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Das haben die Käufer vor

Zahnarzt investiert in „Café am Ring“

HAMELN. Der Abriss des ehemaligen Wienerwald-Restaurants am Bürgergarten ist in weite Ferne gerückt: Es gibt neue Pläne für das Gebäude – und neue Investoren.

veröffentlicht am 01.11.2017 um 20:39 Uhr

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Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Der Hamelner Bauunternehmer Karol Günther und der Klein Berkeler Zahnarzt Dr. Klaus Boettcher wollen den Ex-Wienerwald samt Grundstück von der Stadt kaufen. Nostalgiker wird es freuen: Die Investoren wollen am Bürgergarten wieder einen Gastronomiebetrieb etablieren – und laut Stadt auch den früheren Namen „Café am Ring“ wiederbeleben. Zuvor muss das derzeit leer stehende Gebäude allerdings von Grund auf saniert werden.

Der Verwaltungsausschuss der Stadt hat gestern Nachmittag für das Angebot von Günther und Boettcher gestimmt. Das Votum sei einstimmig ausgefallen, hieß es aus dem Rathaus. Die Investoren haben sich gegen drei weitere Bewerbungen zur Wienerwald-Nachnutzung durchgesetzt. Alle vier Bewerbungen waren zum Stichtag 30. September eingegangen. Hätte sich laut Ratsbeschluss kein „verlässlicher und solventer Investor“ gefunden, so wäre das Gebäude abgerissen worden. So weit kommt es nun wohl nicht. „Das Gebäude geht in sehr gute Hände“, urteilte Hamelns Oberbürgermeister Claudio Griese gestern.

„Das Gebäude ist zu schade, um es abzureißen“, sagte Karol Günther gegenüber der Dewezet. Ist der Kauf durch das Investorenduo erst einmal abgewickelt, gehe es zunächst an den Umbau des Ex-Wienerwalds. Das spezielle „Gesicht des Gebäudes“ soll laut Günther zwar erhalten bleiben, doch steht vor allem im Gebäudeinneren die Komplettrenovierung an, wie auch Investor Klaus Boettcher bestätigte.

Danach erhalte „die Gastronomie ein neues Leben“, sagte der Zahnarzt. Künftig soll es dann den „klassischen Mittagstisch, das klassische Kaffee-und-Kuchen-Geschäft, aber auch die Gastronomie am Abend“ am Bürgergarten geben. Ob der Wienerwald wieder „Café am Ring“ oder vielleicht auch „Restaurant am Ring“ heißen wird, das wisse Boettcher heute noch nicht genau, sagte er. Jedoch wollen der Zahnarzt und Bauunternehmer Günther auch weiterhin als Investoren auftreten, einen Betreiber für den gastronomischen Betrieb hätten die beiden bereits an der Hand. Von einem „inklusiven Café“, wie es in Teilen der Ratspolitik favorisiert wurde, sprachen die Investoren gestern allerdings nicht. Genaueres zu den gastronomischen Plänen wolle Boettcher sagen, wenn der Grundstückskauf in trockenen Tüchern ist. Denn eine wichtige Hürde haben die Investoren noch zu nehmen: Auf dem Wienerwaldgrundstück liegen, wie berichtet, Vorkaufsrechte von rund 100 Eigentümern von Bellevue-Center und angrenzendem Hotel. Machen diese Eigentümer nicht von ihrem Recht Gebrauch, so rechnet Klaus Boettcher damit, im kommenden Jahr „ins Detail“ zu gehen.

Zu den Details zählt auch die Höhe des Sanierungsaufwands. Zu dem von der Stadt aufgerufenen Kaufpreis von mindestens 400 000 Euro war seitens der Verwaltung zuweilen von Sanierungskosten von bis zu 1,5 Millionen Euro die Rede. Wie viel Boettcher dann tatsächlich für das Wienerwald-Gebäude bezahlen will, das sagte er gestern nicht. Was die Sanierung betrifft, so rechnet er „mit deutlich weniger“. Die von der Stadt angepeilte Summe für die Gebäudesanierung werde „definitiv nicht“ erreicht.

Das „Café am Ring“ ist für Zahnarzt Boettcher, der in Hameln aufgewachsen ist, jedoch eine Herzensangelegenheit, wie er gestern sagte. An das „Café am Ring“ habe er Erinnerungen, als seine Mutter dort einst zum Kaffeetrinken einkehrte. Bezug zur Gastronomie habe er als Kind auch über seinen Vater gehabt. Dieser sei über 20 Jahre lang Betreiber der „Ritterstuben“ in der Hamelner Ritterstraße gewesen.

Claudio Griese bescheinigte den Hamelner Investoren gestern „Mut und Risikobereitschaft“: Der Verkauf setze „einen positiven Schlusspunkt unter ein in Hameln jahrelang schwelendes Dauerthema“.

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