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Hier haben Tiere und Pflanzen Vorrang

Wouldham - das Naturparadies Hamelns

HAMELN. Im Sommer 2014 haben sich die Briten mit einer feierlichen Parade aus Hameln verabschiedet – aus Sicht der Stadtplaner eine große Chance. Nur selten bietet sich die Gelegenheit, teils mitten in der Stadt riesige Flächen neu zu überplanen und sie den Menschen oder der Natur zurückzugeben. Drei Jahre nach dem Abzug blicken wir auf die zehn Areale, zeigen auf, was dort passieren soll und wie weit die Planungen vorangeschritten sind. Heute: Wouldham

veröffentlicht am 03.07.2017 um 13:14 Uhr
aktualisiert am 10.07.2017 um 08:50 Uhr

Wouldham von oben – ein Teil der Gebäude kann erhalten bleiben, andere werden abgerissen. Im Ergbnis soll hier ein Auwald entstehen, den Menschen nur an extra ausgewiesenen Bereichen betreten dürfen. Foto: wtx
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Am südlichen Stadtrand auf der linken Weserseite erstreckt sich auf 22,4 Hektar „Wouldham“ an der Ohrschen Landstraße, neben Upnor der zweite Wasserübungsplatz der britischen Soldaten. Vielen Hamelner sind Bereiche des Geländes bekannt von den Guy-Fawkes-Feuern, zu den die Briten einmal im Jahr eingeladen hatten. Auffälligstes Element: Die Rampe, die in die Weser führt und die laut Stadtverwaltung rund 1200 Quadratmeter umfasst. Auf die Frage, ob eine der zehn Konversionsflächen der Briten ein Sorgenkind in den Augen der Stadtplaner ist, antwortet Stadtbaurat Hermann Aden: „Wouldham hätte eines werden können.“ Hätte können.

Der Zugriff auf den Fördertopf des NLWKN (Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) hat nach Adens Schilderungen verhindern, dass es so weit gekommen ist. Das Problem: Für nahezu das gesamte Gelände gilt ein Planungsverbot, weil es Überschwemmungsgebiet ist. „Man darf da vielleicht noch Landwirtschaft betreiben, aber Gewerbe ist da nicht möglich“, sagt Aden. Dass das Gelände bebaut wurde und dort noch heute die Hallen der Briten stehen, ist demnach der Gunst der alten Stunde geschuldet, als das Wasserrecht noch längst nicht so scharf war wie heute.

Upnor ist für den Menschen, Wouldham für die Natur.

Hermann Aden, Stadtbaurat Hameln

Ein Sorgenkind wäre Wouldham in Adens Augen dann geworden, wenn die Eigentümerin Bima das Gelände ohne Pläne für die Nachnutzung behalten hätte – und die Betonflächen und Gebäude im Laufe der Jahre einfach vor sich hingegammelt hätten. Dass es so nicht gekommen ist, liegt an besagtem NLWKN-Topf, mit dessen Mitteln aus dem „Fließgewässerprogramm“ Hameln aus dem Militärplatz Wouldham ein großes der Natur überlassenes Gebiet machen möchte mit einer Auenlandschaft, die es in dieser Größenordnung an der Weser nicht gibt, wie die Stadt auf ihrer Internetseite erklärt.

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„Upnor ist für den Menschen, Wouldham für die Natur“, sagt Hermann Aden. Die Hoffnung besteht, dass sich dort Fischadler, Eisvögel oder Weißstörche ansiedeln. Dem Menschen soll auf diesem Gebiet eine Nebenrolle zukommen. Vielleicht wird er von einem Aussichtsplateau auf Natur pur blicken können, außerdem wolle die Polizeihundestaffel, die dort bereits mit ihren Hunden trainiert, dauerhaft auf dem Gelände bleiben.

Alle Artikel zur Nachnutzung der Briten-Gelände finden Sie hier:

Im Hintergrund wird zurzeit noch zwischen Landtagsabgeordneten, Land und anderen Beteiligten darüber diskutiert, ob beispielsweise das Technische Hilfswerk und die Feuerwehr, einen Bereich der Fläche für Übungen nutzen könnte. Zunächst hat die Stadt aber ihre Pläne zur Renaturierung des Gebiets für Fördermaßnahmen vorgelegt, die gleichsam die Basis für die Wertermittlung durch Eigentümerin, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), dient. Ergebnis: Die Stadt kann das Gelände für einen Euro kaufen. Die Kosten sind am Ende allerdings höher. Bislang hat Aden über sämtliche Posten von „Planungskosten- bis Baukosten“ mit etwa 570 000 Euro gerechnet, inklusive 450 000 Euro für die Renaturierung. 90 Prozent aber, so die Hoffnung, könnten über Förderprogramme gedeckt werden.

Abgewartet werden müsse jetzt noch eine abschließende Untersuchung zu den Altlasten. Das Problem, nicht nur in Hameln: „Es gibt in diesem Bereich keine Büros, die Kapazitäten haben.“ Aden rechnet, wie er sagt, damit, dass bis Jahresende alles abgeschlossen ist, sodass das die Stadt neue Eigentümerin von Wouldham werden kann.



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