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Hameln-Pyrmont. Frau B. aus Posteholz ist in Sorge um ihre Katzen. Um ihre Tiere zu schützen, möchte sie ihren vollen Namen nicht nennen. Was sie in Schrecken versetzt hat, liegt bereits etwas zurück, doch inzwischen mehren sich vor Ort die Gerüchte. „Es war am 27. Oktober, etwa 18.45 Uhr“, als ihr ein Pärchen aufgefallen sei. „Die sahen heruntergekommen aus.“ B. kam gerade vom Spaziergang mit ihrem Hund zurück. Der Mann und die Frau kamen ihr merkwürdig und fremd vor – denn normalerweise sei es zu dieser Zeit „wie ausgestorben“ in ihrem kleinen Dorf. Weil sie der Gedanke an die Unbekannten nicht losließ und sie ein mulmiges Gefühl beschlich, kehrte sie noch einmal an die Einbiegung zurück, ihre Hündin nahm sie mit. „Und dann sah ich, wie da etwas Weißes am Boden zappelte“, und das Pärchen mit „einem langen Rohr oder einer Fangschlinge“ hantiert habe. „,Lassen Sie die Katze los’, rief ich und nach kurzem Zögern stiegen die beiden in ihren dunklen Ford Ka und fuhren davon“, erzählt B. weiter. „Das zappelnde Weiße“ war ihre Katze Susi. Dem Tier seien alle Zähne ausgeschlagen worden und es „schlief die ganze Nacht“, das müssen Schlafmittel gewesen sein, glaubt B. Die Frau ist sich sicher: An diesem Abend haben Tierfänger ihr Unwesen getrieben.

veröffentlicht am 27.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 09:41 Uhr

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Autor:

von Nina Reckemeyer
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Ihre Erinnerungen an den 27. Oktober sind messerscharf. Auch anderen Anwohnern sei an diesem Wochenende ein dunkler Ford Ka älteren Modells aufgefallen, hat B. inzwischen erfahren. Ein Mann aus Rodenbeck bestätigt, auch er habe den Wagen an dem besagten Wochenende mehrmals – auffällig langsam – auf der Straße vor seinem Haus auf- und abfahren sehen. „Vielleicht haben die Ausschau gehalten. Seitdem halten auch wir die Augen offen und sind wachsam“, sagt er. Eine andere Dame glaubt, sich an ein Holzmindener Kennzeichen erinnern zu können. Und eine Spaziergängerin, die auf der Posteholzer Straße unterwegs war, hätte von Leuten erzählt, die „einen Kater gelockt und dann ins Auto gezogen“ hätten, so B.

In der Nähe wohnt auch Frau L.: „Ich habe Angst, dass sie auch zu mir kommen“, also möchte auch sie ihren Namen lieber nicht nennen. Ihr und ihrer Familie sei an einem Sonntagmorgen jemand aufgefallen, der „mit einer Leuchte auf dem Kopf“ den Graben vor ihrem Haus abgesucht hätte. Frau L. sagt, „das kann sonst was gewesen sein“, im Zuge der Beunruhigung, die sich in ihrer Nachbarschaft breitmache, passe aber auch diese Sonderlichkeit ins Bild, meint sie. Ihr ist es jetzt wichtig, „die Leute zu sensibilisieren: Tut das nicht so ab. Man sucht tagelang nach seinem Tier und ist mit den Nerven am Ende.“ „Hier fehlen überall Katzen, die Tierpraxen sind plakatiert mit Suchaufrufen“, sagt Frau B. Immer mal wieder sind in den vergangenen Jahren derartige Beobachtungen im Landkreis gemacht worden. Allein im letzten Jahr berichtete die Dewezet über zwei Fälle, die den Verdacht von Tierfängerei zulassen: Im August 2012 erzählte Monika Hachmeister, Vorsitzende des Tierschutzvereins Bückeburg-Rinteln, vom plötzlichen Verschwinden von sieben Katzen, das damals zeitlich mit den ausgelegten Wäschekörben für eine Altkleidersammlung einherging. Auch in Amelgatzen sind im Spätsommer, im Juli, „diverse Katzen weggekommen“, wie Heike Tramm berichtet, drei allein von ihrem Hof. „Von Samstag bis Donnerstag waren auf einmal sechs Katzen verschwunden. Drei, vier Wochen später“, erzählt Tramm, sei die Kartäuser Rassekatze eines Nachbarn spurlos verschwunden. Im April sei dann auch der Hund eines Nachbarn nicht mehr aufzufinden gewesen – und bis heute nicht zurückgekehrt. In Internetforen mehren sich die Einträge auch aus anderen Regionen, in denen von Tierfängern die Rede ist. Den Vorfall vor ihrer Haustür hat Frau B. zur Anzeige gebracht. Eine exakte Täterbeschreibung lieferte sie der Polizei Aerzen mit. Guido Krosta, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Polizei Hameln-Pyrmont und Holzminden, erklärt allerdings, „es liegen wenig Ansätze vor, um die Ermittlungen einzuleiten“.

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