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Warmherzig und gastfreundlich

Zlatko Hodko mit 76 Jahren gestorben

HAMELN. Zlatko Hodko, der Mann mit dem warmen Lächeln, der grenzenlose Gastfreundschaft gelebt hat, ist am Sonntag, 8. Dezember, im Alter von 76 Jahren gestorben. Viele Hamelner kennen ihn vom Balkan-Grill, den er zusammen mit seiner Frau Ete an der Emmernstraße betrieb, vom Weihnachtsmarkt, wo er jedes Jahr zusammen mit Freunden und Familie in Etes Hütte Glühwein ausschenkte – und vor allem kennen sie ihn als Mensch, der jeden mit offenen Armen begrüßt hat und geholfen hat, wo Hilfe gebraucht wurde.

veröffentlicht am 14.12.2019 um 13:00 Uhr
aktualisiert am 23.01.2020 um 13:14 Uhr

Birte Hansen

Autor

Reporterin zur Autorenseite

Zlatko, wie ihn die meisten kurz nannten, wurde am 15. April 1943 in Zagreb im ehemaligen Jugoslawien geboren. Bis Mitte der 60er Jahre lebte er dort mit seinen Eltern und zwei Geschwistern, bis er, wie er immer sagte, mit dem „Istanbul-Express“, der über Belgrad–Zagreb–Wien ins Ruhrgebiet fuhr, als Gastarbeiter nach Deutschland kam. Alleine, nur mit einem Pappkoffer, hatte er seine Reise angetreten und zunächst in Düsseldorf ein Jahr als Feinmechaniker gearbeitet, bevor er von seinem Onkel in dessen Restaurant nach Paderborn geholt wurde. Dort lernte er Deutsch, arbeitete hinterm Tresen, lernte, als Kellner zu arbeiten. 1968 lernte Zlatko erst die beiden Brüder seiner künftigen Frau kennen, drei Jahre danach dann auch die damals 19-jährige Edeltraut (allen als Ete bekannt) aus Büren – und heiratete sie wenige Monate später, im März 1972.

1977 – Zlatkos Cousin Zlatko Ljubic suchte für sein Restaurant Balkan-Grill in Hameln einen Geschäftsführer – zog Zlatko mit seiner dann schon kleinen Familie in die Rattenfängerstadt: in die Wohnung direkt über dem Balkan-Grill, den er 1982 ganz übernahm. Das älteste ausländische Restaurant der Stadt mit dalmatischen/kroatischen Spezialitäten wurde im Laufe der Jahre – genau wie Ete und Zlatko selbst – zu einer Institution in Hameln. Dass Zlatko Bestellungen ohne Fehler aufnehmen konnte, ohne Zettel und Stift, auch für 20 Leute, ist vielen in Erinnerung. Und seine riesige Gastfreundschaft: „Er hat seine Freunde und Gäste immer behandelt wie Familie“, sagt sein Sohn René, und der Vater habe ihm als kleinem Jungen schon klargemacht, dass „das alles unsere Freunde sind“, die da im Restaurant zu Besuch waren.

Als 1991 der Krieg in Jugoslawien ausbrach, bangte die Familie darum, dass Zlatko noch eingezogen werden könnte – was nicht geschah. Nichts tun konnte er jedoch auch nicht, und so organisierte er gemeinsam mit Ulrich Behmann von der Dewezet eine große Spendenaktion für die Menschen in Kroatien. „Unsere Garage war voll mit Kleidersäcken“, erinnert René sich an die Zeit, „die sie dann auch gemeinsam nach Kroatien gebracht haben.“

Zlatko war im Herzen sowohl Hamelner als auch Kroate – er hat nie die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen, wollte aber auch nie in seine alte Heimat zurück. Zwar war die Verbundenheit mit Kroatien groß – jeden Sommer hat er dort mehrere Wochen mit seiner Familie verbracht –, doch er blieb Hameln treu. Auch nachdem er und Ete 2004 den Balkan-Grill geschlossen hatten. War das Restaurant für viele Hamelner und Gäste nach dem Weihnachtsmarkt der Anlaufpunkt für diverse Absacker – vor allem Sliwowitz und Julischka – und lange Feiern, blieb Zlatko zusammen mit Ete auch in der Zeit nach dem Restaurant Hauptanlaufstelle für Hamelner auf dem Weihnachtsmarkt. Wer zu „Etes Hütte“ kam, konnte mit einer herzlichen Begrüßung durch Zlatko rechnen. Zlatko hat die Weihnachtsmarktzeit geliebt, erzählt Sohn René – der zusammen mit seiner Mutter Ete, Familie und Freunden auch jetzt unmittelbar nach Zlatkos Tod den Betrieb aufrechterhält. Viele Gespräche dort drehen sich jetzt um ihn – alle in liebevoller Erinnerung an einen herzensguten Menschen.



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