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CDU-Landratskandidat Walter testet einen Alterssimulationsanzug / Alltägliche Einkäufe stellen viele Senioren vor Schwierigkeiten

Zeitreise in die Rente: In wenigen Minuten auf 90 Jahre gealtert

Hameln (ch). Ein kleiner Mann mit ergrautem Haar schlurft mit langsamen Schritten in die Apotheke in der Stadt-Galerie. Im Zeitlupentempo geht er vor einem Regal in die Knie, bemüht, das Gleichgewicht zu halten, bis er an eine Creme aus dem untersten Fach herankommt. Ganz dicht hält er sich die Tube vor die Augen. „Junger Mann“, ruft er einen Angestellten, „junger Mann, können Sie mir helfen? Das kann man so schlecht lesen. Und reden Sie lauter. Ich hör’ Sie kaum.“

veröffentlicht am 24.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 03:41 Uhr

Das Aufstehen fällt dem 90-Jährigen sichtlich schwer.  Fotos: Dana
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Eine alltägliche Situation – nur in diesem Fall ist der „Senior“ mit starken Geh-, Seh- und Hörproblemen erst 52 Jahre alt und normalerweise körperlich nicht eingeschränkt. Der CDU-Landratskandidat Dr. Stephan Walter lässt sich in einen Alterssimulationsanzug von der Wolfsburg AG stecken, um am eigenen Leib zu erfahren, mit welchen Schwierigkeit viele ältere Menschen beim Einkaufen zu kämpfen haben.

Treppen und enge Gänge können das Gehen behindern, viele Regale sind nur durch Bücken oder Strecken zu erreichen, ratlos stehen Senioren vor winzigen Preisschildern, Produkten, die nur englisch benannt sind; kämpfen mit engen Umkleidekabinen und suchen Stühle, auf denen sie sich ausruhen können. Darum, so Walter, habe er mithilfe der Stadt-Galerie und der Wolfsburg AG das „Zeitreiseprojekt“ organisiert. Auch mit Blick auf die demografische Entwicklung fordert er: „Seniorenpolitik muss einen höheren Stellenwert haben.“ Dafür wolle er einen Seniorenplan für den Landkreis aufstellen. Zudem solle angedacht werden, eine Demografiebeauftragten-Stelle beim Landkreis zu schaffen.

Nach seiner Shopping-Tour im „Zeitreiseanzug“ zeigte sich der Landratskandidat beeindruckt: 20 Kilogramm Gewichte sorgten für schnelle Erschöpfung, Füße, Gelenke und Hände werden behindert, das Seh-, Hör- und Tastvermögen ist eingeschränkt. 75, 80 am Ende gar 90-jährig fühlt sich der künstlich gealterte 52-Jährige, der auf seiner Suche nach Venencreme und „elektronischen Artikeln“ immer wieder auf Verständnisprobleme und körperlich bedingte Schwierigkeiten stößt. „Altern ist nicht leicht“, verkündet er anschließend und äußert die Hoffnung, Unternehmen durch seine Aktion für altersgerechtes Einkaufen sensibilisiert zu haben.

Der gealterte Dr. Stephan Walter versucht, die kleine Schrift auf einer Cremetube zu entziffern.



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