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Nur wenige dürfen Gnadenschuss geben / Appell an Hundehalter

Wurde das Schaf in den Tod gehetzt? Jäger und Züchter üben Kritik

Hameln (CK). Die Emotionen schlagen hohe Wellen: Nachdem die Dewezet in ihrer gestrigen Ausgabe über eine dramatische Tierrettung in einem ehemaligen Steinbruch an der Klütstraße berichtet hatte – ein Schaf musste aufgrund schwerer Verletzungen getötet werden, ein Hund wurde von Feuerwehrmännern von einem Felsvorsprung gerettet – gibt es kritische Stimmen und Schuldzuweisungen nach mehreren Seiten. Auch der Informationsaustausch zwischen diversen Behörden scheint in der jüngsten Vergangenheit nicht optimal gewesen zu sein.

veröffentlicht am 06.02.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 16:41 Uhr

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Da ist zum einen der Schäfer und Imker Christian Pardey vom Landschaftspflegebetrieb am Rettigsgrund. Er war gestern von den Behörden zurate gezogen worden, nachdem das von den Klippen gestürzte Schaf geborgen worden war. Pardey ist nach eigenen Aussagen einer von ganz wenigen Schäfern in Niedersachsen, die einer gequälten Kreatur in so einem Fall den Gnadenschuss versetzen dürfen – etwas, was sowohl Jägern als auch Polizisten bei Nutztieren im Regelfall nicht gestattet ist, es sei denn, Gefahr ist im Verzug.

Pardey hatte das abgestürzte Schaf gestern schließlich erlöst – „es war aber nicht mein eigenes, sondern stammt aus dem Bereich Hessisch Oldendorf und ist schon vor geraumer Zeit von der Herde weggehetzt worden“ – auf diese Feststellung legt der Züchter Wert. Seine Diagnose: „Das Tier hatte nach dem Sprung über die Klippen einen Schulterblattbruch, der bei Schafen nicht wieder zusammenwächst.“

Schon seit langer Zeit habe er versucht, das abgängige Schaf zurückzutreiben oder aber – in Absprache mit dem Kreisveterinäramt – eine Abschussgenehmigung zu bekommen, sagt Pardey. Vergeblich. Zu dem unglücklichen Vorfall ist es seiner Meinung nach gekommen, weil der Retriever-Mix mit dem Namen „Tarja“, der einen ausgeprägten Jagdinstinkt habe, dem in Panik geratenen Schaf hinterhergesprungen und selbst nur durch ein Wunder gerettet worden sei. Dass das Schaf schon seit Monaten immer wieder allein gesichtet worden ist, dass Jäger sich deshalb schon an die unterschiedlichen Behörden gewandt haben, das bestätigt auch Gustav Höfs. Er ist Jagdausübungsberechtiger im Revier von Cord von Mengersen und kennt die Situation vor Ort. „Schafe sind Bergtiere, deswegen fühlte sich das Tier an den Klippen wohl sicher vor Hunden. Ich habe angeboten, Amtshilfe zu leisten“, sagt er. Amtshilfe, die aber nicht abgefordert worden sei. Er erinnert sich, dass ein anderer Jäger bei Revierarbeiten einen Hundehalter angetroffen habe, dem offenbar sein Tier weggelaufen sei. Dass dort oben Schafe „zum Abschuss freigegeben“ seien, wie Horst Jahn, der Halter des Retrievers, behauptet, weist er allerdings entschieden zurück.

Kreisjägermeister Jürgen Ziegler bescheinigt Schafzüchter Pardey nach dem tragischen Vorfall jedenfalls eine „hohe Kompetenz“ und fordert Hundehalter auf, ihren Tieren beizubringen, zu gehorchen, besonders, wenn sie Rehwild hinterherrasen. „Zurzeit ist der Stoffwechsel der Tiere runtergefahren, sie leben von eingelagerten Nährstoffen“, wirbt er um Verständnis.



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