weather-image
23°

Palliativ-Station mit besonderem Angebot

Zeit der Erinnerung

Hameln. Der niederländische Komponist Herman van Veen sagte einmal: „Leben ist wie Schnee, du kannst ihn nicht bewahren. Trost ist, dass du da warst, Stunden, Monate, Jahre.“ Denn der Tod gehört zum Leben dazu, dennoch wird das Thema meist ausgeklammert.

veröffentlicht am 10.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 08:21 Uhr

270_008_7489780_hm301_1010.jpg

Autor:

von svenja-a. möller
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Manche Erkrankte wissen, dass ihre Zeit gekommen ist. Sie wissen, dass es für sie keine Heilungschancen gibt, die Medizin ihnen nicht mehr helfen kann. Einige dieser Patienten entscheiden sich, Zeit in einer palliativen Einrichtung zu verbringen. Auch das Sana-Klinikum Hameln hat solch einen Palliativbereich, drei Zimmer stehen hier zur Verfügung. Doch was ist Palliativpflege? Was passiert auf solch einer Station?

Hauptmerkmal der palliativen Pflege ist, dass sie nicht auf eine Heilung, sondern auf die Reduktion der Krankheitsfolgen abzielt. Nebenwirkungen und Schmerzen sollen gelindert, Depressionen verhindert werden. Im Vordergrund der palliativen Behandlungen stehen die Wünsche, Ziele, das Wohlbefinden des Patienten, nicht die körperliche Heilung. Im Sana-Klinikum kümmert sich dafür ein Team von Ärzten, Fachpflegekräften, Physiotherapeuten, Psychologen, Seelsorgern und Sozialdienstmitarbeitern um die Erkrankten. Die Patienten erfahren eine individuelle Schmerztherapie und Wundversorgung, psychotherapeutische Unterstützung und eine stetige Begleitung in ihrer letzten Lebensphase. „Die palliative Versorgung versteht sich als ganzheitliche Behandlung, die neben der Versorgung der körperlichen Leiden auch die psychischen, spirituellen, religiösen und sozialen Bedürfnisse der Patienten berücksichtigt“, erklärt das Klinikum. Das Team begleitet die Patienten auf ihrem letzten Weg, versucht dabei, eine bestmögliche Lebensqualität zu schaffen. Barbara Vahldieck, Fachkrankenschwester des Palliativbereiches, erklärt: „Wir versuchen die schwer kranken Patienten zu stabilisieren, ihre Schmerzen und Beschwerden zu lindern sowie mit ihnen gemeinsam ihre Ressourcen zu erkunden.“ Der Besuch einer palliativen Einrichtung bedeutet nicht, dass der Patient in naher Zukunft verstirbt. Manche Erkrankte verbringen nur eine bestimmte Zeit auf der Station, gehen später zurück nach Hause, versterben erst Monate oder sogar Jahre später.

Das Team des Palliativbereiches kümmert sich ebenfalls um die Angehörigen der Patienten, steht ihnen beim Tod der Verwandten und auch in der Trauerzeit bei.

Das Sana-Klinikum ruft dafür im eigenen Haus zu einer „Zeit der Erinnerung“ auf. Angehörige von Verstorbenen aber auch Menschen, die sie auf diesem Weg begleiteten – Mediziner, Vertreter von Hospizen, Hospizvereinen, ambulanten Palliativpflegediensten –, wollen sich am Samstag, 11. Oktober, um 15 Uhr im „Raum der Stille“ zusammenfinden, um der Verstorbenen zu gedenken. Der Nachmittag soll Gelegenheit bieten, gemeinsam zu trauern und über den Verlust zu sprechen. „Die Zeit für Erinnerung ist kein Gottesdienst; Menschen aller Glaubensrichtungen sind herzlich eingeladen“, erklärt Birgit Hodemann, Seelsorgerin des Klinikums.

„Oberstes Ziel des Palliativ-Teams ist es, die Patienten mit möglichst guter Symptombehandlung wieder zu entlassen“, sagt das Sana-Klinikum. In der Regel blieben die Patienten sieben bis zehn Tage. dpa



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?