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Die Vor- und Nachteile eines Studiums in Hannover

Ziehe ich für ein Studium in Hannover aus Hameln weg?

HAMELN. Soll ich nach Hannover ziehen oder in Hameln wohnen bleiben? Welche Vor- und Nachteile haben Studenten die zwar in Hannover studieren, aber in Hameln leben? Diese Fragen stellen sich wahrscheinlich viele junge Menschen nach der Schule, wenn sie überlegen ein Studium in Hannover aufzunehmen. Die Entscheidung ist dabei nicht immer eine leichte.

veröffentlicht am 22.06.2020 um 12:00 Uhr

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Heimat oder Großstadtflair

Wenn man sein ganzes Leben in einer Kleinstadt wie Hameln gewohnt hat, ist es nicht unüblich, dass man auch gerne mal das Großstadtleben kennenlernen möchte. Hannover bietet nicht nur Großstadtflair, sondern ist für seine Größe auch noch außerordentlich grün. Mit über 500.000 Einwohnern ist die Landeshauptstadt auch die größte Stadt des Bundeslandes. Die Grünfläche beträgt dabei zirka 15 Prozent und punktet mit den Herrenhäuser Gärten, dem Stadtwald Eilenriede und dem Maschsee. Hameln im Gegensatz ist zwar deutlich grüner, aber eben auch wesentlich kleiner. Ende 2018 lebten hier gerade einmal 57.500 Menschen. Für viele Menschen ist es aber gerade das, was Hameln ausmacht. Gerade die Überschaubarkeit macht Hameln zu einer Heimat, in der man sich kennt. In Hameln kann man seine Ruhe natürlich viel besser genießen, als in der großen Landeshauptstadt. Wer jedoch auf den Trubel steht und von einem vollen Café in das nächste stolpern will, für den bietet sich das Leben in der eher ländlichen Region eben nur bedingt an.

Neues Abenteuer oder im Schoß der Familie

Der Start eines Studiums wird immer gleichgesetzt mit einem neuen Lebensabschnitt. In den meisten Fällen stimmt das auch. Man zieht von Zuhause aus, führt sein eigenes Leben und bereitet den Weg für die eigene Zukunft vor. Dieser Schritt muss aber auch gut überlegt sein. Ein Umzug, vor allem in eine Großstadt, ist immer mit hohen Kosten verbunden. Viele sind sich auch gar nicht sicher, ob es auch wirklich der richtige Studiengang für sie ist, sodass so ein studienbezogener Umzug auch immer ein Risiko darstellt. Bei einem eventuellen Studienabbruch ist die Fallhöhe deutlich geringer, wenn man Zuhause Wohnen blieb. Diese Sicherheit zu haben ist für viele Studierende wichtig, da sie sich so nicht gezwungen fühlen ein Studium zu beenden, welches ihnen eigentlich gar nicht liegt. Da bietet es sich für viele an erst einmal zuhause Wohnen zu bleiben oder sich hier in Hameln eine günstigere Wohnung zu nehmen. Die Frage nach der Finanzierung des Studiums beschäftigt die meisten Studenten. Wenn man Zuhause auszieht kommt man meist nicht um einen Nebenjob oder den BAföG-Antrag herum. Auch die Nähe zur Familie und Freunden ist für viele junge Studierende ein Argument in der Heimatstadt wohnen zu bleiben. Mit seinen Freunden und der Familie in der Heimatstadt lebt es sich natürlich besser, als alleine in einer neuen Stadt. Gerade in dieser neuen Lebensphase will man natürlich nichts verpassen und entscheidet sich daher gerne auch in der Nähe seiner Freunde zu bleiben.

Studentenleben oder Pendeln

Einen großer Nachteil hat das Leben in Hameln, wenn man in Hannover studiert: Pendeln. Man muss nicht nur signifikant eher aufstehen, sondern man verliert über den Tag verteilt auch viel Zeit. Je nach Wohnort und Verkehrsmittel fallen allein für den Weg zur Universität und zurück schon 3 Stunden pro Tag an. Wohnt man weiter außerhalb und ist etwa auf den Bus angewiesen, um pünktlich am Bahnhof zu sein, dann kann sich die Fahrtzeit auch noch ein gutes Stück verlängern. Der reine Zeitverlust ist aber nicht das einzige Problem. Als pendelnder Student lebt man „zwischen Tür und Angel“. Die Teilnahme am studentischen Tagesleben ist dadurch deutlich schwerer zu bewerkstelligen. Wenn abends um die Häuser gezogen wird und die ersten Studentenpartys besucht werden, müssen viele Pendler schon an den letzten Zug denken, um noch irgendwie nach Hause zu kommen. Natürlich wollen nicht alle so ein „Studentenleben“ führen, aber für viele ist es eine der besten Erfahrungen in ihrem bis dato jungen Leben. Für Pendler kann es dadurch auch schwieriger sein Anschluss zu finden oder neue Menschen kennenzulernen. Während Vorlesungen und Seminaren ist das zwar genauso gut möglich, doch vieles spielt sich eben auch nach dem Uni-Alltag ab. Dabei sind vor allem Wohngemeinschaften hilfreich. Entweder kann man sich die Stadt von anderen Bewohnern der WG zeigen lassen oder man erkundet sie mit anderen Erstsemester Studenten selber. Als Studierender an einer großen Universität wie Hannover ist es auf jeden Fall einfacher, wenn man sein Studium nicht alleine durchleben muss. Viele Sachen machen einfach mehr Spaß, wenn man sie in der Gruppe macht, oder sind auch einfacher, wenn es sich um lästige Universitäts-Bürokratie handelt. Wenn man sich wirklich nur für das Studieren interessiert, werden das ganze Studentenleben und die vielen verschiedenen Aktivitäten nicht so interessant sein. Es ist natürlich auch möglich als Pendler schnell Anschluss zu finden, wenn man das denn möchte. Ob man für ein Studium nach Hannover ziehen will, hängt von vielen Faktoren ab. Entscheiden muss man es dennoch für sich allein.



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