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Diskussion über das Thema Moral im Ökumenischen Zentrum mit vielen Zuhörern

Zehn Gebote offenbar kein Ladenhüter

Hameln (wft). Sind die Zehn Gebote ein Ladenhüter oder sind sie eine Lebenshilfe? Die Antwort gaben gestern zunächst die vielen Zuhörer mit ihrer Anwesenheit im Ökumenischen Zentrum in Klein Berkel selbst. Bei so viel Interesse, das auch schon den drei vorangegangenen Veranstaltungen zu diesem Thema gegolten hatte, können sie eigentlich gar kein Ladenhüter sein. „Da haben wir wollen den richtigen Nerv getroffen“, meinte Diskussionsleiter Andreas Jungnitz, der sich gestern gemeinsam und intensiv mit der Steuerberaterin Irmgard Lohmann, Pastor i. R. Udo Wolten und Dewezet-Chefredakteur Frank Werner mit dem Thema Moral auseinandersetzte.

veröffentlicht am 05.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 21:41 Uhr

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„Es gibt nicht nur eine Moral“, betonte Werner. „Es gibt unterschiedliche Moralvorstellungen. Die Moral schlechthin gibt es nicht.“ Darin war er sich mit Irmgard Lohmann einig, und Wolten ergänzte: „Aber jede Moral erzeugt auch eine Doppelmoral.“ So dauerte es denn auch nicht lange, bis das Gespräch auf den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff und die Rolle der Medien kam, von denen sich der Politiker durch die Berichterstattung sehr verletzt fühlte. Auch wenn Werner die Medien damit verteidigte, dass ohne ihre Recherchen die Dinge nicht ans Licht gekommen wären, attestierte er ihnen aber auch, dass es einen „Herdentrieb“ gebe, wenn erst einmal etwas ins Rollen gekommen sei. „Da werden dann auch mal Schwellen überschritten und von ihnen Moral gemacht, die Moral aber nicht manipuliert“, wie es Jungnitz als These formuliert hatte. Was Werner auch betonte: Es werde im täglichen Prozess der journalistischen Arbeit permanent ethisch und moralisch abgewogen, was veröffentlicht werden könne oder nicht. Dass die Zeitung schon durch die Auswahl ihrer Themen und eine bestimmte Haltung Politik mache, räumte er unumwunden ein.

Irmgard Lohmann lobte vor allem die herrschende Moral in der Wirtschaft der Region. „Die ist gut vorhanden – so wie es schon immer war“, betonte die Steuerberaterin, die den heimischen Banken und Unternehmen bestätigte, miteinander mit Achtung und Respekt umzugehen. An die Zehn Gebote hat Irmgard Lohmann vor allem die Erinnerung, dass sie als Kind immer die Reihenfolge durcheinander gebracht habe. Heute seien sie ihr aber noch immer eine Lebenshilfe.

Ganz anders setzte sich Udo Wolten mit dem Thema auseinander. In der Zeit seiner seelsorgerlichen Tätigkeit hätten sie für ihn durchaus nicht Vorrang gehabt. Aber er sehe inzwischen ein großes Interesse bei Erwachsenen, sich mit ihnen zu beschäftigen. Für ihn seien die Zehn Gebote ein „Liebesangebot Gottes an den Menschen“, betonte Wolten. Statt sie als Verbotsliste zu verstehen, sehe er sie eher als Gebote Gottes, dem Menschen die Chance zu geben, bestimmte Dinge nicht mehr zu tun. Deshalb sollten sie umbenannt werden in die „zehn großen Freiheiten“, meinte Wolten unter Hinweis auf die Initiative eines Berliner Theologen.

Für Frank Werner reichen die Zehn Gebote nicht aus, diese Welt zu regulieren. Seiner Auffassung nach sollte es zum Beispiel auch das Gebot der Nachhaltigkeit geben, außerdem könnten die in der deutschen Verfassung verankerten Grundrechte ein guter Leitfaden sein.



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