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Die Pflanzen sind trocken, die Weser ist flach und der Trinkwasserverbrauch hoch

Zeit für Regentänze

veröffentlicht am 31.08.2016 um 17:49 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:46 Uhr

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Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Dabei ist es doch noch gar nicht so lange her, dass wir den Sommer verflucht haben als zu kalt und zu nass und damit doof, weil nicht ferienkompatibel. Doch lange „hat es keine durchgreifenden Niederschläge gegeben“, sagt Kreislandwirt Karl-Friedrich Meyer. Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldete Dienstag: „Ein viel zu trockener August mit einer Hitzewelle am Monatsende.“

Von Juni bis August fielen nach Messung der Stadtwerke Hameln im vergangenen Jahr 174 Millimeter Regen pro Quadratmeter, 141 Millimeter waren es in den drei Monaten dieses Jahres. Aktuell ist Hoch „Harald“ verantwortlich für das Wetter, das den Landwirten der Region zu schaffen macht. Derzeit werden Winterraps und Zwischenfrüchte wie Senf und Ölrettich gesät – all das könnte gut einen feuchteren Boden vertragen. Stattdessen landet die Saat in knochentrockenem Boden, sodass die Landwirte bei der Aussaat besonders darauf achten müssen, dass die Flächen sofort wieder verschlossen werden, um nicht noch mehr Wasser zu verlieren.

Dem Weizen ist’s egal, der ist ab, doch der Mais „reift zu schnell ab“, sagt Meyer. Und die Zuckerrüben „schlafen“, wie er sagt, lassen also die Blätter platt am Boden liegen. „Auch der Grundwasserstand ist schon gesunken“, sagt Meyer, der eben diesen an seinem Hauswasserbrunnen gut im Blick hat. Zwar sei der Frühsommer tatsächlich kalt und regnerisch gewesen – aber das habe nichts gebracht. Mal drei, mal fünf Millimeter Niederschlag – „wir bräuchten 30 oder 40“, sagt Meyer. Am besten in Form eines 24-stündigen Landregens, weil unwetterartige Regenfälle den jetzt so trockenen Boden nur wegschwämmen würden.

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Foto: Dana

„Mit rund 45 Litern pro Quadratmeter erreichte der August nur 60 Prozent seines Klimawertes von 77 Litern“, schreibt der DWD. In Niedersachsen fielen sogar nur 40 Liter statt 70 im langjährigen Schnitt. Allerdings zählte Niedersachsen mit 200 Stunden Sonne zu den sonnenscheinarmen Bundesländern.

Der trockene Monat macht sich auch beim Wasser bemerkbar. Mit einem Pegel von 108 Zentimetern in Hameln-Wehrbergen über NN ist „die Weser trocken“, sagt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Das sei aber völlig normal zu dieser Jahreszeit. Kritisch ist der Wasserstand also (noch) nicht – solange in Hannoversch Münden ein Pegel von 120 Zentimetern erreicht wird, kann wirtschaftlich Wasserschifffahrt auf der Weser betrieben werden. Der Pegel in Hann. Münden betrug gestern 126 Zentimeter.

Auch im Trinkwasserverbrauch machen sich Hitze und Trockenheit bemerkbar. „Im Sommer steigt der Verbrauch an“, erklärt Ilka Albrecht von den Stadtwerken. Viele Menschen gingen mehrmals am Tag duschen, die Blumen müssen häufiger gegossen werden und vielleicht werde auch noch das Planschbecken für die Kinder gefüllt. Am vergangenen Freitag, 26. August, verzeichneten die Stadtwerke Hameln so mit 10 338 Kubikmetern die bisher höchste Wasserabgabe in diesem Jahr. Im Durchschnitt beträgt die Wasserabgabe pro Tag 8750 Kubikmeter.

Auch das Hamelner Südbad bekommt Trockenheit sofort zu spüren: Vom 27. auf den 28. August, von 14 bis 14 Uhr, betrug der Wasserverbrauch laut Stadtverwaltung für die Becken 300 Kubikmeter. „Die Menge wird zum Auffüllen der Becken benötigt, aber auch zum Zwecke der Filterreinigung.“ Bei schlechtem Wetter liege der 24-Stunden-Verbrauch dagegen bei 30 bis 60 Kubikmetern. Die Besucherzahlen hat das Wetter aber nicht in die Höhe getrieben. Im Vergleich zum August des Vorjahres waren bis gestern sogar 5888 weniger im Südbad (insgesamt 13 057), im Waldbad Sünteltal waren es im August 583 weniger als im August 2015 – insgesamt 5292.



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