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Postapokalyptischer Thriller „Dunkles Land“ beeindruckt

Zappenduster

HAMELN. Es ist „fucking finster“ im postapokalyptischen Thriller „Dunkles Land“, an das sich Hamelns „Junges Ensemble“ am Dienstagabend im TAB – unsem Theater auf der Bühne – wagte. Acht Überlebende als „Fremde in einer fremden Welt“, in der es zappenduster ist. Eine Horrorvision für eine Welt, die von Energie lebt und auf sie angewiesen ist.

veröffentlicht am 20.06.2018 um 12:57 Uhr
aktualisiert am 20.06.2018 um 14:30 Uhr

Ein tolles Ensemble. Foto: Theresa Blessing
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Autor

Richard Peter Reporter
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Ohne Strom kein Handy, kein Geld, kein Staubsauger, kein Licht. Überlebenskampf für eine kleine Gruppe, die von außen, dem Bösen an sich, immer wieder angegriffen wird, fliehen muss.

Endzeitstimmung – und doch, ausgerechnet in diesem Endspiel auf einer Sperrmüll-Insel: banalste Dialoge. Warum, warum, warum – und keine Antwort. Klischees auch dort, wo es um nichts mehr geht als ums nackte Übberleben. Und die Finsternis, die alles verhüllt, auf der Bühne allemal in Licht getaucht – und zusätzlich irritierend. Das Spiel irreal werden lässt.

Im Prolog das Alte Testament zitiert mit Gottes Geist, der über den Wassern schwebt. Und dem: „Es werde Licht“ – und in der Folge dasLicht von der Finsternis getrennt. Für Jahrtausende, bis China und die USA gnadenlos ums Energie-Monopol kämpfen, sich und alle anderen vernichten. „Dunkles Land“ von Holger Schober plakativ vorgeführt – und weit und breit kein Hoffnungsschimmer. Die kleine Schicksalsgemeinschaft auf Zeit, die sich nach und nach auflöst, wie die „Zehn kleinen Negerlein“ im Christie-Krimi, gibt sich neue Namen – weil die alten, vertrauten in Finsternis versunken sind. Sie nennen sich Rambo, Rocky, Norma Jean oder Cobra. Neue, sinnlose Idenditäten. Ein maßlos trauriges Stück über Gestrandete. Die einzige Hoffnung – die jungen Darsteller, die sich hier auf Hoffnungsloses einlassen und genau damit eines erreichen wollen: dass dieses Stück Utopie bleibt, nie Wirklichkeit wird. Ein Spiel, das auf Hoffnung als letzte Hoffnung setzt.

Ein tolles Ensemble, das konsequent durchspielt mit vielen beeindruckenden Soli und Hannah Faehndrichs imaginäres Handy-Gespräch mit der Mutter, das ein rührender Monolog ist, tief beeindruckend. Auch Leoni Kuhn als Rambo, die auch dann höchst präsent ist, wenn sie nur zuhört. Und Lucienne Gronau als Sportlerin, die so trocken kommentiert, aber auch Sara Pujiula Buhl als Blade, Wiebke Spatz als Lara, Lore Lerch als Norma Jean, Fiona Baß als Rita und Laura Reinelt als Sandy. Eindringlich der ins Dunkle gesprochene Prolog von Mia Nicolai. Und das alles in der Regie von Theresa Blessing, der mit dem Untergangsstück höchst lebendiges Theater gelungen ist.



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