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Angeblich bleibt das heutige Wetter sieben Wochen erhalten / Tag geht auf alte Legende zurück

Zeigt der Siebenschläfer den Sommer an?

Hameln (CK). Sieben Wochen strahlender Sonnenschein oder grau verhangene Regenwolken? Vor dieser bangen Frage stehen wir jedes Jahr wieder, wenn es auf den Siebenschläfer-Tag am 27. Juni zugeht. Angeblich bleibt uns das Wetter, wie es heute in Hameln herrscht, von diesem Tag an sieben Wochen erhalten. Doch stimmt die Bauernregel wirklich? Und was machen die Siebenschläfer, die zu der Familie der Bilche gehören, an diesem Tag?

veröffentlicht am 27.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 02:41 Uhr

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„Das, was sie an jedem Tag machen: Schlafen!“, schmunzelt Hans Arend vom heimischen Naturschutzbund (Nabu). Die sogenannten Bilche würden deshalb bezeichnenderweise auch „Schlafmäuse“ genannt. Sie halten nicht nur einen ausgedehnten, etwa siebenmonatigen Winterschlaf, sondern verschlafen auch während des Sommers den hellen Tag. Erst, wenn es Nacht wird, werden die kleinen Langschläfer aktiv und verlassen ihre Nester, die sie in Baumhöhlen, Felsspalten oder Nistkästen anlegen. „Dann wird gefressen, was vor das spitze Näschen kommt, damit im Herbst die Speckschicht für den langen Winterschlaf ausreicht“, erläutert Arend. Entgegen der landläufigen Meinung würden die Schlafmäuse aber schon etwa Mitte Mai und nicht erst jetzt, zum Siebenschläfer-Tag, aus dem Winterschlaf erwachen.

Der Siebenschläfertag, der 27. Juni, geht nach Arends Worten vielmehr auf eine altchristliche Legende zurück. „Während der Christenverfolgung versteckten sich sieben Jünglinge in einer Höhle, schliefen dort ein und wurden eingemauert. 200 Jahre später sollen sie bei der Öffnung der Höhle zunächst noch lebendig vorgefunden und erst dann – von einem Heiligenschein umgeben – gestorben sein“, erzählt Arend.

Der putzige graue Siebenschläfer, wie er bei uns vorkommt, hat typisch dunkle Augenringe und turnt mit seinem langen, buschigen Schwanz in den Baumkronen lichter Laubwälder, in Parks und auf Obstbäumen herum. „Auf seinem Speisezettel stehen vorwiegend Früchte, Knospen und Nüsse. Er vertilgt aber auch Insekten, Eier und Jungvögel“, weiß Arend zu berichten. Ein notorischer Nesträuber sei der Siebenschläfer jedoch nicht, bei ihm gelte eher die Regel: „Gelegenheit macht Diebe.“

Sein nächster Verwandter, der Gartenschläfer, ist lebhafter gefärbt. Dieser schwarz maskierte Langschläfer ist ein großer Liebhaber tierischer Kost. Von Schnecken über Würmer und Mäuse bis hin zu Jungvögeln sei letztlich nichts vor ihm sicher, so der Nabu-Vertreter. Die Haselmaus ist das kleinste Mitglied der geschützten Bilche. „Sie klettert flink und sieht mit ihrem rotbrauen Fell einem jungen Eichhörnchen sehr ähnlich. Die Haselmaus ist ein wahrer Baumeister“, zeigt sich Arend beeindruckt; „sie baut in Hecken und Sträuchern kunstvolle, kugelige Nester.“

Der Verlust von Höhlenbäumen, Streuobstwiesen oder von strukturreichen Hecken mit Beeren und Wildfrüchten reduziert den Lebensraum der munteren Schlafmäuse und vieler anderer Tiere. „Deshalb kümmern sich die Nabu-Gruppen im heimischen Raum auch besonders um den Erhalt und die Wiederherstellung solcher Biotope“, berichtet der Naturschützer von den Aktivitäten seiner fünf Gruppen. „Jeder Gartenbesitzer“, sagt Arend, „kann den liebenswerten Kerlchen zu einer neuen Heimat verhelfen – mit einem naturnahen, giftfreien Garten.“

Mehr Informationen hierzu finden sich in der umfangreichen Nabu-Broschüre „Gartenlust – für mehr Natur im Garten“, die es im Naturschutzzentrum Hameln am Berliner Platz 4 gibt, oder gegen Einsendung von fünf Briefmarken zu je 55 Cent beim Nabu Hameln-Pyrmont bestellt werden kann.

Nachtaktiv: Der Siebenschläfer erwacht meist schon Mitte Mai. Ob er wirklich das Wetter bestimmt, ist aber zweifelhaft.

Foto: Bilderbox



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