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Haupt- und Oberschüler aus der Region buhlen beim Job Speed Dating um die Gunst der Arbeitgeber

Zehn Minuten Vollgas

Hameln. Es erinnert ein bisschen an einen Boxring: Ein Glockenläuten zeigt an, wann der nächste „Kampf“ ansteht. Doch es ist kein Kampf gegeneinander, sondern miteinander, den Bewerber und Arbeitgeber beim Job Speed Dating ausfechten. Denn bei den Bewerbungsgesprächen im Turbo-Tempo haben alle das gleiche Ziel: Junge Menschen in eine Ausbildung zu vermitteln.

veröffentlicht am 13.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 17:21 Uhr

Autor:

VON ANDREA TIEDEMANN
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Bereits zum vierten Mal trafen sich gestern in der Arbeitsagentur Anbieter aus der Region mit Schülerinnen und Schülern der neunten und zehnten Jahrgangsstufe. Das Prinzip ist einfach: Jeder Bewerber hat in einer „Runde“ zehn Minuten, sich von der besten Seite zu zeigen. Was sich allerdings genau „im Ring“ abspielt, nachdem die Glocke klingelt, bleibt Geheimnis der rund 50 Haupt- und Oberschüler und deren acht potenzieller Ausbilder. Denn die Tür bleibt verschlossen, aus Rücksichtnahme gegenüber den aufgeregten Kandidaten. „Da ist viel Herzklopfen dabei“, sagt Organisatorin Barbara Baroke-Eschenhagen.

Das Herzklopfen kann man in der Kantine des Arbeitsamtes spüren. Dort warten bereits die Bewerber der nächsten Runde. Bewerbungsmappen liegen auf den Tischen, eine Gruppe junger Frauen stürmt auf die Toilette, um noch einmal das Make-up nachzuziehen. Die 15-jährige Fanny zupft ihr weißes Hemd zurecht und atmet tief durch. Gleich wird sie beim Hotel Stadt Hameln vorsprechen. „Sehr aufgeregt“ ist die junge Frau von der Klütschule.

Kein Wunder, denn die Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-Raabe-Schule/Oberschule Südstadt, der Klütschule, der Oberschule Hessisch Oldendorf, der Pestalozzi-Schule und der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule erhoffen sich natürlich, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Acht Arbeitgeber, darunter Vorwerk, Kaufland, Bäckerei Wegner, das AC Outdoor Center, die Tischlerei Holz und Haus sowie die Praxis Dr. Hedemann Praxis am Posthof, nehmen teil.

Doch die wenigsten Bewerber verlassen „den Ring“ gleich mit einem Vertrag in der Hand. Im Schnitt werden von den rund 50 Bewerbern nur ein bis zwei direkt in eine Ausbildung übernommen, so Baroke-Eschenhagen. Ein anderer werde aber vielleicht zu einem weiteren Bewerbungsgespräch oder einem Probepraktikum eingeladen, gibt sie zu bedenken. Ihr komme es in erster Linie auf den Übungseffekt an: Von den Entscheidern zu hören, worauf es ankomme, sei für die Jugendlichen wertvoll.

Bernd Arens vom Fahrzeugbau-Unternehmen Truck Group weiß genau, worauf es ihm ankommt. „Kaugummi geht gar nicht“, sagt er. Aber auch Zeugnisse mit enorm vielen Fehlzeiten, die der Bewerber nicht begründen könne, seien für ihn nicht akzeptabel. Wer allerdings bei Arens punktet, hat gute Chancen auf einen Platz als Kfz-Mechatroniker oder eine Ausbildung im Bürobereich. „Wir hatten schon einmal einen Kandidaten vom Job Speed Dating“, sagt Berend. Doch der sei dann wieder abgesprungen, weil er sich selber für einen anderen Ausbildungsplatz entschieden habe.

Für viele der Jugendlichen gehe es beim Job-Speed-Dating neben den konkreten Tipps der Profis noch um etwas anderes, sagt Friedrich Rose von der Wilhelm-Raabe-Schule. „Die Hemmschwelle wird abgebaut.“ Denn häufig seien die Bewerber vor dem ersten Kontakt sehr aufgeregt. Wer eine solche Situation schon einmal erlebt habe, könne beim zweiten Mal souveräner auftreten. Daher bereite man die Gespräche auch schon im Unterricht vor.



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