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Zank um Gutachten für das Rattenfängerhaus

veröffentlicht am 31.03.2011 um 19:47 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Hameln (HW). „Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass die Sanierung des Rattenfängerhauses nahezu völlig abgeschlossen ist. Wir werden in 14 Tagen noch eine Staubprobe entnehmen und am 12. Mai den Abschlussbericht vorlegen. Es ist alles in Abstimmung mit der Familie Fricke und in vollem Einvernehmen gelaufen.“

Mit dieser frohen Kunde wollte Wolfgang Kaiser gestern eigentlich der Politik versichern, dass die aufgetretenen Schadstoffbelastungen in dem historischen und städtischen Gebäude schon bald der Vergangenheit angehören werden. Und damit die Fraktionsvertreter auch merkten, dass es der Stadt ernst mit der Schadensbehebung ist, kündigte der Fachbereichsleiter Planen und Bauen noch einmal an, dass das Rattenfängerhaus zusammen mit der Kurie Jerusalem, der Vikilu und dem Reintjes-Kindergarten in die Liste der dauerhaft getesteten Gebäude aufgenommen und künftig alle fünf Jahre überprüft werde. Auch sei ein weiteres Institut beauftragt worden, in drei Monaten abermals Messungen durchzuführen, „damit wir ganz sicher sind, unser Ziel erreicht zu haben“, wie Kaiser vor dem Ausschuss für erneuerbare Energien, Bau und Umwelt begründete.
 Womit der Fachbereichsleiter nicht gerechnet hatte: Aus den Reihen der Politik meldete sich Widerstand in Form von unangenehmen Fragen. „Entschuldigen Sie, dass ich Wasser in den Wein gieße“, meldete sich Ursula Wehrmann zu Wort. Die Fraktionschefin der Grünen konfrontierte Kaiser mit einem Gutachten ihres Parteifreundes Dr. Helmut Burdorf, der im Beisein von Wehrmann, Kaiser und Baudezernent Eckhard Koss das Rattenfängerhaus ebenfalls in-spiziert hatte, in einigen Punkten aber zu anderen Schlüssen gekommen war. „Es kann sicher davon ausgegangen werden, dass das Holzschutzmittel Pentachlorpenol (technisches PCP) in zum Teil erheblichem Umfang mit chlorierten Dioxinen und Furanen belastet war und dementsprechend auch heute noch die Holzbalken diese extremen Gifte enthalten. Es wäre daher angezeigt, wenigstens eine Holzprobe und eine Alt-Staubprobe auf Dioxine zu untersuchen“, hat der Diplom-Chemiker in seinem Gutachten geschrieben.



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