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Wie geht es weiter mit dem ehemaligen „Wienerwald“? / Politik vertagt eine erste Entscheidung

„Zeit damit verbracht, uns im Kreis zu drehen“

HAMELN. Wird es doch noch einmal eine öffentliche Ausschreibung zum Verkauf des ehemaligen Wienerwald-Gebäudes geben? Das wäre laut Stadtbaurat Hermann Aden jedenfalls die „rechtlich einwandfreie Lösung“, wenn denn weiterhin nach einem Investor für das Grundstück am Bürgergarten samt Ex-Restaurant gesucht werden soll. Ob es jedoch soweit kommen wird, ist auch weiterhin unklar.

veröffentlicht am 27.04.2017 um 06:06 Uhr
aktualisiert am 27.04.2017 um 17:33 Uhr

Für das ehemalige Wienerwald-Gelände liegen derzeit drei verschiedene Zukunftsvarianten vor. Konkret ist aber noch keine dieser Optionen. Foto: Dana
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Zwar hatte der Ausschuss für Stadtentwicklung das Thema Wienerwald gestern auf seiner Tagesordnung. Eine erste Entscheidung dazu gab es dennoch nicht. Den nächsten Schritt solle der Verwaltungsausschuss in seiner Sitzung am 10. Mai klären, hieß es. Die Gruppe aus SPD, Linken und Grünen hat „noch weiteren Beratungsbedarf“ in dieser Frage.

Konkret ging es gestern um den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan für das Wienerwald-Gelände. Dieser wäre nötig, wenn sich die Politik dazu entschließe, den Wienerwald abzureißen und einen Neubau in irgendeiner Art auf dem rund 1500 Quadratmeter großen Gelände errichten zu wollen. Das ist eine der drei möglichen Handlungsoptionen, die die Verwaltung dem Stadtentwicklungsausschuss gestern aufzeigte.

Für die beiden anderen Varianten bräuchte es keinen Bebauungsplan: Der Verkauf an einen sanierungswilligen Investor könnte ebenso ohne Bebauungsplan erfolgen wie der Abriss des Wienerwald-Gebäudes mit anschließender Integration des planen Grundstücks in den Bürgergarten. Ein Beschluss hätte gestern aber auch formell die Chance für alle drei Lösungen ermöglicht.

Von einem erneuten Verkaufsversuch hält Aden indes nichts. Seitens der Verwaltung sei der Abriss des Gebäudes und eine Eingliederung des Grundstücks in den Bürgergarten vorerst die günstigste Option. Und sowieso: „Wir haben einige Zeit damit verbracht, uns im Kreis zu drehen“, so der Stadtrat zu den nunmehr einige Jahre andauernden Diskussionen um die Nachnutzung des Wienerwalds. Eine Sanierung – die Verwaltung plant dafür mit Kosten in Höhe von bis zu 1,5 Millionen Euro – komme für die Stadt nicht in Frage. „Es gibt Dinge, auf die wir uns eher konzentrieren müssen.“ Damit meinte Aden unter anderem nötige Investitionen in die Hamelner Bildungseinrichtungen, insbesondere bei den Kindergärten dränge es derzeit. „Die Ressourcen der Stadt sind nicht unendlich“, so der Stadtbaurat im Ausschuss. Klar ist laut Aden aber auch: „Das Gebäude darf so nicht länger leerstehen.“

„Tempo in die Angelegenheit bringen“, will Petra Wiedenroth von der CDU. Die in der Vergangenheit schiefgegangenen Pläne, die geführten Debatten in der Politik – alles nichts, worauf die Hamelner Ratspolitik stolz sein könne, so die CDU-Ratsfrau.

Der Verkauf sowie der Erhalt des 1949 erbauten Gebäudes ist denn aber immer noch Wille von Rot-Rot-Grün und der der Fraktion Frischer Wind/Piraten. Die Gruppe will bekanntlich einen potenziellen Investor an der Hand haben, der die Idee eines inklusiven Café im kernsanierten Wienerwald realisieren wolle. „Wir haben da einen potenziellen Investor. Doch der wüsste gern, was genau auf ihn zukommt“, sagte Gerd Siepmann (Linke). Näheres zu dem möglichen Investor nannte er nicht, jedoch sei es gut, dass die Verwaltung nun alle Handlungsmöglichkeiten für das Areal am Bürgergarten aufzeigt. Selbst an die Verwaltung herangetreten ist dieser Investor laut Aden jedenfalls noch nicht. Doch wenn es tatsächlich einen potenziellen Käufer gebe, müsse es eben auch eine öffentliche Ausschreibung geben. Klaus Pfisterer (Frischer Wind) zweifelt indes an der von der Verwaltung angepeilten Summe für die Sanierung. „Die Bausubstanz ist nicht so schlecht, wie sie dargestellt wird“, meinte er.

Aussichten auf einen politischen Kompromiss? Gestern im Ausschuss negativ. Vom Tisch wird die Zukunft des ehemaligen Wienerwalds wohl auch nach einer Entscheidung im Verwaltungsausschuss noch lange nicht sein.

Wienerwald - Eine Chronologie

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