozess. Wer das tut, stellt also eine unversteuerte Ware her“, sagt Mauritz.

Im Fokus der Kontrollen habe allerdings nicht das Aufspüren illegaler Substanzen, sondern die Bekämpfung der Schwarzarbeit und der illegalen Beschäftigung gestanden, sagt Mauritz. „Selbstverständlich interessieren sich meine Kollegen aber auch für andere Delikte“, sagt der Sprecher des Hauptzollamts Braunschweig.

38 Frauen und Männer waren an ihren Arbeitsplätzen überprüft worden. „In 16 Fällen gibt es erste Hinweise auf Schwarzarbeit.“ Zweimal wurden die Beamten der „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“ und der „Kontrolleinheit Verkehrswege“ im Hildesheimer Rotlicht-Milieu fündig. Zwei dort tätige Damen haben keine gültige Arbeitserlaubnis. In Hamelner Clubs seien keine Verstöße festgestellt worden, hieß es.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?